Protokoll
Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 06.05.2026

Ö 1

Bestätigung der Tagesordnung

Die Vorsitzende eröffnet die Sitzung und bedankt sich beim Bauspielplatz Rübezahl für die Möglichkeit des Ortstermins.

 

Die Tagesordnung wird ohne Änderung bestätigt.

 

Ö 2

Personalien

Ö 3

Feststellung der Befangenheit von Ausschussmitgliedern gem. § 6, Abs. 5 BezVG

Es liegen keine Befangenheiten vor.

 

Ö 4

Öffentliche Bürgerfragestunde

Es liegen keine Bürgerfragen vor.

 

Ö 5

Genehmigung der Niederschrift 15.04.2026

Die Niederschrift vom 15.04.2026 wird einstimmig, bei einer Enthaltung aus den Reihen der Freien Träger genehmigt.

 

 

Ö 6

Tagesordnungspunkte: Gäste-, Referenten- und Bürgerbeteiligung

Ö 6.1

Beteiligungsprojekt Hartplatz Essener Straße Str. – Vorstellung der Umsetzungsidee

N/JA3-KJ2-L weist darauf hin, dass das Beteiligungsprojekt aus einer Initiative von Jugendlichen hervorgegangen sei, die ihren Wunsch nach Umwandlung des Grandplatz Essener Straße in einen Hartplatz wirksam gegenüber verantwortlichen Stellen zum Ausdruck gebracht hätten. Er hoffe, dass diese Jugendlichen bis zur Umsetzung des Projektes davon noch profitieren könnten.

Herr Fehligstellt das Beteiligungsprojekt Hartplatz Essener mittels einer Präsentation vor. Die Aufgabe habe darin bestanden, den vorhandenen Grand-Sportplatz zu erneuern und die übrige Fläche des Geländes sinnvoll nutzbar zu machen. Im Mittelpunkt habe die Organisation und die Begleitung des Beteiligungsverfahrens mit den vor Ort ansässigen Jugendlichen gestanden. Er beschreibt zunächst den Ist-Zustand des seit den 90iger Jahren existierenden Grandplatzes (S. 2-5). Nicht nur die Oberflächenqualität des Bolzplatzes, sondern auch das Baumwachstum habe zu Einschränkungen der Bespielbarkeit des Grandplatzes geführt. Mit der Neugestaltung des Sportplatzes und den Einschränkungen durch den Baumbewuchs, sei die Überlegung entstanden, den Sportplatz zu verschieben. Damit gehe zwar die Fällung zweier Bäume einher, jedoch gewinne man einen deutlichen Abstand zum restlichen Baumbestand. Der Jugendclub Essener Straße grenze unmittelbar an das Gelände. Hauptkritikpunkt von Grand-Sportplätzen sei es, dass die Fläche bei bestimmten Wetterlagen nicht gut nutzbar sei und der Belag zu Schürfverletzungen führen könne.

Unter Berücksichtigung der baurechtlichen Vorgaben, sei bei der Planung auch die übrige Fläche des Grundstücks miteinbezogen und die Möglichkeit der Aufstellung von Spielgeräten geprüft worden. Während des Beteiligungsworkshops habe sich herausgestellt, dass sich die Kinder und Jugendlichen auch Außensportgeräte gewünscht hätten (Calisthenics-Sportgeräte). An dem Beteiligungsworkshop hätten sich etwa 15 Kinder und Jugendliche im Alter von 10-18 Jahren beteiligt. In Anlehnung an die Wünsche habe man habe auf einem Lageplan ein Modell entwickelt (S. 6). Neben dem Wunsch nach einer veränderten Oberflächenbeschaffenheit der Bolzfläche hätte sich insbesondere der Wunsch nach einer multifunktionalen Nutzbarkeit der Sportplatzfläche, nach Außensportgeräten und „Chill-Möglichkeiten“ herauskristallisiert. 

