22-0543.01

Stellungnahme zum Antrag der GRÜNE-Fraktion betr. Harburg auf dem Weg zur klimaneutralen Wirtschaft voranbringen

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 10.11.2026 Ausschuss für Haushalt, Wirtschaft und Wissenschaft Ö 2.1

Sachverhalt

Hamburg hat sich das Ziel gesetzt bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Mit dem Hamburger Klimaplan, dem Hamburger Klimaschutzstärkungsgesetz und dem Integrierten Harburger Klimaschutzkonzept wurden bereits zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um dieses Ziel zu erreichen. Teil des Harburger Klimaschutzkonzeptes war eine CO2-Bilanz für das Jahr 2018, welche eine vergleichsweise hohe Pro-Kopf-Emission im Bezirk aufwies. Dies ist vor allem auf den großen Anteil an Industrie- und Gewerbebetriebe im Bezirk zurückzuführen. „Insgesamt generiert der Sektor Gewerbe und Industrie etwa zwei Drittel der CO2-Emissionen […]“ (Harburger Klimaschutzkonzept, S.5). Dies zeigt die Dringlichkeit auch im Bezirk den Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft weiter zu ebnen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie etwa die Förderung neuer Technologien, die einen hohen Nutzen für die Klimaneutralität bieten, aber zurzeit noch nicht wirtschaftlich eingebaut oder betrieben werden können. Hierzu gehört auch die Förderung von Start-Ups, die sich im Bereich Ökologie und für soziale Ziele einsetzen. Hamburg hat dafür 2023 eine Social-Entrepreneurship-Strategie mit zahlreichen Maßnahmen beschlossen. Demnach ist das Ziel von „Social Entrepreneurship“, also sozialorientierten Unternehmen, Lösungen für soziale und ökologische Probleme zu entwickeln. Somit tragen die Unternehmen außerdem aktiv zum Erreichen der UN Sustainable Development Goals bei. Im Zuge der Strategie wurde außerdem die Hamburg Allianz für Social Entrepreneurship gegründet, welche Veranstaltungen mit Gründungsthemen, sowie umfassende Beratung anbietet und für sektorübergreifende Vernetzung unter anderem mit Wirtschaft und Verwaltung sorgen soll.

Petitum/Beschluss

Das vorsitzende Mitglied der Bezirksversammlung Harburg wird gebeten, Vertreter:innen

der Hamburger Allianz für Social Entrepreneurship in den Ausschuss für Haushalt, Wirtschaft und Wissenschaft einzuladen, um Unterstützungsmöglichkeiten für soziale Unternehmerinnen und Unternehmer im Bezirk Harburg zu erörtern. Vertreter:innen des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz sollen hinzugeladen werden.

Die Bezirksverwaltung wird dazu aufgefordert den Ausschuss außerdem über bereits bestehende Maßnahmen und Kenntnisse über die Ansiedlung, sowie mögliche Hürden zur Ansiedlung von sozialen Unternehmen im Bezirk zu informieren, sowie über weitere Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung, die zu einer klimaneutralen Wirtschaft beitragen, berichten.

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

15.05.2026

Das Bezirksamt nimmt zu dem Antrag wie folgt Stellung:

• Mögliche Definition von sozialen Unternehmen

Soziale Unternehmen (Social Enterprises) sind Organisationen, deren Hauptziel die Lösung gesellschaftlicher oder sozialer Herausforderungen ist. Sie verfolgen innovative Ansätze, um soziale, gesellschaftliche oder ökologische Probleme zu adressieren. Gewinne werden in der Regel reinvestiert, um die sozialen Ziele weiter zu verfolgen. In Hamburg wurde mit der Social-Entrepreneurship-Strategie 2023 ein Rahmen geschaffen, um diese Unternehmensform zu fördern und zu vernetzen.

• Rahmenbedingungen der bezirklichen Wirtschaftsförderung

Die bezirkliche Wirtschaftsförderung in Hamburg ist dezentral organisiert und unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung im jeweiligen Bezirk. Zu den Aufgaben gehören die Beratung und Unterstützung von Unternehmen bei Ansiedlung, Erweiterung und Bestandssicherung, die Vermittlung von Gewerbeflächen, die Förderung von Netzwerken sowie die Unterstützung bei Genehmigungsverfahren. Ein eigenes Budget für finanzielle Fördermaßnahmen steht der bezirklichen Wirtschaftsförderung nicht zur Verfügung

• Hamburger Klimaschutzplan

Die im Harburger Klimaschutzkonzept identifizierten Handlungsfelder, insbesondere die Reduktion der CO2-Emissionen im Sektor Gewerbe und Industrie, sind zentrale Bausteine zur Erreichung der Hamburger Klimaziele. Das Hamburgische Klimaschutzgesetz sowie der Hamburger Zukunftsentscheid verpflichten, aktiv zur Erreichung der Klimaneutralität bis spätestens 2040 beizutragen. Die Förderung innovativer, sozialökologischer Unternehmens-gründungen und die Unterstützung von Social Entrepreneurship sind wichtige Hebel, um die im Klimaplan verankerten Ziele.

Carstensen

f.d.R. Haase.

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