Umsetzung des Beschlusses "Neues und faires Antragsverfahren für Projektmittel der Stadtteilkultur" (Drs. 22-1099) Kleine Anfrage gem. § 24 BezVG der GRÜNE-Fraktion
Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport (BKS) hat am 24.06.2025 mit Drs. 22-1099 [1] mehrheitlich ein neues Verfahren zur Vergabe von Projektmitteln für die Stadtteilkultur beschlossen. Der Hauptausschuss hat diese Beschlussempfehlung in seiner Sitzung am 08.07.2025 unverändert übernommen.
Ziel des Beschlusses sollte nach Angabe der antragstellenden Fraktionen eine transparente, planbare und faire Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel, die Förderung neuer Projekte und Antragsteller*innen sowie die klare zeitliche Strukturierung der Mittelvergabe nach Halbjahren einschließlich einer Reserve für kurzfristige oder besonders förderungswürdige Vorhaben sein.
An Elementen des Beschlusses gab es in der Ausschussdiskussion Kritik, insbesondere, was die Themen Praktikabilität und Planungssicherheit für Veranstaltende angeht.
Bis heute hat das Bezirksamt nicht schriftlich und online nachvollziehbar Stellung zu dem Beschluss genommen. Gleichzeitig werden offenbar einzelne Elemente des beschlossenen Verfahrens bislang nicht oder nicht vollständig umgesetzt.
Wir fragen daher die Bezirksamtsleitung:
Grundsätzliche Umsetzung
Ja, seit September 2025.
Der Beschluss wurde innerhalb der Fachabteilung Stadtteilkultur bekannt gegeben. Die Inhalte des Beschlusses wurden mit den Antragstellern im Rahmen der telefonischen Beratung und seitdem in den entsprechenden Jour-Fixe-Terminen mit den Einrichtungen der Stadtteilkultur kommuniziert.
Aufteilung der Fördermittel
Ja. Die Aufteilung erfolgte inklusive der Reste 2025 (72.000€ für 2026 plus 13.047€ Rest 2025).
Die Summe der Anträge (bereits bewilligt) im Zeitraum Nov-Jan betrug 43.946€.
Zur Verfügung stehen noch insgesamt 41.101€.
Davon sind:
Ein Rest aus dem ersten Halbjahresbudget in Höhe von 1.601€
Summe für das zweite Halbjahresbudget in Höhe von 31.500€
Sowie für die Zwischenzeit eingeplante Puffersumme in Höhe von 8.000€
Seit Februar ist die Puffersumme von 8.000€ für neue Anträge verplant, die dem BKS in der Februar-Sitzung vorgelegt werden.
Termin des Eingangsdatums als Erstes, dann nach dem Termin des zu fördernden Projektes.
Da die Anträge für 2026, die zur November-Sitzung des Jahres 2025 vorlagen, das Halbjahresbudgets von 31.500€ nicht überschritten haben, wurden weitere Anträge zwecks Ausschöpfung gesammelt und zur Dezember- und Januar-Sitzung vorgelegt.
Vergabe im 1. und 2. Halbjahr
Siehe anliegende Übersicht am Ende des Dokuments.
Bisher wurden 42.945,20 € für das 1. Halbjahr bewilligt (die Reste aus 2025 wurden hier teilweise mitverbraucht) und 1.000 € für das 2. Halbjahr.
Ja, es wurden 1.601€ übertragen, da nicht ausgeschöpft. Diese stehen dann zusammen mit 8.000€ Puffer für die Zwischenzeit bis Mai 2026 zur Verfügung.
Ein Projekt wurde bereits bewilligt (das Adventskonzert der Martin-Luther-Gemeinde mit 1.000 €).
Reserve für kurzfristige bzw. besonders förderungswürdige Projekte
Das wäre jetzt in der Februar-Sitzung der Fall, wenn die Restsumme aus dem ersten Halbjahresbudget ausgeschöpft ist. Hier liegen 5 Anträge über insgesamt 20.125 € vor.
Bisher noch gar nicht.
Folgende Projekte sind für die Sitzung am 17.02.2026 vorgesehen. Welche davon und in welcher Höhe gefördert werden sollen, muss der Ausschuss entscheiden.
Antragsteller |
Projekt |
VA-Datum |
Zuwendung |
Daniel Plettenberg |
Gala zum NS Gedenken |
19. Mai 2026 |
4.000,00 € |
Dr. Ingrid Hoelzl |
Transcorporation |
26.03.2026 |
1.550,00 € |
Morin Gonzales |
Genealogia |
Juni-Juli 2026 |
4.945,00 € |
Graf & Klosterkötter |
Night Shifts |
März 2026 |
5.000,00 € |
Goldbekhaus |
Afternoon Concerts |
April-Nov. 2026 |
4.630,00 € |
Diese Entscheidung wird der Politik überlassen.
Bevorzugung neuer Projekte und Antragsteller:innen
3 von 14 Projekten. Dies ist in der jeweiligen Drucksache anhand der Projekthistorie auch für den Ausschuss ersichtlich.
21%.
Bis jetzt wurden alle Anträge, die vor dem jeweiligen BKS-Termin eingegangen sind, dem BKS-Ausschuss ohne Ausnahme vorgelegt.
Die hier erwähnte Bevorzugung soll eine politische Entscheidung sein und nicht die der Verwaltung. Das Zuwendungsrecht stellt auf die Erfüllung der Förderkriterien und auf die Gleichbehandlung der Antragsteller ab. Sind diese erfüllt, wird die Bewilligung dem Ausschuss überlassen sowie die Entscheidung darüber, welche Projekte bevorzugt behandelt bzw. beschlossen werden sollen.
