Antwort auf Anfrage gem. §27 BezVG betr. Situation der Stadtteilschule in den Reethen
Letzte Beratung: 08.04.2025 Hauptausschuss Ö 5.6
Die Stadtteilschule in den Reethen wurde im Sommer 2024 am temporären Standort der ehemaligen katholischen Schule in Neugraben eröffnet. Auf dem neuen Schulcampus befinden sich zudem das neue Gymnasium Neugraben und der neue Standort Scheideholzweg der Grundschule Schnuckendrift. In den kommenden Jahren wachsen alle drei Schulen stetig auf. Die Stadtteilschule in den Reethen sollte ab 2027 in das neue Quartier Fischbeker Reethen ziehen. Da sich die Planung für das Baugebiet jedoch verzögert, kann die Schule voraussichtlich erst 2029 umziehen. Der Platz auf dem aktuellen Schulcampus wird für die drei dann deutlich aufgewachsenen Schulen kaum mehr ausreichen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Behörde für Schule und Berufsbildung:
1. Was heißt das Platzproblem für alle drei Schulen am Standort?
2. Wie kann das Platzproblem aus Sicht der Behörde gelöst werden?
3. Werden Interimslösungen oder Interimsstandorte geprüft? Wenn ja, welche?
4. Wie ist die Zeitplanung?
5. Gab es einen Plan für den Fall einer Planungs- oder Bauverzögerung? Wenn ja, welchen? Wenn nein, warum nicht?
6. Ist es möglich und geplant, die Bauzeit durch weitere Finanzmittel zu beschleunigen, um die Situation schnellstmöglich zu entlasten?
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
Der Vorsitzende
5. März 2025
Die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) beantwortet die o.g. Anfrage wie folgt:
Um eine bedarfsgerechte Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit Schulplätzen zu gewährleisten, sind im Schulentwicklungsplan 2019 (SEPL) neben den Erweiterungen bestehender Schulen auch Neugründungen von Schulen in der Region 22 vorgesehen. Dabei ist die Realisierung von neuen Schulstandorten abhängig von der Standortfindung und einer zeit- sowie bedarfsgerechten Entwicklung der Standorte. Die neue Grundschule Alte Weiden sowie das neu gegründete Gymnasium Neugraben konnten durch Nachnutzung des ehemaligen katholischen Schulstandortes bereits an ihrem zukünftigen Schulstandort bedarfsgerecht gegründet werden. Die Realisierung des Schulstandortes der STS In den Reethen ist dagegen abhängig von der Gebietsentwicklung des Neubaugebietes Fischbeker Reethen, die mehrfachen Verzögerungen – zuletzt mit Bekanntgabe gegen Ende 2024 – unterliegt, so dass sich die zunächst angegebene Fertigstellung 2027 mittlerweile auf frühestens 2029 verschoben hat. Zur Sicherung der Versorgung wurde die STS In den Reethen daher ebenfalls in 2024 gegründet. Zum Zeitpunkt der Planungen für die Neugründung wurde noch von einer Fertigstellung des zukünftigen Standortes in 2027 ausgegangen. Vor diesem Hintergrund konnte die Stadtteilschule In den Reethen zunächst ebenfalls auf dem Gelände der ehem. Katholischen Schule zusammen mit den beiden anderen Schulen untergebracht werden. Mit dem Aufwachsen der drei Schulen und den sukzessiven Neubautätigkeiten sowie der Sanierung der ehem. Dorfschule Fischbek am Standort wurde die Interimslösung entsprechend bis 2027 vorgesehen. Eine Notfalllösung für den Fall einer geringen verzögerten Fertigstellung des zukünftigen Standortes wurde mit Freihalten des Standortes der ehem. Frida-Stoppenbrink-Schule vorsichtshalber vorgesehen.
Mit fortschreitender Konkretisierung der Planungen und der Bauzeitenpläne hat sich herausgestellt, dass die Stadtteilschule In den Reethen nur bis zum Schuljahr 2026/27 am Standort der ehem. Katholischen Schule bleiben kann. Gleichzeitig bedeuten die mehrfachen Verzögerungen im Bebauungsplanverfahren für das Gebiet Fischbeker Reethen, dass der Schulstandort erst frühestens 2029 fertiggestellt werden kann. Insoweit bedarf es einer Interimslösung, die nicht nur geringfügige Verzögerungen bei der Baufertigstellung aufffängt, sondern die aufwachsende Schule für mindestens 4-5 weitere Jahre aufnehmen kann. Seit Bekanntwerden der neuen Rahmenbedingungen sucht die BSB mit Unterstützung des Bezirksamtes Harburg mit Hochdruck nach einem temporären Schulstandort für die STS In den Reethen. Der vormals als Notfalllösung für geringfügige Bauverzögerungen angedachte Schulstandort der ehem. Frida-Stoppenbrink-Schule entfällt, weil er für eine so lange Zeitspanne zu klein ist. Außerdem wird ein Standort gesucht, der möglichst nah an dem zukünftigen Schulstandort gelegen ist. Mit Unterstützung des Bezirksamtes Harburg wurden Flächenvorschläge im westlichen Bereich des Neubaugebietes Vogelkamp identifiziert. Diese befinden sich aktuell in der Abstimmung. Die Planung ist noch nicht abgeschlossen.
Dies vorausgeschickt beantwortet die BSB die Fragen wie folgt:
Zu 1 bis 4:
Die drei Schulen sind für das laufende und das kommende Schuljahr 2025/26 auskömmlich versorgt. Da die drei Schulen aufwachsen und gleichzeitig Neubau- sowie Sanierungsmaßnahmen stattfinden, wird für das Schuljahr 2026/27 nach einem Interimsstandort für die STS In den Reethen gesucht.
Mit Unterstützung des Bezirksamtes Harburg wurden geeignete Interimsstandorte identifiziert, die aktuell mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmt werden.
Die Zeitplanung sieht vor, dass der Interimsstandort bis Schuljahresbeginn 2026/27 fertiggestellt wird. Im Übrigen siehe Vorbemerkung.
welchen? Wenn nein, warum nicht?
Zu 5:
Ja. Bereits zu Beginn der Planungen für die neu gegründeten Schulen wurde eine Notfalllösung für den Fall von (geringen) Bauverzögerungen vorgesehen. Die inzwischen großen Verzögerungen im Bebauungsplanverfahren Fischbeker Reethen waren nicht absehbar, so dass es nun einer Anpassung der Planung für eine längere Interimslösung bedarf. Im Übrigen siehe Vorbemerkung.
um die Situation schnellstmöglich zu entlasten?
Zu 6:
Die baulichen Möglichkeiten, um die Bauzeit zu beschleunigen, werden ausgeschöpft. Der Terminplan ist unter anderem abhängig vom Abschluss des laufenden Bebauungsplanverfahrens.
gez. Böhm
f.d.R.
Leptien
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