22-2736

Eingabe: Alkoholisierte Gruppen vor Kaufland am Langenhorner Markt - wann wird gehandelt?

Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied

Letzte Beratung: 02.11.2026 Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Ö 4.2.7

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord unterrichtet über folgende Eingabe:

„Sehr geehrter Herr Landbeck,

ich wende mich an Sie, weil wir die Zustände rund um den Kaufland am Langenhorner Markt mittlerweile einfach nicht mehr hinnehmen möchten.

Regelmäßig stehen dort größere Gruppen, die Alkohol trinken, rauchen, schmutz und Dreck verursachen, Gestank, überfüllte Mülleimer, lautstark auftreten und sogar ganz offen und für jeden sichtbar in die Umgebung pissen. Besonders im Bereich vor dem Getränkemarkt ist die Situation nach meinem Eindruck immer schlimmer geworden.

Mein Kind klammert sich an mich, wenn wir dort vorbeigehen. Wir versuchen mittlerweile, diese Ecke möglichst zu vermeiden. Teilweise muss man erst einmal durch eine richtige Rauchwolke laufen, um überhaupt einkaufen zu gehen.

Ganz ehrlich, das kann doch nicht normal sein!

Gerade in Langenhorn finde ich diese Zustände besonders erschreckend. Der Stadtteil ist überdurchschnittlich familiengeprägt. Nach den aktuellen Zahlen des Statistikamts Nord leben hier mehr als 5.000 Haushalte mit Kindern und rund 9.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ihr Anteil liegt über dem Hamburger Durchschnitt.

Quelle: Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteil-Profile 2025, Seite 103:
https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/Stadtteil-Profile_HH-BJ-2025.pdf

Noch erschreckender finde ich allerdings, dass die Probleme den zuständigen Stellen längst bekannt sind.

Bereits im Juli und September 2025 wurde eine Bürgerbeschwerde über alkoholisierte Gruppen, Belästigungen und Verschmutzungen im Bereich der Sparda-Bank, Kaufland und des Getränkemarktes im Regionalausschuss behandelt.

Drucksache 22-1262:
https://bv-hh.de/hamburg-nord/documents/dauerhafte-unzumutbare-zustaende-am-langenhorn-markt-bereich-sparda-bank-204863

Im Dezember 2025 wurde sogar ein Antrag für einen gemeinsamen Runden Tisch zur Verbesserung der Situation am Langenhorner Markt mehrheitlich abgelehnt.

Drucksache 22-1624:
https://bv-hh.de/hamburg-nord/documents/runder-tisch-langenhorner-markt-212657

Ich frage mich ernsthaft, warum man einen solchen Vorschlag ablehnt, obwohl die Probleme bereits mehrfach angesprochen wurden. Was ist stattdessen konkret passiert?

Nun hat das Bezirksamt am 14. Oktober 2026 ein neues Stadtteilentwicklungskonzept mit zahlreichen Ideen vorgestellt. Unter anderem sollen der Langenhorner Markt begrünt, attraktiver gestaltet und zusätzliche gastronomische Angebote geschaffen werden.

Quelle:
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/bezirke/hamburg-nord/aktuelles/bezirksamt-nord-ideen-stadtteilentwicklung-langenhorn-1228696

Das ist grundsätzlich zu begrüßen. Aber was bringen neue Bäume, Sitzgelegenheiten und eine schönere Gestaltung, wenn die eigentlichen Probleme vor Ort weiterhin bestehen?

Hinzu kommt, dass Langenhorn in den kommenden Jahren weiter wachsen soll.

Allein im geplanten Wohnquartier Diekmoor sind nach den bisherigen Planungszielen rund 700 neue Wohnungen vorgesehen, davon 60 Prozent öffentlich gefördert.

Quelle:
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/bezirke/hamburg-nord/diekmoor-74122

Umso wichtiger finde ich die Frage, ob die Stadt bei der weiteren Entwicklung auch die bestehenden Probleme im öffentlichen Raum ausreichend berücksichtigt.

Wurde beispielsweise untersucht, wie sich die zukünftige Stadtteilentwicklung auf die Aufenthaltsqualität, das Sicherheitsgefühl und die Nutzung des Langenhorner Marktes auswirken könnte? Gibt es hierzu eine Sozialraum- oder Sicherheitsanalyse?

Gerade angesichts der vielen geplanten Neubauwohnungen, von denen 60 Prozent öffentlich gefördert sein sollen, interessiert uns, ob die Stadt auch mögliche Auswirkungen des Bevölkerungswachstums auf die bestehenden Probleme mit Alkoholkonsum und Belästigungen untersucht hat. Ist eher mit einer Verbesserung oder einer weiteren Verschärfung der Situation zu rechnen, und welche Maßnahmen sind vorgesehen?

Ich bitte Sie daher um konkrete Antworten auf folgende Fragen:

1. Was wurde seit den Beschwerden von 2025 gegen die Belästigungen, Verschmutzungen und das öffentliche Urinieren tatsächlich unternommen?

2. Warum wurde der Runde Tisch abgelehnt, und welche Maßnahmen wurden stattdessen umgesetzt?


3. Gibt es konkrete Pläne für regelmäßige Kontrollen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei, Bezirksamt, Kaufland und den zuständigen Eigentümern?


4. Welche kurzfristigen Maßnahmen sind unabhängig von den langfristigen Stadtentwicklungsplänen vorgesehen?


5. Wird bei der weiteren Entwicklung Langenhorns auch untersucht, wie sich die bestehenden Probleme am Langenhorner Markt nachhaltig lösen lassen?


Mir geht es ausdrücklich nicht darum, Menschen auszugrenzen. Aber es muss doch möglich sein, mit seinen Kindern ganz normal einkaufen zu gehen, ohne regelmäßig solchen Zuständen ausgesetzt zu sein.

Ich möchte auch nicht nur hören, dass die Problematik bekannt ist. Mich interessiert, was tatsächlich dagegen unternommen wird und warum sich für uns als Familien bislang keine spürbare Verbesserung zeigt.

Ich bitte darum, diese Beschwerde ernst zu nehmen, an die zuständigen Stellen weiterzugeben und die bereits dokumentierten Vorgänge erneut zu prüfen.

Aus diesem Grund habe ich die Bezirksamtsleitung Hamburg-Nord sowie die Geschäftsstelle der Bezirksversammlung bereits in Kopie gesetzt.

Ich erwarte, dass die Angelegenheit ernsthaft geprüft wird und nachvollziehbar dargelegt wird, welche konkreten Maßnahmen seit den damaligen Beschwerden tatsächlich umgesetzt wurden und weshalb bislang keine spürbare Verbesserung eingetreten ist.

Sollte die Problematik unbeantwortet bleiben oder keine nachvollziehbare Stellungnahme erfolgen, behalte ich mir vor, die gesamte Beschwerde einschließlich der bisherigen Drucksachen an den Eingabenausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft sowie an die Behörde für Finanzen und Bezirke weiterzuleiten und dort eine Überprüfung des bisherigen behördlichen Umgangs mit den bekannten Missständen anzuregen.

Nach den bereits dokumentierten Beschwerden sollte es eigentlich nicht notwendig sein, dass Bürger immer wieder auf dieselben Zustände aufmerksam machen müssen.

Ich hoffe, dass die verantwortlichen Stellen jetzt gemeinsam eine Lösung finden, statt die Situation einfach weiter hinzunehmen.


Mit freundlichen Grüßen“

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Isabel Permien

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Langenhorner Markt
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