22-4583

Radweg entgegen der Einbahnstraße Allensteiner Straße supergefährlich! Eingabe

Eingabe

Letzte Beratung: 02.11.2026 Hauptausschuss Ö 5.15

Sachverhalt

Folgende Eingabe liegt der Geschäftsstelle der Bezirksversammlung vor:

Liebe Bezirksversammlung,

vor einiger Zeit wurde in der Allensteiner Straße ein Radweg auf der Fahrbahn entgegen der Einbahnstraße eingerichtet. Nach einigen Beschwerden zur Sicherheit wurde der Radweg mittlerweile rot eingefärbt. Es bleibt aber dabei: Der Radweg in dieser Art Anordnung ist einmalig in ganz Hamburg und ist supergefährlich!!! Rechts des Radstreifens parken Pkw entgegen der Radfahrrichtung und zusätzlich kommen einem Pkws und Busse mit 50 bis 60 km/h entgegen. Die durchgezogene Linie zum Radstreifen wird regelmäßig nicht beachtet. Protektionselemente für den Radverkehr gibt es nicht.

Es gab bereits vor kurzem eine Eingabe zu Falschparkern im Lycker Weg, eigentlich zu einem anderen Thema, aber dort wurde auch der merkwürdige und gefährliche Radfahrstreifen thematisiert (siehe Drucksache 22-3171).

Das PK hat dazu Stellung genommen und sinngemäß ausgeführt, dass

- der Radweg eine wichtige Verbindung zur U-Bahn-Haltestelle Wandsbek-Gartenstadt sei, intensiv genutzt werde und

- es nur in Einzelfällen zu einem Überfahren der durchgezogenen Linie durch parkende Pkws käme.

Ich habe das zum Anlass genommen, durch meinen Vater (er ist Rentner und hat viel Zeit) die Situation vor Ort einmal tagsüber genauer zu beobachten. Das Ergebnis:

- der Radweg entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße wird von Fahrradfahrern kaum genutzt (gezählte 20 Radfahrer werktags zwischen 8 und 18 Uhr, das sind 2 Radfahrer pro Stunde (!)

- gleichzeitig wird der Gehweg wegen der gefährlichen Anlage der Radwegs als Alternative regelwidrig von ca. 50 bis 100 Radfahrern genutzt

- die Radfahrer in der Lesserstraße haben wir nicht gezählt, aber die dürften eher so bei 500 bis 1.000 liegen, weil das die wesentlich direktere Verbindung für viele Radfahrer ist. Im angrenzenden Eulenkamp werden laut Geoportal täglich ca. 500 Radfahrer gezählt.

- Hingegen sind die Überfahrten der durchgezogenen Begrenzungslinien durch den Pkw- und Busverkehr - entgegen der Rückmeldung des PK - nicht unerheblich. Mein Vater hat zwischen 8 und 18 Uhr schätzungsweise 1.500 Überfahrten durch Pkws und Busse und somit Gefährdungen für den Radverkehr (und somit für Kinder ab 11 Jahren) gezählt. Unfälle sind dort nur noch nicht passiert, weil der Radweg von so wenigen Radfahrern genutzt wird. D. h. jede/r Autofahrer überfährt den Radweg beim Überholen eines Radfahrers in Richtung Eulenkamp! Das ist alles andere als "vereinzelt".

Ich bitte Sie deshalb:

- beim PK nachzufragen, wie das PK zu seinen Zahlen kommt.

- Alternativen zur Radverkehrsführung und für die Allensteiner Straße zu prüfen. Möglich ist zum Bsp.: Protektionen in der Allensteiner Straße nachzurüsten (dadurch würden zwar Pkw-Parkstände wegfallen, aber man sollte schon Prioritäten setzen).

(A) Besteht wohl kaum ein verbrieftes Recht, seinen Pkw kostenfrei im öffentlichen Raum abzustellen und dann zur U-Bahn oder zum Bundeswehrkrankenhaus zu gehen.

