Antwort auf Anfrage FDP Fraktion Bewirtschaftung von Grünflächen und Spielplätzen unter veränderten Rahmenbedingungen
Letzte Beratung: 16.06.2026 Hauptausschuss Ö 4.17
Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels mit zunehmenden Hitze- und Trockenperioden sowie gleichzeitig steigender Kosten für Pflege, Personal und Materialien bei begrenzten bzw. nicht entsprechend wachsenden Haushaltsmitteln sehen wir erheblichen Klärungsbedarf hinsichtlich der nachhaltigen Sicherstellung dieser öffentlichen Infrastruktur.
Insbesondere stellt sich aus unserer Sicht die Frage, wie der Bezirk künftig mit Zielkonflikten zwischen Qualität, Umfang und Finanzierbarkeit der Grünflächenpflege umgehen will.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
Wir bitten um eine zeitnahe und differenzierte Beantwortung dieser Anfrage.
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
Bezirksamt Harburg
9. Juni 2026
Das Bezirksamt Harburg nimmt zu der Großen Anfrage der FDP-Fraktion,
Drs. 22-1769, wie folgt Stellung:
Die Abteilung Stadtgrün kann hierzu keine verlässliche Aussage treffen. Die von der BUKEA dem Bezirksamt zur Verfügung gestellten Mittel werden zur Gänze ausgegeben.
Vergl. Tabelle zu Frage 2.
Durch die Erwärmung steigen die Kosten zur Unterhaltung der Grünanlagen. Der Bewässerungsbedarf der neugepflanzten Bäume und der Staudenpflanzungen steigt zum Beispiel. Dadurch erhöhen sich, je nach Witterungsverlauf, die Kosten für die Pflege. Bei Neuplanungen wird auf die Situation, z. B. in der Pflanzenauswahl, eingegangen. Es werden nur Pflanzen verwendet, die standortgerecht und trockenheitsverträglich sind.
Die Harburger Grünanlagen sind insgesamt in einem guten Zustand.
Durch die Einführung eines Erhaltungsmanagements (EMG) im nächsten Jahr, sollen für die gesamte FHH einheitliche Qualitätsstandards werden. Ziel des EMG ist es, die Qualität der Grünanlagen und Kinderspielplätze zu erhalten bzw. zu verbessern. Dazu sollen durch bezirksübergreifend vergleichbare Daten über den Zustand der jeweiligen Grünanlage bzw. des jeweiligen Spielplatzes ermittelt und daraus Berechnungen zur Höhe der benötigten Haushaltsmittel angestellt werden. Um einen potenziellen Instandhaltungsstau entgegenzuwirken, sollen diese Unterhaltungsgelder in Zukunft noch effizienter und zielgerichteter eingesetzt werden.
Siehe Antwort zu Frage 4
Die Umwandlung von regelmäßig gemähten Rasenflächen zu einer zweischürigen Wiesenflächen führt nicht zu einen Kostenreduzierung, da die Aufwendung für eine Wiesenflächen mit Abtrag und Entsorgung des Grasschnittes höher ist als der regelmäßige Rasenschnitt: 1,76 € m² für Wiesenschnitt und 0,74 € m² für Rasen.
Bei der kostenreduzierenden zweimalig gemähten Langgrasflächen wird das Schnittgut gehäckselt und verbleibt auf den Flächen. Dies ist ökologisch weniger sinnvoll und wird hauptsächlich in Randbereichen eingesetzt.
Langgrasflächen befinden sich in den Randbereichen der Grünanlagen, auf denen der Nutzungsdruck gering und ein Wiesenumbau ökologisch nicht sinnvoll ist. Die Umwandlung von Langgrasflächen in Wiesenflächen ist abhängig von der Lage, Größe und dem Vernetzungspotential.
Die Umwandlung von intensiv gemähten Rasenflächen in Langgraswiesen und den ökologisch wertvolleren zweischürigen Wiesenflächen hat bereits großflächig stattgefunden. Rasenflächen in Grünanlagen mit hohem Nutzungsdruck und auf Kinderspielplätze blieben für Spiel und Lagern erhalten.
Die Umwandlung von Langgrasflächen in Wiesenflächen erhöhen die Biodiversität und schaffen einen Lebensraum für Insekten und andere Kleinstlebewesen - ohne spürbare Auswirkungen auf die Nutzung. Das Naturerleben der Bürgerinnen und Bürger wird verstärkt. Eine blühende Wiesenlandschaft kann den ästhetischen Wert einer Grünanlage massiv verstärken.
Festzuhalten bleibt: Wiesenflächen anzulegen ist kein Rückbau, sondern eine kostenintensive ökologische Aufwertung der Grünanlagen.
Siehe Antwort zu Frage 4
Die Verkehrssicherheit auf Kinderspielplätzen wird kontinuierlich überprüft und ist durchgehend gewährleistet. Instandhaltungsmaßnahmen werden ebenso kontinuierlich durchgeführt. Die Sicherheit auf den Kinderspielplätzen hat in der Verwendung der zur Verfügung gestellten Ressourcen die oberste Priorität.
Bei Neuplanungen der Spielplätze werden die Anforderungen durch den Klimawandel, wie z.B. durch die Auswahl der Materialien, berücksichtigt.
Bei Neuplanungen wird darauf geachtet, dass vermehrt schattenspendende Bäume gepflanzt werden.
Siehe Antworten zu den Fragen 1 und 2.
Grundsätzlich ja.
Siehe Antwort zu 4.
Strategische Ansätze für die Unterhaltung erfolgen überwiegend Hamburg-weit. Die daraus resultierenden Möglichkeiten hat das Bezirksamt Harburg bereits ausgeschöpft.
Carstensen
Keine Orte erkannt.
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.
Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.