Beispielhaft präsentiert Herr Fehlig eine Umsetzungsmöglichkeit (S. 7). Calisthenics-Geräte, die sich auch inklusiv anordnen ließen, ermöglichten verschiedenste Arten von Übungen. Gabionen (mit Steinen befüllte Drahtkorbelemente) könnten als robuste und langlebige Sitzgelegenheit dienen. Fußballtore, Basketballkörbe und die Möglichkeit mittig ein Seil oder ein Netz anzubringen, garantierten eine multifunktionale Nutzung.

Gemeinsam mit den Jugendlichen habe man eine bestimmte Anordnung entwickelt (S. 8-9). Aus Gründern der geringeren Einsehbarkeit habe man die Calisthenics-Anlage im hinteren Bereich positioniert. Da zwei Bäume gefällt werden müssten, könne als Ersatzpflanzung eine Hecke dienen, die die Einsehbarkeit verringern könne.

Ein weiterer Wunsch der Kinder und Jugendlichen sei die Zugänglichkeit von der Straße aus, unabhängig von Öffnungszeiten der angrenzenden Jugendeinrichtung.

Vor dem Hintergrund der Kostenoptimierung habe man sich dafür entschieden wenigstens zur Straße hin einen ausreichend hohen Ballfangzaun vorzusehen.

Die Frage der Qualität der Platzfläche habe im Mittelpunkt gestanden. Ein Kunstrasenplatz könne eine multifunktionale Nutzbarkeit einschränken und sei mit einem erheblichen Pflegeaufwand verbunden. Priorisiert werde daher ein EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer) -Belag. Dieser Flächenbelag sei schockabsorbierend und witterungsbeständig und stelle eine dauerhafte Variante dar. Dieser biete sich auch für den Bereich der Calisthenics-Geräte an.

Herr Fehlig legt die Schätzkosten, bestehend aus Kosten für Grobelemente, Planungskosten, Genehmigungskosten und Preissteigerungskosten dar (S. 10). Dabei handele es um eine grobe Kostenschätzung, die theoretisch in beide Richtungen ausschlagen könne. Die Maßnahme könne etwas teurer, aber auch etwas günstiger werden. Die Planung mit Reserve sei daher realistischer.

Die Vorsitzende bedankt sich für die Präsentation und die Erläuterungen.

Frau Nische teilt auf Nachfrage von Herrn Hafkemeyer mit, dass es noch keine Zusage für eine Finanzierung gebe. Die erfolgte Planung sei die erforderliche Grundlage für eine notwendige Mitteleinwerbung. Zunächst sei eine Sondierung mit der Bezirksamtsleitung und die Beteiligung der Bezirksversammlung erforderlich. Es handele sich um investive Mittel, daher könne geklärt werden, ob eine Finanzierung zum Beispiel aus Mitteln des Quartierfonds investiv oder aus einem Rahmenprogramm (RISE) erfolgen könne. Es handele sich um ein großartiges Beteiligungsprojekt mit positiver Ausstrahlung auf den Stadtteil. Trotz einer nicht einfachen finanziellen Lage, hoffe sie auf entsprechende Unterstützung.

N/JA3-KJ2-L erläutert auf die Nachfrage von Herrn Dr. Brauckmann, dass das Beteiligungsprojekt im Stadtteil beworben worden sei. Dennoch hätten sich keine weiblich gelesenen Kinder und Jugendlichen beteiligt. Das Projekt sei pädagogisch begleitet worden.

Herr Dr. Brauckmann ergänzt seine Frage. Er möchte wissen, wie das Zusammenspiel zwischen den pädagogischen Kräften und dem planenden Büro abgelaufen sei, insbesondere bzgl. wirtschaftlicher Restriktionen (Spannungsverhältnis zwischen Wünschen und der Einordnung einer realistischen planungsrechtlichen Umsetzung).

