Antwort: Belastung und Betriebsstabilität des öffentlichen Personennahverkehrs in Hamburg während der Wintermonate 2025/2026 (Anfrage der AfD-Fraktion)
Fragesteller: Nicole Jordan, Marc Manuel Kunstmann und Bernd Bamberg,
In den Wintermonaten kommt es im öffentlichen Personennahverkehr regelmäßig zu Einschränkungen durch Witterungseinflüsse wie Schnee, Eis oder niedrige Temperaturen. In verschiedenen deutschen Großstädten wurden in der Vergangenheit wiederholt Ausfälle, Verspätungen oder Einschränkungen im Betrieb von Bus- und Bahnverbindungen festgestellt.
Solche Störungen können für Pendler und andere Fahrgäste erhebliche Auswirkungen haben und werfen die Frage auf, wie belastbar der öffentliche Personennahverkehr in Hamburg bei winterlichen Witterungsbedingungen ist. Gleichzeitig können entsprechende Daten Aufschluss darüber geben, ob organisatorische oder infrastrukturelle Verbesserungen notwendig sind.
Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, einen Überblick über Umfang, Ursachen und Auswirkungen von Einschränkungen im Hamburger ÖPNV während der vergangenen Winterperiode zu erhalten. Dies kann auch dazu beitragen, die Situation mit anderen deutschen Großstädten zu vergleichen und mögliche Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.
Vor diesem Hintergrund fragen wir das die zuständige Fachbehörde:
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) nimmt wie folgt Stellung:
1. Wie viele planmäßige Fahrten im Hamburger ÖPNV (Bus, U-Bahn, S-Bahn) sind im Zeitraum November 2025 bis Februar 2026 vollständig ausgefallen?
s. Drs. 23/2580, 23/2726, 23/3738.
2. Wie hoch war in diesem Zeitraum die Ausfallquote im Hamburger ÖPNV, getrennt nach Bus-, U-Bahn- und S-Bahnverkehr?
Diese Zahlen lassen sich aus der Zuverlässigkeitsquote ermitteln, die im HVV-Qualitätsmonitor (siehe https://www.hvv.de/monitor) bereitgestellt sind. Die Zuverlässigkeitsquote gibt an, wie viele Züge tatsächlich gefahren bzw. kurzfristig ausgefallen sind.
3. Wie hoch war im genannten Zeitraum die durchschnittliche Pünktlichkeitsquote im Hamburger ÖPNV?
Diese Zahlen sind dem HVV-Qualitätsmonitor zu entnehmen.
4. Wie viele betriebliche Störungen im Hamburger ÖPNV führten im genannten Zeitraum zu Linienunterbrechungen, Umleitungen oder Ersatzverkehr?
Eine Statistik im Sinne der Fragestellung wird nicht geführt. Ersatzverkehre wurden eingerichtet, wenn immer möglich und nötig.
5. Welche Buslinien oder Streckenabschnitte waren im genannten Zeitraum besonders häufig von Einschränkungen oder Ausfällen betroffen?
Eine Statistik im Sinne der Fragestellung für den gesamten Zeitraum liegt nicht vor, für den Wintereinbruch Anfang Januar 2026 liegen genauere Aufschlüsselungen vor – siehe dazu Drs. 23/2810 (https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/102542/23_02810_bedingt_winterfest_der_hvv_und_das_winterwetter#navpanes=0).
6. Welche Hauptursachen wurden für die Ausfälle oder Einschränkungen festgestellt (z. B. Schnee, Eis, technische Probleme, Personalmangel oder Verkehrsbehinderungen)?
Siehe Antwort zu 6 sowie Drs. 23/2810.
7. Welche Maßnahmen wurden von den zuständigen Verkehrsunternehmen und der Stadt Hamburg getroffen, um den Betrieb bei winterlichen Witterungsbedingungen aufrechtzuerhalten?
Siehe Antwort zu 6. sowie Drs. 23/2810 und 23/2580 (https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/102212/23_02580_oepnv_im_winter#navpanes=0)
8. Welche Fahrzeug- und Personalreserven stehen den Verkehrsunternehmen zur Verfügung, um bei winterlichen Störungen kurzfristig zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen?
Bei der VHH stehen geplant Personalressourcen im unteren einstelligen Prozentbereich zur Verfügung, die sich auf das gesamte Netzverteilen und nur teilweise im Hamburger Stadtverkehr wirken. Fahrzeugseitig steht etwas mehr Potential in Abhängigkeit von der technischen Verfügbarkeit zur Verfügung. Diese war während der Wintereinbrüche deutlich eingeschränkt.
Bei der Hochbahn wird aus wirtschaftlichen Gründen grundsätzlich keine besondere Personal- oder Fahrzeugreserve vorgehalten, um kurzfristig zusätzliche Kapazitäten bereitstellen zu können. Bei winterlichen Störungen stehen die üblichen, für den täglichen Betrieb vorgehaltenen Dispositionsreserven zur Verfügung. Dennoch war es während der Wintertage möglich, operativ zusätzliche Personale zur Betriebssteuerung einzusetzen bzw. für Sondereinsätze in Bereitschaft zu versetzen.
Die S-Bahn Hamburg informiert, dass bei winterlichen Störungen die üblichen, für den täglichen Betrieb vorgehaltenen Dispositionsreserven zur Verfügung stehen. Um die Auswirkungen von winterlichen Einflüssen gering zu halten, werden die vorhandenen Reserven genutzt und im Rahmen der operativen Disposition die Möglichkeiten der vorhandenen Kapazitäten an Personal und Fahrzeugen maximal ausgenutzt.
9. Welche Priorität haben Busstrecken im Winterdienst der Stadt Hamburg, insbesondere im Hinblick auf Schneeräumung und Streumaßnahmen?
Siehe Drs. 23/2870.
10. Welche Erkenntnisse liegen der zuständigen Behörde über die Betriebsstabilität des ÖPNV bei winterlichen Witterungsbedingungen in anderen deutschen Großstädten vor?
11. Wie bewertet der Senat beziehungsweise die zuständige Behörde die Betriebsstabilität des Hamburger ÖPNV im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten?
Der Senat ist nicht verpflichtet, Auskunft zu geben über die Betriebsstabilität des ÖPNV bei winterlichen Witterungsbedingungen in anderen deutschen Großstädten bzw. Bundesländern.
12. Welche Maßnahmen sind geplant oder vorgesehen, um die Zuverlässigkeit und Stabilität des Hamburger ÖPNV bei winterlichen Witterungsbedingungen künftig weiter zu verbessern?
Siehe Antwort 6 sowie Drs. 23/2810.
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