Eigenmittel und Eigenengagement
In 9 von 14 Fällen.
Die Liste befindet sich am Ende des Dokuments.
Gem. Punkt 17.1 der VV zu §46 LHO kann auf eine Prüfung der vom Antragsteller eingebrachten Eigenmittel verzichtet werden, wenn die Zuwendung, weniger als 50 Tsd. Euro, beträgt. Da im Bereich der Stadtteilkultur die beantragte Zuwendungshöhe grundsätzlich unter 50 Tsd. Euro liegt, wird auf die entsprechende Prüfung verzichtet.
Aus dem Zuwendungsrecht ergibt sich keine Richtgröße für die Angemessenheit eines Eigenmittelanteils – hierfür ist auf den jeweiligen Einzelfall abzustellen. Das Subsidiaritätsprinzip geht grundsätzlich von einer nachrangigen Zuwendungsgewährung aus.
Es obliegt dem Ausschuss, die Zuwendung in der beantragten oder in der verminderten Höhe zu bewilligen oder abzulehnen.
Transparenz und Veröffentlichung
Es gab keine Veröffentlichung. Die Unterrichtung der Antragssteller über die Aufteilung des Jahresbudgets in zwei Hälften erfolgte im Rahmen der Antragsberatung
Entfällt. Siehe Antwort zu Frage 20.
Das Bezirksamt hat aktuell erhebliche Probleme, den Betrieb im Bereich Stadtteilkultur zu gewährleisten. Daher können zusätzliche Aufgaben nicht wahrgenommen werden. Der Beschluss wurde zudem durch das Protokoll veröffentlicht und durch den Beirat gibt es Multiplikatoren in die Kulturszene hinein.
Evaluation des Verfahrens
Für die Evaluation des neuen Verfahrens liegen derzeit noch nicht genügend Erkenntnisse vor.
Es soll geschaut werden, ob und wie viele Projekte aufgrund dieser Aufteilung nicht stattfinden konnten (falls dies der Fall sein wird). Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre kann berichtet werden, dass viele kleine Projekte innerhalb eines 3–5-monatigen Zeitraumes entstehen und geplant werden. Für solche Antragsteller könnte ein so langer zeitlicher Vorlauf von mehr als sechs Monaten (z.B. Planung im Oktober, Antragstellung im November; Veranstaltung im Mai) sich als nicht praktikabel erweisen.
[1] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1015424
Die bewilligten Anträge sind alle 2025 gestellt worden und betreffen mit einer Ausnahme
(Adventskonzert) das 1. Halbjahr 2026.
Antragsteller |
Projekt |
VA-Datum |
Zuwendung |
Ehrenamtliches Engagement |
Kapelle 6 e.V. |
Veranstaltungen 2026 |
Jan.-Dez. 2026 |
4.624,00 € |
Ja |
Trickster e.V. |
Wonderwoman |
Feb.-Dez. 2026 |
7.500,00 € |
|
Jarrestadt Leben e.V. |
Waschküchenkonzerte |
Jan.-Dez. 2026 |
1.700,00 € |
Ja |
Initiative Equal Care** |
Equal Care Day 2026 |
22.02.2026 |
2.500,00 € |
Ja |
Kunstverein Kettenwerk |
Offene Ateliers |
14.-15.02.2026 |
810,00 € |
|
Martin-Luther-Gemeinde * |
Adventskonzert |
06.12.2026 |
1.000,00 € |
Ja |
Bücherfrauen |
Literaturbrunch |
15.02.2026 |
1.800,00 € |
Ja |
Ukulele Hamburg |
Ukulele May Days |
1.-3.05.2026 |
3.910,00 € |
Ja |
Kulturmix Langenhorn** |
LaLi Jam |
Jan.-Okt. 2026 |
2.742,00 € |
|
Zinnschmelze |
Cut the hate |
03/26 – 05/27 |
5.440,00 € |
|
Kunstklinik |
Jazz & Beats |
Jan.-Dez. 2026 |
5.117,80 € |
|
Wandelbilder, J.Stieper |
Medienreflexion |
Jan.-Dez. 2026 |
3.540,00 € |
Ja |
St. Martinus Eppendorf** |
Sprechende Bänke |
Mai-Sept. 2026 |
1.500,00 € |
Ja |
Roland Prakken |
6. Ukulele Spring Break |
14.-15.03.2026 |
1.761,40 € |
Ja |
Neue Anträge, alle für das 1. Halbjahr 2026
Antragsteller |
Projekt |
VA-Datum |
Zuwendung |
Ehrenamtl. Engagement |
Daniel Plettenberg |
Gala zum NS Gedenken |
19. Mai 2026 |
4.000,00 € |
Ja |
Dr. Ingrid Hoelzl |
Transcorporation |
26.03.2026 |
1.550,00 € |
Ja |
Morin Gonzales |
Genealogia |
Juni-Juli 2026 |
4.945,00 € |
|
Graf & Klosterkötter |
Night Shifts |
März 2026 |
5.000,00 € |
|
Goldbekhaus |
Afternoon Concerts |
April-Nov. 2026 |
4.630,00 € |
*Findet im 2. Halbjahr 2026 statt.
**Neuer Antragsteller
Dr. Bettina Schomburg
Bezirksamtsleitung 13.02.2026
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.
Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.