Herr Fehlig erläutert, dass sein Planungsbüro den Beteiligungsprozess begleitet habe. Es sei zunächst ein Konzept, eine Grundidee der Möglichkeiten und den damit verbundenen Kosten entwickelt worden. Für den weiteren Planungsprozess sei auch künftig eine Abstimmung mit den Kindern und Jugendlichen wünschenswert. Die Feinheiten würden sich aus dem weiteren Prozess entwickeln. Zur Frage der wirtschaftlichen Einordnung erläutert Herr Fehlig weiter, dass zunächst die Priorisierung im Vordergrund gestanden habe, dies unter Berücksichtigung der Wünsche der Kinder und Jugendlichen, jedoch innerhalb bestimmter Grenzen. Bei der Frage, ob der Bolzplatz eine maximale Größe erreichen oder die Fläche auch für andere Aktivitäten bereitgestellt werden sollte, sei eindeutig eine Calisthenics-Anlage priorisiert worden. Daher sei der Hartplatz in der bisherigen Größe belassen worden.

Herr Dr, Brauckmann teilt mit, dass er in der Verschiebung des Platzes planungsrechtlich einen Neubau sehe. Es stelle sich die Frage, ob eine Sanierung mit einem anderen Bodenbelag nicht günstiger sei. Auch der vorhandene Stahlmattenzaun und die Tore seien ggf. noch nutzbar. Er möchte wissen, inwieweit das Thema Baustoffrecycling in die Planungen eingeflossen sei und dies nicht den Prozess verschlanken könne.  Zudem möchte er Informationen über die laufenden Betriebskosten, Lebensdauer des neu gestalteten Platzes und wer sich um die Pflege und Unterhaltung kümmern werde.

Wenn der Ballfangzaun erhalten bliebe und nur der Platz erneuert würde, so Herr Fehlig, würden die Kosten günstiger. Ein Kunstrasen mache eine Drainierung erforderlich, ein Unterbau mit einer Entwässerung. Auch bei einer Sanierung gehe er davon aus, dass dennoch eine Genehmigung, zumindest von der Umweltbehörde erforderlich sein werde.  Problematisch sei die Baumreihe links am Zaun. Diese sei mit dem Zaun verwachsen, was die Nutzbarkeit einschränken könne. Diese Variante wäre aber in jedem Fall günstiger.

N/JA3-KJ2-L ergänzt, dass die Bäume massiv gewachsen seien. Unter den Baumkronen könne kein neuer Bodenbelag entstehen, da der Boden verwurzelt sei. Ein Bolzplatz an gleicher Stelle könne nicht neu errichtet werden, dies würde zu einer Verkleinerung des Bolzplatzes führen.

Frau Lütkehus weist darauf hin, dass bei Wegnahme der Bäume keine Beschattung mehr vorhanden sei. Sie erinnert daran, dass die Jugendlichen im Jugendhilfeausschuss (JHA) vorgetragen hätten, dass sie sich einen neuen Bodenbelag für die Bolzfläche aus Unfallschutzgründen wünschten. Zudem sei der Wunsch nach „Chill-Möglichkeiten“ geäußert worden. Gabionen halte sie dafür jedoch für ungeeignet. Das Projekt erinnere sie an eine „Muckibude“ zuzüglich Fußballplatz.

N/JA3-KJ2-L teilt mit, dass eine Machbarkeitsstudie angestoßen worden sei, bei der die Wünsche der Betroffenen berücksichtigt worden seien. Den Jugendlichen gehe es prioritär darum, verletzungsfrei Fußball spielen zu können.

Sofern nur die Bolzfläche erneuert würde, inkl. einer neuen Zaunanlage, so Herr Fehlig ergänzend, könne dies zu einer Einsparung von etwa 100.000 Euro führen. Er weist weiter darauf hin, dass es in Deutschland sich ständig ändernde DIN-Normen gebe. Für den Aus- und Einbau der Zaunanlage ließe sich kein gewährleistungsbietendes Unternehmen finden. 

Auf die Nachfragen von Frau Nissen teilt Herr Fehlig weiter mit, dass er die mittlere Kostenvariante präsentiert habe. Eine günstigere Variante sei die ohne Calisthenics-Geräte. Mit einem Kunstrasen könne zwar eine fünfstellige Summe eingespart werden, jedoch stehe bei dieser Variante der Baumbestand im Weg. Der Auftrag habe darin bestanden, das Beteiligungsverfahren durchzuführen und den Bolzplatz zu erneuern.

