Protokoll
Sitzung des Regionalausschusses Süderelbe vom 19.02.2025

Ö 1

Öffentliche Bürgerfragestunde

Es liegt nichts vor.

 

Ö 2 - 22-0069

Antrag SPD betr. Schäfer, Ranger, Heidehaus - Hege und Pflege im Naturschutzgebiet Fischbeker Heide (- Referenten)

Eine Referentin der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschft (BUKEA) erläutert den ersten Teil der Präsentation:

Die Heide wird im Winter geschoppert, d.h. das alte Heidekraut wird abgetragen und die Saat und Wurzeln verbleiben, dadurch verjüngt sich die Heide. Im Randbereich finden kleine Tiere eine neue Lebensstätte.

Neue Arnica Pflanzen wurden eingesetzt und durch Drahtkörbe vor Wildfraß geschützt.

Zu den laufenden Maßnahmen gehört es, durch wiederholtes Walzen betroffener Flächen den Adlerfarn zu verdrängen und Licht für Wildkräuter zu schaffen. 

Seit April 2024 findet eine Beweidung im Sommer wie im Winter statt, um aufwachsende Gehölze aus der Heide zu verdrängen.

Hunde müssen im Naturschutzgebiet an der kurzen Leine geführt werden.

 

Ein Schäfer der Höpen Schäferei aus Schneverdingen erläutert seine Präsentation:

Die kleine Herde aus 200 Schaf- und Ziegenböcken läuft seit ca. 1 Jahr in der Fischbeker Heide. Die Tiere halten die Heide kurz und tragen durch das nächtliche Aufstallen Nährstoffe aus, sodass durch Verbiss und Nährstoffaustrag optimale Entwicklungsmöglichkeiten für die Heide bestehen. Junge Kiefern werden speziell im Winter gefressen.

Vorteil der reinen Bockherde: Die Beweidung funktioniert ganzjährig und wird nicht durch eine Lammzeit unterbrochen. Böcke sind außerdem effektiver in der Heidepflege und Baumbekämpfung als Muttertierschafe. Die Böcke schälen die Rinde z.B. der Kiefern ab und der Baum vertrocknet.

Im Winter gibt es ca. 6 Stunden tägliche Hütezeit und im Sommer 8-9 Stunden. Dafür werden in dem Gebiet drei angestellte SchäferInnen benötigt.

Die Herde wird regelmäßig verjüngt; ältere Tiere werden für Fleisch, Felle und Wolle verwertet.

Der Schäfer beantwortet folgende Fragen:

  • Die Herde zieht im gesamten Gebiet. Man muss Geduld haben um sie zu treffen. Morgens kommen sie aus dem Stall und abends hinein, dann kann man ihnen am leichtesten begegnen.
  • Männliche Tiere aus der Nachzucht in Schneverdingen kommen in die Fischbeker Heide und ersetzen ältere Tiere.
  • Die Fahrzeit zum Schlachter beträgt aus Schneverdingen eine Viertelstunde.
  • Die Gegend in der Fischbeker Heide ist hügelig und damit für die Heidschnucken anfangs ungewohnt.
  • Die Herde wird mit 1-2 Hunden gehütet. Ein Schäfer hat 4-5 Hunde, ältere und jüngere, die ausgebildet werden.
  • Schutzhunde gibt es nicht. Die sind nur für die Koppelhaltung geeignet.
  • Im Stall stehen die Tiere nachts sicher, da kommt kein Wolf ran.
  • Wolfsspuren wurden in der Fischbeker Heide gesichtet. An eine gehütete Herde geht er aber nicht. Wild ist für den Wolf leichter zu erlegen.

 

Der anwesende Ranger von der BUKEA erläutert den zweiten Teil der Präsentation:

In Hamburg stehen 10 Ranger für 38 Naturschutzgebiete zur Verfügung. Die Ranger stehen im engen Austausch mit den Organisationen und den Schäfern. Die Sachlage und die Aufgaben der Ranger werden erläutert. In der Fischbeker Heide wird sehr viel Sport betrieben wie: joggen, Nordic Walking und Mountainbike. 