Oder (B) sollte die Verkehrssicherheit auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wohl wichtiger sein. Ich würde zu Antwort B tendieren. Zusätzlich könnte man Anwohnerparken einrichten, das würde den Parkdruck rund um die U-Bahn und das Bundeswehrkrankenhaus erheblich verringern.

- Alternativ könnte der Radverkehr über Radstreifen auf der Lesserstraße geführt werden. Wenn dort die Parkstände auf den Gehweg zwischen die Bäume verschoben werden (wie im Abschnitt zw. Tilsiter Str./Fr.-Ebert-Damm) wäre die Lesserstraße vermutlich breit genug, zumindest für die Mindestbereiten der Radstreifen nach Restra.

- Man könnte auch den Durchgangsverkehr aus der Allensteiner Straße nehmen (das wäre vermutlich die beste Variante), dann könnte man dort Tempo 30 und eine Fahrradstraße einrichten. Den Pkw-Verkehr und den Busverkehr könnte man dann ausschließlich über die Lesserstraße führen. (Dadurch würde man übrigens gleichzeitig die unerlaubten Abkürzungsfahrten durch den Bartensteiner Weg verhindern, die nach wie vor in einem erheblichen Umfang stattfinden. Hierzu gab es vor Jahren mal eine Eingabe eines Nachbarn von uns. Dieses Thema stand dann einige Jahre im Mobilitätsausschuss im Themenspeicher, ist aber dann irgendwie "verschwunden". Kleiner Spoiler: Das Problem besteht nach wie vor.) Um den Pkw-Verkehr flüssiger zu gestalten (das ist der Polizei ja immer wichtig), könnte man an der Kreuzung Lesserstraße/Tilsiter Straße einen Kreisverkehr einrichten (30 m-Radius plus Nebenflächen). Das ließe sich mit geringen Grundstücksankäufen vermutlich problemlos realisieren und hätte den Vorteil, die sog. "Todesweiche" (Mittelweiche) in der Tilsiter Straße wieder zurückzubauen.

- Die Sperrung der Allensteiner Straße für den Durchgangsverkehr hätte auch den Vorteil, dass man den Rechtsabbieger in der Lesserstraße Richtung Allensteiner Str. (von Norden aus Richtung Bundeswehrkrankenhaus kommend) zurückbauen könnte (der ist sowieso jetzt schon überflüssig). Stattdessen könnte man den Radstreifen, der vor dem Bundeswehrkrankenhaus abrupt endet, mit Projektionselementen weiterführen. Das hätte auch den positiven Nebeneffekt, dass weniger Radfahrer auf der Lesserstr. im Bereich der U-Bahn auf dem Gehweg fahren. Das ist ja zurzeit auch der Fall (inkl. E-Scooter). Die behindern dann wiederum die Fußgänger, d. h. die Älteren und Kinder, die dort auch nicht mehr sicher auf dem Gehweg gehen können, ohne von einem E-Scooter fast umgefahren zu werden. Die Sperrung der Allensteiner Straße für den Durchgangsverkehr hätte auch für die Pillauer Straße den positiven Effekt, dass man die zusätzliche Pkw-Abbiegespur nicht mehr benötigt. Dadurch würde dann auch Platz für zusätzliche Radstreifen (mit Protektionen) im Kreuzungsbereich Pillauer Str./Lesserstr. frei.

Wie Sie erkennen können, stößt die Stellungnahme des PK zur Eingabe (Drs. 22-3171) bei mir auf Unverständnis und hat mich zu dieser Eingabe motiviert. Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Alternativen von Fachleuten prüfen lassen, die sich mit zukunftsorientierten und stadtverträglichen Verkehren auskennen.

Vielen Dank!

Viele Grüße

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
02.11.2026
Ö 5.15
Anhänge

keine Anlage/n

Lokalisation Beta
Allensteiner Straße Lycker Weg Lesserstraße Eulenkamp Tilsiter Straße Bartensteiner Weg Pillauer Straße Bundeswehrkrankenhaus Hamburg Wandsbek-Gartenstadt

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Themen Beta

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