Auf Anmerkung von Frau Nissen erläutert N/JA3-KJ2-L, dass der Platz für alle offen und freizugänglich sein werde, dies auch an Wochenenden.

Herr Fehlig bestätigt dies. Auch für Familien solle der Platz attraktiver gestaltet werden. Aktuell werde der Platz von dieser Seite aus eher nicht gerne genutzt. Die Zugänglichkeit von der Straße müsse gewährleistet sein, dies sei von den Jugendlichen im Beteiligungsprozess auch gewünscht worden. 

Auf Nachfrage von Herrn Jermann teilt Herr Fehlig mit, dass es sich bei den Kosten für die Geräte um Kalkulationspreise handele und Inklusivpreise darstellten. Die Geräte würden ohne externe Geräte funktionieren.

Herr Fehlig erklärt im Nachgang auf die Frage von Herrn Dr. Brauckmann, dass die Lebensdauer des Platzes und der Geräte von der Nutzungsfrequenz abhängig sei. Bei geringer Nutzungsfrequenz habe auch ein Kunstrasenplatz eine lange Lebensdauer. Im gewerblichen Bereich (Sportverein) mit hoher Nutzungsfrequenz, könne von 10-15 Jahren ausgegangen werden. UV-beständige EPDM-Flächen seien sehr robust, er gehe von einer längeren Haltbarkeit als bei einem Kunstrasenplatz aus.

Frau Nische ergänzt, dass die Zuständigkeit für die Pflege noch nicht geklärt sei. Sie gehe davon aus, dass eine EPDM-Fläche günstiger in der Pflege und weniger anfällig sei als ein Kunstrasenplatz.

Herr Plettner befürworte den Multifunktionsplatz. Entscheidend sei die Frage, ob ausreichend Mittel eingeworben werden können. Die Gabionen hält er eher für ungemütliche. Er spricht sich daher für eine andere Variante aus, weil der Multifunktionsplatz ja auch von Familien genutzt werden solle.

Herr Fehlig stimmt Herrn Plettner zu, dass die Gabionen ungemütlich seien. Das Beteiligungsprojekt sei zunächst als Auftakt zu betrachten. Im weiteren Prozess könnte über Alternativen im vorgegebenen finanziellen Rahmen gesucht werden. 

Herr Kirchner begrüßt es, dass der Multifunktionsplatz auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen geplant werde. Er weist darauf hin, dass Kunstrasenplätze bei Bespielung bei Minusgraden Schaden nehmen könnten (Fasern können brechen) und daher i.d.R. ab einer gewissen Temperatur zur Nutzung gesperrt würden.

Zum Thema wirtschaftliche Nutzung und Frequentierung merkt Frau Kültür an, dass Jugendliche ihren Raum suchten und auch nutzten. Sie gehe von einer hohen Frequentierung aus. Sie begrüßt die Beteiligung und das Engagement der Jugendlichen. Sie gibt zu bedenken, dass der Prozess langwierig sei und man sich nicht mit langen Diskussionen aufhalten solle.

Auf Nachfrage von Herrn Dr. Brauckmann erläutert Frau Nische, dass der Prüfauftrag an die Verwaltung nun darin bestehe zu eruieren, wie eine Umsetzung des entwickelten Konzeptes mit dem Kostenvoranschlag erfolgen könne.

Die Vorsitzende erläutert abschließend, dass der JHA das Beteiligungskonzept wohlwollend zur Kenntnis nimmt. Sie bedankt sich für die Vorstellung des Konzeptes.

 

Ö 6.2

Einrichtungen / Träger im Bezirk Hamburg-Nord stellen sich vor

Ö 6.2.1

Der Bauspielplatz Rübezahl stellt sich vor

Herr Abels, Leiter des Bauspielplatzes Rübezahl, begrüßt die Anwesenden und stellt Frau Bürgener und Herrn Brennecke als Teammitglieder kurz vor.