Der Ranger beantwortet weitere Fragen der Abgeordneten:

  • Wieviele Ordnungswidrigkeitsverfahren es gibt, ist nicht bekannt, aber über 100 im Jahr sind es schon. Es ist immer ein Verstoß gegen die Naturschutzverordnung.
  • Das Fischbektal ist für Mountainbikefahrer nicht so interessant, aber die Wälder, in denen man querfeldein und bergauf und bergab fahren kann. Die Biker kommen aus ganz Norddeutschland, weil die Fischbeker Heide von Norden aus das erste hügelige Gebiet ist.
  • Das (giftige) Jakobskreuzkraut ist für die Fischbeker Heide kein Problem, da es dort zu trocken ist und keine optimalen Wuchsbedingungen vorhanden sind.
  • Der Austausch mit der Polizei im Naturschutzgebiet ist gut. Die Ranger bieten einen Auffrischungskurs als Schulung in den Polizeikommissariaten an.
  • Eine Aufgabe der Ranger ist es, wilde Radwege und Trampelpfade unattraktiv zu machen. Wege werden mit Totholz versperrt, aber die Biker antworten mit Akkusägen. Nur große tote Bäume werden liegen gelassen. Daneben kann sich jedoch ein neuer Weg entwickeln.
  • Ein Ranger hat ein attraktives Arbeitsumfeld. Sie müssen sich aber verpflichten, an Wochenenden und Feiertagen und in den Abendstunden zu arbeiten.
  • Die Ranger nehmen Hinweise auf wiederholte Verstöße entgegen und gehen dem nach.
  • Holzwirtschaft wird von den Forsten betrieben. Das Naturschutzamt und der Naturschutzwart betreiben naturnahen Waldumbau.
  • Meldungen von Verstößen, Fragen usw. bitte an folgende Mailadresse: rangerdienst@bukea.hamburg.de.

 

Die Leiterin des Fischbeker Heidehauses arbeitet für die Loki-Schmidt-Stiftung. Sie und ihr Team leisten Naturschutz-Informationsarbeit. Mit den Rangern steht sie in dauernder Verbindung. Die Mitarbeiter des Heidehauses helfen auch bei der Pflege der Heide mit, auch mit Gruppen beim Entkusseln.

Viermal jährlich tagt der „Arbeitskreis Heide“ (Info von Herrn Domzalski: Termine 2025 am 15.4., 24.6., 9.9., jeweils 16:00 im Heidehaus) mit BUKEA, NABU, Bezirksamt etc., der offen ist für alle Interessierten und AnwohnerInnen.

 

Der Antrag ist erledigt. 

Ö 3

RISE-Vorstellung (- Referenten der Verwaltung)

Herr Esser vom Bezirksamt Harburg, Abteilung Integrierte Stadtteilentwicklung, und Frau Knösel-Hein als Gebietskoordinatorin für Neugraben/Fischbek stellen das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) anhand einer Präsentation vor.

 

Sie beantworten die Fragen der Abgeordneten wie folgt:

  • Nur in aktiven Fördergebieten können RISE-Fördermittel eingesetzt werden. In Neuwiedenthal sind das RISE-Fördergebiet und alle Projekte beendet.
  • Die Gebietslaufzeit beträgt max. 15 Jahre. Zunächst beträgt die Laufzeit i.d.R. 7 Jahre, Gebiete können aber verlängert werden, wenn noch neue Projekte und Entwicklungspotenzial vorliegen.

 


Anlagen
2025-02-19 Info RISE_ (003) (1299 KB)

Ö 4 - 21-2926

NEU Antrag CDU betr. Ge- und Verbotstafeln in den Parks im Neubaugebiet Vogelkamp

Siehe Ausführungen zu Drucksache 21-2926.01.

Der Antrag ist erledigt.

Ö 4.1 - 21-2926.01

Stellungnahme zu dem Antrag CDU betr. Ge- und Verbotstafeln in den Parks im Neubaugebiet Vogelkamp (- Stellungnahme der Verwaltung)

Die Stellungnahme der Verwaltung wurde zur Kenntnis genommen.

Der Antrag ist erledigt.

Ö 5

Mitteilungen der Verwaltung

Es liegt nichts vor.

Ö 6

Verschiedenes

  • Auf dem neuen Grundstück für den Nachbarschaftsgarten liegt noch immer Unrat usw.. Das Erdreich ist noch nicht ausgetauscht.

Herr Imhäuser berichtet, dass ohne den Mietvertrag ein weiteres Voranschreiten nicht möglich war. Die Verwaltung hatte vorausschauend nach jemanden gesucht, der den Stadtteilbeirat in der Organisation unterstützen kann.

Außerdem wurde der LIG erneut angeschrieben bzgl. des Zustandes des Grundstücks.

Jetzt geht es darum, alle offenen Fragen zu clustern und im Detail zu klären, damit ein gemeinsames Gesamtkonzept im Stadtteilbeirat entsteht, um den Umzug umzusetzen.

  • Die Straßenlaternen in der Bauernweide, im letzten Stück zur Cuxhavener Straße funktionieren nicht.

Nachtrag: Wurde dem zuständigen Landesbetrieb Verkehrsanlagen Hamburg am 20.02.2025 gemeldet.

Probleme bei der Straßenbeleuchtung können generell auf folgender Website gemeldet werden: https://www.hhva.de/stoerung-melden