Antwort auf Kleine Anfrage der fraktionslosen Abgeordneten Dennis Wacker (SPD), Mehmet Kizil (SPD), Benizar Gündogdu (SPD), Arne Thomsen (SPD), Markus Sass (SPD) betr. Sportinfrastruktur in Neuenfelde - Sachstand zur Nutzung des Grandplatzes am Arp-Schnitger-Stieg
Die Sportanlage am Arp-Schnitger-Stieg in Neuenfelde stellt derzeit die einzige größere Spielfläche im Stadtteil dar. Dabei handelt es sich um einen Grandplatz, dessen Zustand und Nutzbarkeit zunehmend kritisiert werden. In Gesprächen mit Bürger:innen, Schulen und Sportvereinen wird immer wieder der Wunsch nach einer zeitgemäßen und wetterunabhängigen Sportfläche, z. B. in Form eines Kunstrasenplatzes, geäußert.
Unklar ist bislang, ob die Fläche grundsätzlich für eine Umwandlung geeignet wäre und ob hierzu bereits verwaltungsseitige Prüfungen erfolgt sind oder alternative Überlegungen angestellt wurden.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bezirksamtsleitung:
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
Bezirksamt Harburg
27. Juni 2025
Das Bezirksamt Harburg nimmt zu der Kleinen Anfrage der fraktionslosen Abgeordneten Dennis Wacker, Mehmet Kizil, Benizar Gündogdu, Arne Thomsen und Markus Sass,
Drs. 22-0777, wie folgt Stellung:
Die Sportanlage Arp-Schnitger-Stieg wurde im März 2021 durch das Gutachterbüro LABOR LEHMACHER | SCHEIDER hinsichtlich ihrer baulichen Substanz und sportlichen Nutzbarkeit überprüft. Das Gutachten stellte gravierende Mängel in mehreren bautechnisch relevanten Schichten fest: Die Tragschicht, die dynamische Schicht sowie die Tennendeckschicht wiesen jeweils eine unzureichende Schichtdicke auf.
Zudem wurde die Wasserdurchlässigkeit des Platzes als unzureichend bewertet, was die Bespielbarkeit insbesondere bei Niederschlagsereignissen deutlich beeinträchtigt.
Das Gutachten empfahl zwei Handlungsoptionen:
Letztere Variante wurde als wirtschaftlich vertretbare Übergangslösung beauftragt und Mitte des Jahres 2021 umgesetzt. Die sportliche Nutzbarkeit konnte dadurch verbessert werden, bleibt jedoch angesichts der strukturellen Defizite im Unterbau weiterhin eingeschränkt. Eine nachhaltige Lösung bedarf perspektivisch einer umfassenden Sanierung.
Die Umwandlung des Großspielfeldes mit Grandbelag in ein Großspielfeld mit Kunstrasenbelag ist auf der vorhandenen Fläche nicht möglich.
Eine Umwandlung des bestehenden Grandplatzes in ein normgerechtes Kunstrasen-Großspielfeld ist aufgrund der begrenzten Flächenverhältnisse nicht realisierbar. Die verfügbare Grundstücksfläche reicht nicht aus, um ein den geltenden DIN-Vorgaben entsprechendes Großspielfeld mit den erforderlichen Sicherheits- und Bewegungszonen zu errichten.
Eine flächenmäßige Erweiterung über angrenzende Grundstücke ist ebenfalls nicht möglich, da entsprechende Flächenpotenziale aufgrund bestehender Nutzungen und Eigentumsverhältnisse nicht zur Verfügung stehen.
Im derzeitigen Zuschnitt wäre ausschließlich die Errichtung eines Kunstrasen-Kleinspielfeldes umsetzbar. Dieses könnte für den Spielbetrieb der D-Jugend sowie für ältere Jahrgänge im 7er-Modus genutzt werden, erfüllt jedoch nicht die Anforderungen des regulären Ligabetriebs im Erwachsenenbereich.
Ein wesentlicher Flächenkonflikt resultiert aus dem vor rund 20 Jahren erfolgten Verkauf einer angrenzenden Fläche an den Reit- und Fahrverein Neuenfelde e. V. Durch diese Veräußerung wurde dem Bezirk dauerhaft die städtebauliche Option genommen, den vorhandenen Grandplatz in ein normgerechtes Großspielfeld mit Kunstrasenbelag umzuwandeln.
Vor dem Flächenverkauf bestand die Möglichkeit, im Rahmen einer umfassenden Umgestaltung ein Kunstrasengroßspielfeld zu errichten, dass aufgrund der beengten Grundstücksverhältnisse um 90° gedreht hätte angeordnet werden müssen. Diese planerische Option ist seither entfallen. Damit besteht im gegenwärtigen Zuschnitt keine ausreichende Fläche zur normkonformen Umsetzung eines Kunstrasenplatzes in Großspielfeldgröße. Dies stellt ein strukturelles Hemmnis für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Sportanlage dar.
Derzeit bestehen innerhalb der Verwaltung keine konkreten Überlegungen oder laufenden Prüfprozesse zur Entwicklung einer alternativen Fläche für eine neue oder erweiterte Sportanlage im Stadtteil Neuenfelde. Begründet wird dies unter anderem damit, dass der örtlich verankerte Verein Este 06/70 – als einziger größerer Sportverein im Quartier – zusätzlich auf den Schulsportplatz in Cranz zurückgreifen kann.
Dieser Platz wurde im Zuge der jüngeren Maßnahmen durch die GMH | Gebäudemanagement Hamburg als zuständiger Schulbauträger baulich deutlich aufgewertet. Obgleich diese Anlage nicht über eine Flutlichtinfrastruktur verfügt und somit zeitlich eingeschränkte Nutzungs-möglichkeiten aufweist, wird sie derzeit als ausreichende Ergänzung zur bestehenden Sportinfrastruktur in Neuenfelde eingeschätzt.
Ein akuter Handlungsbedarf zur Flächenentwicklung wird aus Verwaltungssicht daher gegenwärtig nicht gesehen.
Nein.
Aktuell sind seitens der Verwaltung keine kurz- oder mittelfristigen Maßnahmen zur gezielten Verbesserung der Sport- und Bewegungsinfrastruktur im Stadtteil Neuenfelde in Planung.
Die vorhandenen Einrichtungen werden im Rahmen der regulären Unterhaltung gesichert, darüberhinausgehende Entwicklungsvorhaben oder investive Maßnahmen sind gegenwärtig nicht vorgesehen.
Die Verwaltung beobachtet jedoch die Bedarfsentwicklung im Stadtteil fortlaufend und wird diese gegebenenfalls bei veränderten Rahmenbedingungen oder konkretem Handlungsdruck neu bewerten.
i.V. Queckenstedt
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.
Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.