Nachtbeauftragter für Sternschanze und Ottensen – Kosten, Aufgaben und Ergebnisse des Probebetriebs Kleine Anfrage fon Uwe Batenhorst, Robert Risch und Tobias Steinhaus (alle AFD-Fraktion)
Letzte Beratung: 22.10.2026 Bezirksversammlung Ö 5.6
Der Probebetrieb eines Nachtbeauftragten für Sternschanze und Ottensen ist nach vorliegenden Informationen zunächst für sechs Monate bis September 2026 vorgesehen. Gegenwärtig wird über eine Verlängerung und eine erneute Finanzierung gesprochen.
Bevor weitere öffentliche Mittel bereitgestellt werden, muss nachvollziehbar sein, welche konkreten Aufgaben der Nachtbeauftragte übernimmt, welche messbaren Ergebnisse erzielt wurden, und welche Gesamtkosten entstanden sind.
Das Bezirksamt Altona beantwortet die Fragen wie folgt:
1. Seit welchem genauen Zeitpunkt ist der Nachtbeauftragte für Sternschanze und Ottensen
tätig und wann endet der bisherige Probebetrieb?
Zu 1:
Das Projekt „Nachtbeauftragter St. Pauli, Sternschanze und Ottensen2026“ lief vom 01.04. bis 30.09.2026.
Zu 2:
Auftragnehmer war „DeinQuartier - Architektur + Stadtteilentwicklung“, S. Bartz, Norderstedt.
Der Auftrag vom 30.03.2026 erfolgte als Direktvergabe gemäß Ziffer II.6 HmbVgRL i.V.m. § 50 Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) auf Grundlage des Angebotes vom 09.03.2026.
Zu 3:
Die angebotene und beauftragte Meilensteinplanung lautete wie folgt:
April – Projektstart & Einführung
• Erstes Treffen der Begleit-/Lenkungsgruppe
• Öffentliche Vorstellung des Nachtbeauftragten Altona
• Pressearbeit zum Projektstart
• Beginn der Vorstellungsrundgänge (abends / nachts)
• Aufbau Website und Kontaktstruktur
Mai – Analyse & erste Dialoge
• Fortführung der Rundgänge
• Erster Anwohneraustausch
• Erstes Treffen mit Gewerbetreibenden der Nachtökonomie
• Systematische Erfassung von Konfliktlagen
• Öffentlichkeitsarbeit zu Austauschformaten
Juni – Information & Strukturierung
• Entwicklung einer Informations- und Aufklärungslinie
• Zweiter Anwohneraustausch
• Zweites Gewerbetreffen
• Pressearbeit (Zwischenstand)
Juli – Vermittlung & Verständigung
• Moderierte Dialoggespräche bei festgestellten Konfliktlagen
• Ableitung freiwilliger Vereinbarungen zwischen Anwohnenden und Gewerbe
• Präsenz im Quartier während der Sommerphase
• Verstetigung der Kommunikationswege
August – Konsolidierung
• Zusammenführung der Ergebnisse
• Vorstellung des Zwischenstands in der Begleitgruppe
• Optional: weiterer Anwohneraustausch oder Gewerbetreffen
• Profilierung der Rolle des Nachtbeauftragten im Stadtteil
September – Auswertung & Perspektive
• Gesamtauswertung der Pilotphase
• Ergebnissitzung mit Begleitgruppe und Nachtökonomie
• Erstellung eines vorläufigen Abschlussberichts
• Öffentliche Kommunikation der Ergebnisse
Vereinbart wurden in diesem Rahmen zudem zwei Präsentationstermine im Ausschuss für Wirtschaft, Klima und Verbraucherschutz (WKV) für die Sitzungstermine im Mai und September 2026.
Zu 4:
Für den Bezirk Altona, d.h. die Projektgebiete: Schanzenviertel und Ottensen, wurde folgender Kostenplan aufgestellt:
Personalkosten Position |
Stunden |
Stundensatz |
Summe |
Projektarbeit / Moderation / Koordination |
300 Std. |
80,00 Euro |
24.000,00 Euro |
Nacht- und Wochenendstunden (Quartierspräsenz, Konfliktmoderation) |
71 Std. |
100,00 Euro |
7.100,00 Euro |
Summe Personalkosten: |
31.100,00 Euro |
||
Sachkosten (anteilig) Position |
Betrag |
||
Projektbezogene Sachkosten (anteilige Infrastruktur, Material, Dokumentation, Verwaltung) |
2.303,36 Euro |
Gesamtsumme netto: 33.403,36 Euro zzgl. 19 % MwSt.: 6.346,64 Euro
Gesamtsumme Bezirk Altona: 39.750,00 Euro (inkl. MwSt.)
Die Arbeits- und Einsatzzeiten einschließlich Nacheinsätzen wurden vom Auftragnehmer autonom situations- und bedarfsgerecht geplant.
Zu 5:
Siehe Antwort auf Frage 4.
Der für das Bezirksamt im Zusammenhang mit dem Projekt entstandene Personal- und Sachaufwand wurde nicht statistisch erfasst. Eine Ex-post-Erhebung oder -Schätzung ist nicht möglich.
Zu 6:
Siehe Drucksache 22-1641B.
Zu 7:
Es wurde kein Einsatz- bzw. Tätigkeitstagebuch geführt. Eine Ex-post-Erhebung oder -Schätzung ist nicht möglich.
Der Auftragnehmer hat in den Sitzungen das WKV am 11.05. und 14.09.2026 (siehe Antwort auf Frage 3) ausführlich über den Projektverlauf berichtet. Im Übrigen wird auf die Sitzungsniederschriften verwiesen.
Die abschließende Projektdokumentation soll der Bezirksversammlung zur Verfügung gestellt werden.
Zu 8:
Hierzu erfolgte weder eine statistische Erfassung seitens des Auftragnehmers noch ist diesem oder dem Amt eine seriöse Schätzung möglich.
Zu 9:
Siehe Antworten auf die Fragen 3 und 7. Darüber hinaus waren messbare Kriterien nicht Bestandteil des zugrundeliegenden Beschlusses oder des Auftrags.
Zu 10:
Nach Einschätzung des bisherigen Auftragnehmers wäre ein ganzjähriges Projekt mit Mitteln von etwa 210.000 EUR (zzgl. MwSt.) für alle drei Stadtteile (Sternschanze, Ottensen und St. Pauli) gut finanziert. Eine Verlängerung des Projektes wurde politisch bisher nicht beschlossen. Finanzierungsmöglichkeiten konnten durch das Amt zum jetzigen Zeitpunkt nicht identifiziert werden.
Zu 11:
Konkrete Sachverhaltsfeststellen erfolgen weiterhin durch das jeweilige Bezirksamt bzw. das jeweils zuständige Polizeikommissariat.
Zu 12:
Die vom Auftragnehmer wahrgenommene moderierende, vermittelnde und koordinierende Funktion zwischen Anwohnenden, Gewerbetreibenden der Nachtökonomie, Verwaltung sowie weiteren Akteur:innen wird vom Bezirksamt nicht im gleichen Umfang wahrgenommen werden können.
Im Übrigen siehe Antwort auf Frage 11.
Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.
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