Er führt aus, dass der Bauspielplatz Rübezahl (Baui) dem Trägerverein "Verband Kinder- und Jugendarbeit Hamburg e.V." angehöre und als klassischer Bauspielplatz einzustufen sei.  Der Baui stehe Kindern im Alter von 6- 14 Jahren von Dienstag-Freitag von 14:00-18:00 Uhr und Samstag von 13:00-17:00 Uhr zur Verfügung. An Samstagen seien auch jüngere Kinder mit ihren Eltern erwünscht. Prinzipien, die auch mit anderen Einrichtungen geteilt würden, seien Offenheit, Partizipation, Freiwilligkeit, Verlässlichkeit, Verschwiegenheit und Parteilichkeit.

Das Gründungsjahr des Bauspielplatzes sei 1973. Anfänglich sei der Baui ohne Haus und hauptamtlichem Personal betrieben worden. Die Unterstützungsarbeit hätten Zivildienstleistende, Eltern und Menschen im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geleistet. Mitte der 80iger Jahre habe der Baui erstmals ein Haus erhalten. Vor zwei Jahren sei das letzte Haus abgerissen worden. Inzwischen sei der Neubau fertiggestellt. Diese sei aus Mitteln des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und weiteren Fördertöpfen finanziert worden. Dem Neubau des Hauses gehe eine lange Vorgeschichte voraus. Zunächst sei lange versucht worden Gelder für einen Anbau und eine Kernsanierung des alten Gebäudes, das baufällig und renovierungsbedürftig gewesen sei, einzuwerben. Jedoch erst als Barmbek-Nord zum RISE-Gebiet erklärt worden sei, hätte sich die Idee für einen Neubaus entwickelt. Daraufhin sei ein Beteiligungsprojekt initiiert worden. Die Planungsphase habe sich über mehrere Jahre hingezogen, wodurch sich die Kosten mehr als verdoppelt hätten.

Herr Abels berichtet weiter, dass er seit 27 Jahren auf dem Baui tätig sei. Die ganzheitliche Betrachtung der Kinder und eine familienorientiere Arbeitsweise stehe im Fokus, was das Maß der klassischen Arbeitsweise eines Bauspielplatzes überschreite. 12 Jahre lang habe es eine gute Kooperation mit einem Träger für Hilfen zur Erziehung gegeben, so dass eine Tagesgruppe auf dem Bauspielplatz installiert werden konnte. Die Tagesgruppe sei in die Arbeit des Bauis integriert worden. Eine Tagesgruppe biete auch eine Essensversorgung, Hilfe in schulischen Angelegenheiten und Elternarbeit. Diese Angebote seien erweitert und für alle Besucherkinder bereitgestellt worden. Später habe sich Hamburg für Ganztagsschulen entschieden, woraufhin die Tagesgruppe in die Schule integriert worden sei. Damit habe auch entsprechende Personal nicht mehr zur Verfügung gestanden, jedoch habe man das Profil des Bauis aufrechterhalten wollen. Das Beratungsangebot und das Essensangebot sollten erhalten bleiben, da die Angebote gut angenommen worden seien. Bis heute sei dies auf reiner Spendenbasis und über die wöchentliche Unterstützung durch die Hamburger Tafel gelungen. Neben der ehrenamtlichen Arbeit von Müttern könnten über Spendengelder zwei Minijobberinnen finanziert werden, so dass an vier Tagen in der Woche gekocht werden könne. Samstag, dem Familientag, versuche man gemeinsam mit den Eltern zu kochen. Mit täglich 40 bis 60 Kindern und an Samstagen zusätzlich 30 Erwachsenen werde der Baui gut besucht.

Herr Brennecke ergänzt, dass am Familientag insbesondere auch jüngere Kinder den Baui besuchten.

Durch die Einführung von Ganztagsschulen, so Herr Abels weiter, habe sich die Arbeit verändert. Als Familientag sei der Samstag gewählt worden, da in der Woche die Kinder nicht mehr so viel Stunden am Stück auf dem Baui verbrächten. Mit Schulen sei schon immer kooperiert worden. Sie besuchten den Baui reihum, um diesen den Kindern und Eltern näher zu bringen. In der Schule an der Genslerstraße fänden zudem zwei Mal wöchentlich Kurse des Bauis statt.

