22-1677.01

Stellungnahme zum gemeinsamen Antrag SPD - GRÜNE - Linke Harburg betr. 40 Jahre Harburger Mahnmal gegen Faschismus - Erinnerung erneuern, Haltung zeigen

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 08.09.2026 Hauptausschuss Ö 5.12.1

Sachverhalt


Am 10.Oktober2026 jährt sich die Einweihung des Harburger Mahnmals gegen Faschismus zum 40.Mal. Dieses Jubiläum soll gebührend erinnert und gewürdigt werden als Anlass, die Entstehungsgeschichte, die Idee und die fortdauernde Bedeutung des Mahnmals für unsere demokratische Kultur ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Das Mahnmal von EstherShalevGerz und JochenGerz gilt als herausragendes Beispiel partizipativer Erinnerungskultur und symbolisiert die Verantwortung aller Bürger:innen, aktiv Haltung gegen Faschismus, Rassismus und Ausgrenzung zu zeigen. Vier Jahrzehnte nach seiner Errichtung bietet das Jubiläum die Chance, den damaligen Impuls Erinnerung als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe neu zu beleben und weiterzuentwickeln.

Zugleich ist festzustellen, dass das Mahnmal im heutigen Stadtbild häufig übersehen oder in seiner Bedeutung nicht ausreichend wahrgenommen wird. Daher müssen Sichtbarkeit, Pflege und Vermittlung des Mahnmals verbessert werden etwa durch neue Beschilderung, künstlerische oder digitale Formate und verstärkte Bildungsarbeit. Ziel ist es, das Jubiläum nicht nur als Gedenktag, sondern als impulsgebenden Moment zur Stärkung demokratischer Werte und Geschichtsbewusstseins im Bezirk Harburg zu gestalten.

Petitum/Beschluss


Das BezirksamtHarburg wird gebeten,

1. zeitnah einen Runden Tisch mit den kultur und bildungspolitischen Sprecher:innen der Fraktionen sowie Vertreter:innen der Verwaltung einzuberufen, um die konkrete Planung der Jubiläumsaktivitäten im Oktober2026 abstimmen zu können,

2. bis zum runden Tisch zu prüfen, welche Maßnahmen zur besseren Sichtbarkeit, Pflege und Vermittlung des Mahnmals umgesetzt werden können (z.B. ergänzende Beschilderung, gestalterische Aufwertung des Umfelds, digitale Informationsangebote).

3. Die Bezirksversammlung stellt bezirkliche Sondermittel in Höhe von bis zu 10.000,00 Euro für die Durchführung der Jubiläumsaktivitäten bereit.

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

31. August 2026

Das Bezirksamt nimmt zu der Drucksache wie folgt Stellung:

Das Archäologische Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg (AMH) plant eine Ausstellung zur Geschichte des Mahnmals. Die Ausstellung findet im Planet Harburg statt und wird am 10.Oktober 2026 eröffnet. Das Mahnmal wurde vor 40 Jahren eingeweiht. Die Ausstellung soll bis zum 10.11.2027 gezeigt werden. Am 10.11.1993 fand die letzte Absenkung der Stehle als sichtbarer Teil des Mahnmals statt.

Vor der Ausstellungseröffnung ist vom AMH ein Pressetermin unter Beteiligung des Bezirksamtes geplant.

Die von der Bezirksversammlung zur Verfügung gestellten Mittel wird das AMH für ein Vermittlungsformat einsetzen. Hierfür soll eine Historikerin eine Broschüre mit Einleger erstellen, die als Ausdruck und digital zur Verfügung gestellt werden soll. Als Zielgruppe sind insbesondere Schüler*innen und junge Menschen definiert.

Ein Rahmenprogramm zur Ausstellung kann durch das AMH nicht organisiert werden. Die Ausstellung kann jedoch für andere Veranstaltungen und Formate als Anlass genutzt werden. Ebenso wäre das AMH bereit, den Vortragssaal im Planet Harburg für einen Themenabend zur Verfügung zu stellen.

Über die Pläne des AMH hinaus kann das Bezirksamt aufgrund begrenzter Ressourcen keine zusätzlichen Aktivitäten organisieren.

Petitum

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Carstensen

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
08.09.2026
Ö 5.12.1
Lokalisation Beta

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