22-0025.01

Antwort auf Anfrage CDU betr. Wolfssichtung Fischbeker Heide

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Letzte Beratung: 10.09.2024 Hauptausschuss Ö 3.40

Sachverhalt

Die Fischbeker Heide ist als Naturschutz- und Naherholungsgebiet bekannt. Im angrenzenden niedersächsischen Eversen kam es vor ca. 3 Monaten innerorts zu einer Wolfsbegegnung.

Vor diesem Hintergrund wird die BUKEA um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

1. Gab bzw. gibt es im Hamburger Gebiet der Fischbeker Heide Wolfssichtungen?

2. Wenn ja, waren es Einzeltier- oder Rudelsichtungen?

3. Sollten Wolfssichtungen bekannt sein, werden Schutz- bzw. Verhaltensmaßnahmen getroffen (z. B. durch Hinweisschilder)?
Wenn ja, welche?
Wenn nein, warum nicht?

4. Werden direkte Anwohnerinnen und Anwohner der Fischbeker Heide über eventuelle Wolfssichtungen informiert?
Wenn ja, wie?
Wenn nein, warum nicht?

Hamburg, den 05.08.2024

















BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende

22. August 2024


Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) beantwortet die o.g.
Anfrage wie folgt:

1. Gab bzw. gibt es im Hamburger Gebiet der Fischbeker Heide Wolfssichtungen?

2. Wenn ja, waren es Einzeltier- oder Rudelsichtungen?

Auf Hamburger Gebiet der Fischbeker Heide ist bisher nur ein bestätigter Nachweis eines Wolfes erbracht worden. Im Februar 2024 konnte in Form von Losung, die im Nachgang im Labor des Senckenberg Instituts genetisch untersucht wurde, ein eindeutiger Wolfsnachweis gemeldet werden (C1 – gemäß den standardisierten SCALP-Kriterien).

Dieses nachgewiesene Einzeltier konnte aufgrund der Probenqualität und einer möglichen Fuchskontamination nicht sicher individualisiert werden.

3. Sollten Wolfssichtungen bekannt sein, werden Schutz- bzw. Verhaltensmaßnahmen getroffen (z. B. durch Hinweisschilder)?
Wenn ja, welche?
Wenn nein, warum nicht?

4. Werden direkte Anwohnerinnen und Anwohner der Fischbeker Heide über eventuelle Wolfssichtungen informiert?
Wenn ja, wie?

Wenn nein, warum nicht?

Es besteht nach fachlicher Einschätzung kein Bedarf, besondere Schutz- oder Verhaltensmaßnahmen für Menschen zu ergreifen. Der Mensch fällt nicht in das natürliche Beutesprektrum des Wolfes. Darüber hinaus sind Wolfssichtungen in Hamburg extrem selten. Seit dem ersten bestätigten Nachweis in 2013 auf Hamburger Stadtgebiet wurden nur wenige, ausschließlich durchziehende Wölfe nachgewiesen. Im Übrigen siehe Antwort zu 1. und 2.


Die Hamburger Wolfsbetreuerinnen und Wolfsbetreuer stehen bei Anfragen, Beratungsbedarf, Begegnungen mit dem Wolf oder Schadensfällen telefonisch oder per mail zur Verfügung. Die Kontaktdaten sind auf der Homepage der BUKEA unter folgendem Link abrufbar: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/naturschutz/artenschutz/woelfe-171542.

Daneben sind die Rangerinnen und Ranger, die in der Fischbeker Heide und den anderen Hamburger Naturschutzgebieten unterwegs sind, sowie der zuständige Naturschutzwart, bei Fragen – auch zum Wolf – im Gebiet ansprechbar. Eine weitergehende Information der Anwohnenenden ist daher aus der Sicht der BUKEA nicht notwendig.


Die Beweidung findet im Naturschutzgebiet Fischbeker Heide im Hütebetrieb statt. Die hütende Person zieht morgens mit den Tieren und den Hütehunden in das Gebiet und verlässt dieses zum Nachmittag bzw. Abend nach Abschluss der Beweidung wieder. Die Tiere verbringen die Nächte regelhaft im verschlossenen Schafstall und sind dadurch gegen etwaige Wolfsübergriffe geschützt.




Darüber hinaus ist Anfang des Jahres 2024 die „Richtlinie der Freien und Hansestadt Hamburg über die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen zum Schutz vor Schäden durch den Wolf“ in Kraft getreten, die eine Förderung von Herdenschutzmaßnahmen ermöglicht.

gez. Böhm

f.d.R.

Leptien

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Fischbeker Heide

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.

Themen Beta

Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.