Auf Nachfrage der Vorsitzenden führt Herr Abels aus, dass seit dem Neubau und der Eröffnung des Skaterparks an Samstagen zwischen 40-80 Kindern und im Minimum 20 Erwachsene den Baui besuchten. Auch dann gebe es ein Essensangebot. Für Einzelangebote an Samstagen bliebe jedoch keine Zeit.

Die Vorsitzende weist darauf hin, dass dies ein gutes Beispiel dafür sei zu zeigen, was eine prekäre Kinder- und Jugendhilfe bedeute. Sie mache die ehrenamtliche Mitarbeit oder die Unterstützung der Tafel erforderlich, um Angebote aufrechterhalten zu können. Ein Träger sei finanziell dazu nicht in der Lage, Lebensmittel zu kaufen oder Vollzeitstellen zu finanzieren. Wenn es keine Kooperation mit der Tafel gebe, gäbe es kein Essen.

Dies wird durch Herrn Brennecke bestätigt. Er ergänzt, dass auch an Tagen mit einer hohen Besucherzahl der Anspruch an das pädagogische Handeln weiterhin bestehe, Beziehungen zur Unterstützung der Klientel aufzubauen. An solchen Tagen geriete man jedoch an seine Grenzen, wo eine pädagogisch wertvolle Arbeit kaum noch leistbar sei.

Herr Abels erläutert weiter, dass die gesamte Ausstattung über Spenden finanziert worden sei. Auch in der Woche werde der Baui mit einer Anzahl ab 30 Kindern aufwärts gut besucht. Dies gelte auch für die Ferienzeit. Der Neubau habe zudem eine magnetische Wirkung entfaltet. Dadurch komme man an die Grenze der Belastbarkeit. Eine Veränderung sei erforderlich, Dem Wunsch nach einer Stellenausweitung sei man bisher nicht nachgekommen. Teilweise bräuchten die Kinder viel mehr Zuwendung, als das vorhandene Personal bieten könne. Der Baui wünsche sich die Anerkennung der besonderen Leistung und eine Verbesserung der Personalsituation. Auch auf dem Außengelände fehle noch viel.

Auf die Nachfrage von Herrn Hafkemeyer erläutert Herr Abels, dass es eine gute Vernetzung im Stadtteil geb. Alle wichtigen Institutionen und Kreise würden besucht, denn es sei wichtig zu wissen, was andere Einrichtungen machten. Es würden zudem immer wieder Freiwillige in die Arbeit eingebunden. So werde z.B. für die Gartenarbeit ein entsprechender Aktionstag organisiert, da es weder einen Hausmeister noch einen Gärtner gebe.

Herr Brennecke ergänzt, dass auch die Eltern mitarbeiteten. Neu sei eine “Social-Media-Gruppe“, wo Baui-Aktionen, z.B. ein „Frühjahrsputz“, angekündigt würden. Auf die ehrenamtliche Unterstützung von Eltern sei man angewiesen. Es gebe jedoch die Tendenz, dass die Hilfe, die aus dem Ehrenamt bzw. der Vernetzung eingefordert werden müsse, ansteige. Dies stelle keine dauerhafte Lösung dar, denn die Eltern im Stadtteil wünschten sich vom Baui im Alltag eine Entlastung und nicht eine zusätzliche Belastung.

Herr Abels ergänzt, dass der Baui an sieben Tagen in der Woche genutzt werde. Montags nutzten die Pfadfinder den Baui und vierzehntägig erfolge die Nutzung des Außengeländes durch eine Stadtteilgruppe.

Frau Lütkehus teilt mit, dass sie die Personalsituation für verantwortungslos halte, in Anbetracht der vorgetragenen Zahlen. Sie weist darauf hin, dass ein Ehrenamt auch Gefahren mit sich bringen könne, vor dem Hintergrund des Kindeswohl. Ausgebildeten Fachkräfte arbeiteten nach einem pädagogischen Konzept.

