Eine bedarfsgerechte, und wohnortnahe Hebammenversorgung ist ein sehr wichtiger Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung von Schwangeren, jungen Müttern, Neugeborenen und Familien. Der Hebammenbericht von 2018 zeigte das im Bezirk Harburg nur 8% der Mütter und Familien mit eine Hebamme nach der Geburt betreut werden. Damit hatte Harburg hamburgweit die niedrigste Versorgungsquote. Die Behörde hat deshalb die Mitteln für die Eröffnung eines Hebammenhauses in Harburg sichergestellt. Am 21.05.2026 konnte, nachdem ein geeigneter Träger gefunden wurde, das Hebammenzentrum eröffnet werden.
Damit ist eine wichtige zusätzliche und niedrigschwellige Anlaufstelle für Schwangere und junge Familien geschaffen worden, welche die Hebammenversorgung in Bezirk wesentlich verbessern wird. Im Hebammenhaus können täglich schwangere Frauen, junge Mütter und Familien individuell beraten werden. Es finden Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik Kurse statt. Im Wochenbett werden, so lange es nötig ist, die Familien in deren häuslichen Umgebung betreut. Wie im Ausschuss bereits im Juni 2026 berichtet wurde, ist das Angebot so schnell in Anspruch genommen, dass bereits Wartelisten entstehen.
Aufgrund der derzeit Kapazitäten können jedoch insbesondere Familien aus Neuwiedenthal und Neugraben-Fischbek nicht angenommen werden, da eine Betreuung in den Wochenbett in den häuslichen Umgebung nicht gewährleistet werden kann. Der Bedarf ist bekannterweise in diesen Stadtteilen sehr groß.
Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob das Angebot des Hebammenzentrums in den Süderelbe-Raum ausgeweitet werden kann, beispielsweise in den Räumlichkeiten der „de Stuuv“.
Eine Finanzierung durch die zuständige Fachbehörde sollte dabei geprüft und sichergestellt werden.
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
DER VORSITZENDE
23. Oktober 2026
Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration nimmt zu der Drucksache wie folgt Stellung:
Bei dem Hebammenzentrum Hamburg-Harburg handelt es sich um ein Modellprojekt, das begleitend evaluiert wird. Während der laufenden Modellprojektphase ist eine Ausweitung des Angebots auf weitere Standorte derzeit nicht vorgesehen. Ziel ist es zunächst, die sich noch im Aufbau befindlichen Angebotsstrukturen des Hebammenzentrums Hamburg-Harburg zu erproben, auszuwerten und auf dieser Grundlage Erkenntnisse für mögliche Weiterentwicklungen zu gewinnen.
Im Austausch mit dem Hebammenzentrum Hamburg-Harburg wurde deutlich, dass aktuell keine personellen Kapazitäten für eine Erweiterung des Angebots gesehen werden. Die vorhandenen Ressourcen sind bereits vollständig in die bestehenden Angebote eingebunden. Eine zusätzliche Leistungserbringung an einem weiteren Standort, etwa im Rahmen einer offenen Sprechstunde im Süderelbe-Raum, ist daher derzeit nicht darstellbar.
Darüber hinaus wäre bei einer räumlichen Erweiterung nicht allein die Bereitstellung eines Angebots vor Ort zu berücksichtigen. Vielmehr müssten auch die Organisation und Koordination von Wochenbettbesuchen im häuslichen Umfeld der Familien verbindlich mitgedacht und strukturell abgesichert werden.
Vor dem Hintergrund der noch ausstehenden Evaluationsergebnisse des Modellprojekts und der aktuell nicht gegebenen personellen sowie organisatorischen Voraussetzungen für eine Ausweitung des Angebots wird derzeit von einer Prüfung der Finanzierung einer Dependance im Süderelbe-Raum durch die zuständige Fachbehörde abgesehen.
gez. Böhm f.d.R. Hille
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