21-2057.01

Stellungnahme zum Antrag SPD betr. Ylenia - Zeynep - Antonia - Drei Sturmtiefs hinterlassen Folgen in Harburg

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 20.09.2022 Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz Ö 5

Sachverhalt

Eine Serie heftiger Stürme ist über weite Teile Deutschlands gefegt. Zuletzt sorgte "Antonia" für schwere Sturmböen, nachdem in den vorherigen Tagen bereits durch die Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" reihenweise Bäume umgestürzt und Gebäude beschädigt worden waren. Die Folgen sind auch in Harburg deutlich spürbar gewesen und auch jetzt noch sichtbar. Umgestürzte Bäume versperren noch immer manchen kleineren Fußweg, wie z.B. an der Hundeauslaufwiese Kiesbarg in der Fischbeker Heide. Einsätze der Berufs- und freiwilligen Feuerwehren haben wir zu verdanken, dass ein Großteil der Schäden schnell beseitigt wurden und akute Gefährdungen von Menschenleben kurzfristig abgewendet werden konnteb´n. Allerdings sind auch an Wohn- und Nebengebäuden und sonstigen Wertgegenständen, Sachschäden entstanden.

Nicht zuletzt ist aber auch ein enormer ökologischer Verlust an Grünvolumen entstanden.

· ob und ggf. welche anderen Hindernisse bestehen, Nachpflanzungen umzusetzen;

· bei wie vielen der umgestürzten Bäume bereits eine Fällung vorgesehen war, bspw. aufgrund mangelnder Vitalität, und bei wie vielen Bäumen nicht erkennbar gewesen war, dass sie einem Sturm nicht standhalten würden.

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

1. Juli 2022

Das Bezirksamt Harburg nimmt zu dem Antrag SPD (Drs. 21-2057) wie folgt Stellung:

a) Fragestellung: Welche Schäden sind im Bestand (Baumart, Größe, Schadensart) in den vergangenen Wochen im Baumbestand des Bezirks Harburg durch die Sturmtiefs entstanden? Dabei ist sowohl über Straßenbäume als auch über Bäume in Grünanlagen, Spielplätzen etc. zu berichten.

Zu Grünanlagenbäumen: In den beigefügten Excel-Tabellen sind die angefragten Daten aus der Abteilung Stadtgrün hinterlegt worden.

Grünanlagen Süderelbe + Harburg: 124 umgestürzte / entwurzelte Bäume

Zu Straßenbäumen: In den beigefügten Excel-Tabellen sind die angefragten Daten aus der Abteilung Stadtgrün hinterlegt worden.

Straßenbäume Süderlebe + Harburg: 43 umgestürzte / entwurzelte Bäume

Forst:

Das vollständige Ausmaß der Sturmschäden im Wald lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend ermitteln. Die Schätzungen für die Reviere Eißendorf und Hausbruch belaufen sich auf einen zusätzlichen Holzanfall in Höhe von insgesamt 6.000 bis 8.000 Fm (m³) Holz. Dies entspricht ca. der Menge einer planmäßigen, nachhaltigen Jahresentnahme, welche durch Nachwuchs kompensiert wird.

Die Sturmschäden verteilen sich über die gesamte Waldfläche Harburgs. Dabei handelt es sich überwiegend um Einzelwürfe oder –brüche von Nadelbäumen. Nur vereinzelt kam es zu größeren Löchern und Lücken in den Waldbeständen, die weitere waldbauliche Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden erfordern. 60 % der umgestürzten Bäume dürften auf die Baumart Fichte entfallen. Der Rest verteilt sich auf weitere Nadelbaumarten, wie Kiefern oder Douglasien. Laubbäume sowie Lärchen sind nur in geringem Umfang von den Sturmschäden betroffen, da sie zum Zeitpunkt des Sturms noch nicht belaubt waren. Die Aufarbeitung der Sturmschäden läuft zurzeit noch.

Die Infrastruktur ist mit Ausnahme einiger untergeordneter Wander- und Reitwege weitestgehend wiederhergestellt. Bis Ende Juni werden voraussichtlich 2/3 der Schäden im Wald beseitigt sein. Dabei gilt das Augenmerk vorrangig der Aufarbeitung von Fichten, um Folgeschäden durch Borkenkäferbefall zu minimieren. Die vollständige Bewältigung aller Sturmschäden wird hingegen noch bis zum Ende des Jahres in Anspruch nehmen.

b) Fragestellung: In welchem Umfang werden Ersatzpflanzungen vorgenommen?