Frau Dr. Meyer-Osores bringt ihre Wertschätzung zum Ausdruck und bedankt sich für die Arbeit. Als Schulärztin sei sie für die Schule in der Genslerstraße zuständig, daher wisse sie, dass der Baui für die Kinder wichtig sei und eine große Entlastung für die Familien darstelle.

Die Vorsitzende bedankt sich für den Vortrag und erinnert an den Rundgang im Anschluss, an dem alle teilnehmen könnten.

 

Ö 7

Haushaltsangelegenheiten und Anträge

Ö 8

sonstige Anträge

Ö 8.1 - 22-2159

Gemeinsamer Antrag zum Schutz der Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und der sozialräumlichen Angebote der Familien- und Jugendhilfe in Hamburg-Nord

Die Vorsitzende zeigt sich erfreut, dass ein gemeinsamer Antrag entstanden sei, an dem alle mitgewirkt hätten, so dass dies zu einer Zustimmung aller Parteien führen könne. Den geschlossenen Auftritt sei ein wichtiges Signal. Ihr besonderer Dank gehe insbesondere an Herrn Sobczak und Frau Winter, die sich maßgeblich beteiligt hätten.

Auch Herr Sobczak bedank sich. Dem Antrag sei ein längerer Austausch vorausgegangen.  Bei Befürwortung aller setzte der JHA ein deutliches Zeichen. Die inhaltliche Diskussion sei jedoch noch weiterhin notwendig. Der JHA erhoffe sich damit, dass die offene Kinder- und Kinderarbeit und die Familienförderung künftig ausreichend und ggf. auch besser finanziell ausgestattet würden. Bei Betrachtung solcher großartigen Neubauten wie dem Baui Rübezahl und dem Engagement der Kollegen für ihr Projekt sei erkennbar, wie wichtig und notwendig diese Arbeit sei.

Auch Herr Hafkemeyer zeigt sich über den Ausschuss begeistert, dass es gelungen sei eine gemeinsame Linie zu finden und einen gemeinsamen Antrag zu stellen. Bei dem Antrag gehe es um das zentrale Thema des JHA, die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit auch in schlechten Zeiten.  Es könnten keine Mittel herbeigezaubert werden, aber der Ausschuss könne daran arbeiten, mit gemeinsamer Stimme die wichtigsten Punkte klar zu benennen und zu verstärken.

Der Ausschuss stimmt einstimmig der Drucksache zu.

 

Ö 9

Eingänge und Mitteilungen

Ö 9.1

Mitteilung von Jugendhilfeausschuss relevanten Themen aus der Bezirksversammlung und dem Hauptausschuss

Ö 10

Verschiedenes

N/JA-L berichtet zum Haus der Jugend Barmbek. Er kündigt das Richtfest am 08.06.2026 an.

Frau Kültür begrüßt es, dass das Richtfest für den frühen Nachmittag geplant sei. Sie bittet die Verwaltung bei vergleichbaren Veranstaltungen in Häusern der Jugend, die sich an Kinder, Jugendliche oder Eltern richteten, diese für den Nachmittag zu planen, um deren Teilnahme zu ermöglichen. 

N/JA3-KJ2-L merkt an, diese Bitte auch über die Parteien an die Politik weiterzugeben, die solche Termine dominierten.

Die Vorsitzende erinnert an den an die Mitglieder des JHA weitergeleiteten Appell der Ombudsstelle. Sie bittet um eine Einladung in den JHA. 

N/JA-L erläutert, dass der Appell an alle Mitglieder der Jugendhilfeausschüsse gegangen sei. Er empfiehlt die Ombudsstelle diesbezüglich einzuladen. Die Vorstellung des Jahresberichtes stehe an. Dabei könnte der Appell erläutert werden. Er empfiehlt eine Einladung für die Sitzung im Juli 2026. Auf Hinweis von Frau Lütkehus teilt N/JA-L mit, dass auch die Einladung der ehrenamtlich Tätigen angeregt werde.