22-4432

Auswirkungen der geplanten Umstellung der Ganztagszuweisung auf Wandsbeker Schulen Auskunftsersuchen vom 24.09.2026

Anfrage gem. § 27 BezVG

Sachverhalt

Mit dem Haushaltsplan-Entwurf 2027/2028 (Einzelplan 3.1, Anlage 1, S. 301, Fußnote 6) stellt der Senat die Ganztagszuweisung für Grundschulen nach Rahmenkonzept (GTS) in den Klassenstufen VSK bis 4 zum Schuljahr 2027/2028 vollständig auf die Profession Erzieherinnen und Erzieher um. Der bisherige Lehrkräfteanteil sowie die Honorarmittel je Ganztagsgruppe entfallen als eigenständige Zuweisung.

Diese Umstellung steht in einem bemerkenswerten Spannungsverhältnis zu einem einstimmigen Beschluss der Bürgerschaft: Mit Drs. 21/4866 vom 15. Juni 2016 beschloss die Bürgerschaft unter den Ziffern 21 bis 23, die Personalmittel für Lehrer- und Erzieherstellenanteile an GTS-Grundschulen zu verbessern. Der Senat berichtete 2018 in Drs. 21/11561, die Personalressourcen seien zum 1. August 2017 „auf 1,1 Stellen pro Gruppe angehoben“ worden, in einem „Mix aus Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen“. Der vorliegende Haushaltsentwurf weist demgegenüber nur noch 62,4 Prozent einer Stelle je Gruppe aus – und dies in einer einzigen Profession. Der Professionenmix, den derselbe Haushaltsplan an zahlreichen anderen Stellen ausdrücklich beibehält, entfällt damit gezielt bei den jüngsten Kindern.

Der Bezirk Wandsbek ist von dieser Umstellung besonders betroffen. Nach der Anlage zur Drs. 23/4680 vom 7. Juli 2026, ergänzt um Sozialindex und Schülerzahlen aus den amtlichen Schulstammdaten, sind 16 Schulen im Bezirk betroffen – drei davon voll gebunden, drei teilweise gebunden und zehn offen geführt. Zusammen besuchen rund 6.800 Kinder diese Schulen. Bei sechs der 16 Schulen liegt der Sozialindex bei 1 oder 2, dem Bereich der höchsten sozialen Belastung. Hamburgweit sind 87 Schulen mit rund 26.000 Kindern betroffen.


Schule

Stadtteil

SI

Ganztagsform

Kinder

Schule Charlottenburger Straße

Jenfeld

1

voll gebunden

325

Schule Appelhoff

Steilshoop

1

voll gebunden

265

Grundschule Poppenbüttel

Poppenbüttel

5

voll gebunden

427

Erich Kästner Schule

Farmsen-Berne

3

teilweise gebunden

525

Grund- und Stadtteilschule Altrahlstedt

Rahlstedt

3

teilweise gebunden

419

Schule An den Teichwiesen

Volksdorf

6

teilweise gebunden

411

Grundschule Bramfeld

Bramfeld

2

offen

363

Schule Fahrenkrön

Bramfeld

5

offen

453

Schule Surenland

Farmsen-Berne

3

offen

385

Grundschule Großlohering

Rahlstedt

1

offen

236

Grundschule Neurahlstedt

Rahlstedt

3

offen

504

Schule Kamminer Straße

Rahlstedt

3

offen

367

Schule Wildschwanbrook

Rahlstedt

3

offen

282

Schule am See

Steilshoop

1

offen

902

Schule An der Gartenstadt

Wandsbek

4

offen

574

Schule am Eichtalpark

Wandsbek

2

offen

339

Hamburgweit sind es 87 Schulen mit rund 26.000 Kindern.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Fachbehörde:

  1. Welche allgemeinbildenden Schulen im Bezirk Wandsbek sind von der Umstellung der Ganztagszuweisung betroffen, und wie viele Kinder nehmen an diesen Schulen am Ganztag teil?
  1. Wie verändert sich für jede dieser Schulen die Ganztagszuweisung konkret, aufgeschlüsselt nach Lehrkräftestunden, Erzieherstellenanteilen und Honorarmitteln, jeweils für die Schuljahre 2026/2027, 2027/2028 und 2028/2029?
  1. Liegt für jede dieser Schulen eine Berechnung der Auswirkungen vor, und wann wird sie den Schulen und ihren Elternräten zugänglich gemacht? Die Elternkammer Hamburg fordert eine solche Auswirkungsanalyse seit dem 12. Juli 2026. Vorgelegt wurde bis heute keine.
  1. Wie viele zusätzliche Erzieherinnen- und Erzieherstellen sind im Bezirk Wandsbek bis zum Schuljahr 2028/2029 zu besetzen, und auf welcher Grundlage wird angenommen, dass sie am Arbeitsmarkt zu gewinnen sind? Hamburgweit steigt die Zahl der Erzieherstellen im Ganztag von 390,6 auf 813,36, also um rund 423 Stellen.
  1. Wie verhält sich die Umstellung zu den Ziffern 21 bis 23 der Drs. 21/4866, die die Bürgerschaft am 15. Juni 2016 einstimmig beschlossen hat? Dort war vorgesehen, die Personalmittel für Lehrer- und Erzieherstellenanteile an GTS-Grundschulen zu verbessern. Der Senat hat 2018 in Drs. 21/11561 berichtet, die Personalressourcen seien zum 1. August 2017 „auf 1,1 Stellen pro Gruppe angehoben“ worden, in einem „Mix aus Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen“. Der Haushaltsentwurf 2027/2028 weist 62,4 Prozent einer Stelle je Gruppe aus, in einer einzigen Profession. Haushaltsplans ausdrücklich beibehält oder sogar neu einführt, wird an genau einer Stelle gestrichen, nämlich bei den Jüngsten.
Lokalisation Beta
Charlottenburger Straße Appelhoff An den Teichwiesen Fahrenkrön Surenland Großlohering Kamminer Straße Wildschwanbrook Eichtalpark

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.