Zu Grünanlagenbäumen: In welchem Umfang ein Ausgleich in den Grünanlagen erfolgen wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Diese Entscheidungen werden im laufenden Jahr getroffen und hängen vom jeweiligen potentiellen Standort (vorhandene Naturverjüngung und gewollte Habitatbildung) und den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln ab.

Zu Straßenbäumen: Nach Inaugenscheinnahme der Standorte kann gesagt werden, dass einige Nachpflanzungen möglich sind und vorgenommen werden.

Im Forst: Im Revier Eißendorf sind auf 4,3 ha und im Revier Hausbruch auf 2,0 ha Ersatzpflanzungen in Folge der Stürme vorgesehen.

c) Fragestellung: Welche finanziellen Mittel sind erforderlich? In welcher Höhe sind Mittel im Bezirkshaushalt vorhanden bzw. welche weiteren Unterstützungen ggf. seitens der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft können aus zusätzlichen Mitteln zur Verfügung gestellt werden?

Zu Grünanlagenbäumen: Diese Fragestellung kann erst im laufenden Jahr und nach Abschluss der unter b) genannten Faktoren qualifiziert beantwortet werden.

Für die Nachpflanzung von Straßenbäumen einschl. der Fertigstellung –und Entwicklungspflege von mind. drei Jahren stehen dem Bezirk nach erster Einschätzung ausreichend Mittel zur Verfügung.

Allgemein: Sturmschäden größeren Ausmaßes wurden in der Vergangenheit durch die BUKEA übernommen. Eine Abfrage ist bereits erfolgt und Anträge dazu sind von der Abteilung Stadtgrün gestellt worden. Die Genehmigung steht noch aus.

Forst: Die zur Anlage und Unterhaltung der Kulturen erforderlichen Haushaltsmittel wurden bei der BUKEA beantragt. Die Zuweisung der Sondermittel wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

d) Fragestellung: Ob und ggf. welche anderen Hindernisse bestehen, Nachpflanzungen umzusetzen.

Zu Grünanlagenbäumen: siehe a)

Zu Straßenbäumen: Nachpflanzungen im Straßenraum sind sinnvoll, wenn die Örtlichkeit eine optimale Herstellung der neuen Baumpflanzgrube anbietet und die nebenstehenden Bäume keine Einschränkungen in der Entwicklung des jungen Baumes darstellen.

Forst: Die Pflanzungen sind für den Herbst 2022 vorgesehen, sofern geeignetes Pflanzmaterial in den Baumschulen verfügbar ist, was angesichts der bundesweiten Schäden fraglich sein könnte.

e) Fragestellung: Bei wie vielen der umgestürzten Bäume war bereits eine Fällung vorgesehen, bspw. aufgrund mangelnder Vitalität? Und bei wie vielen Bäumen war nicht erkennbar, dass sie einem Sturm nicht standhalten würden.

Zu Grünanlagenbäumen: 1 Baum im KGV Francoper Straße stand bereits auf der Fällliste, alle anderen Bäume waren aufgrund der Kontrollen als vital eingestuft.

Zu Straßenbäumen: 4 Straßenbäume waren bereits auf der Fällliste, alle anderen Straßenbäume waren aufgrund der Kontrollen als vital eingestuft.

Fredenhagen

Petitum/Beschluss

Die Verwaltung wird gebeten für den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz einen schriftlichen Bericht zu erstellen. Der Bericht soll darauf eingehen:

· welche Schäden im Bestand (Baumart, Größe, Schadensart) in den vergangenen Wochen im Baumbestand des Bezirks Harburg durch die Sturmtiefs entstanden sind, dabei ist sowohl über Straßenbäume als auch über Bäume in Grünanlagen, Spielplätzen etc. zu berichten;

· in welchem Umfang dafür Ersatzpflanzungen vorgenommen werden;

· welche finanziellen Mittel dafür erforderlich sind, ob und in welcher Höhe dafür Mittel im Bezirkshaushalt vorhanden sind bzw. welche weiteren Unterstützungen ggf. seitens der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft aus zusätzlichen Mitteln zur Verfügung gestellt werden können;

Bera­tungs­reihen­folge
Lokalisation Beta
Fischbeker Heide Francoper Straße Kiesbarg

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.

Themen Beta

Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.