22-2616

Alle-gehen-Kreuzung an der Osterstraße / Heußweg

Gemeinsamer Antrag

Letzte Beratung: 15.10.2026 Bezirksversammlung Ö 9.14

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung hat sich mit ihrem Beschluss zum Eimsbütteler Fußwegekonzept (Drs. 20-3297) klar zur Förderung des Fußverkehrs als umweltfreundlichste Form der Mobilität bekannt. Ziel ist es, den öffentlichen Raum in Eimsbüttel für Fußgängerinnen und Fußgänger attraktiver zu gestalten und kurze, sichere Wege zu ermöglichen. Hierfür sind insbesondere der Ausbau von Querungsmöglichkeiten sowie die Reduzierung von Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmenden von zentraler Bedeutung.

Ein geeignetes Instrument hierfür ist die sogenannte Alle-gehen-Kreuzung (auch Diagonalquerung oder X-Kreuzung). Sie ermöglicht es Fußgängerinnen und Fußgängern, eine Kreuzung nicht nur rechtwinklig, sondern auch diagonal zu überqueren. Während einer entsprechenden Ampelphase wird der gesamte Fahrverkehr angehalten und alle Fußgänger-Lichtsignale schalten gleichzeitig auf Grün. Dies erhöht insbesondere beim Abbiegeverkehr die Sicherheit durch eine klare Trennung der Verkehrsarten.

International ist dieses Konzept bereits vielfach erprobt, etwa an der bekannten Kreuzung vor dem Bahnhof Shibuya in Tokio. Auch in europäischen und nordamerikanischen Städten sowie vereinzelt in Deutschland finden sich entsprechende Lösungen. In München wurde beispielsweise 2022 die Einführung einer solchen Schaltung im Bereich des Hauptbahnhofs beschlossen.

Auch im Zentrum Eimsbüttels bietet sich mit der Kreuzung Osterstraße/Heußweg ein geeigneter Standort für einen solchen Verkehrsversuch an. Es handelt sich um einen hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkt mit einem besonderen Nutzungsprofil: Die Bahnsteige der U-Bahn-Linie U2 sind über mehrere, auf unterschiedliche Straßenseiten verteilte Zugänge erreichbar, sodass Fahrgäste häufig mehrere Querungen vornehmen müssen. Eine Diagonalquerung könnte hier zu einer deutlichen Verbesserung der Wegebeziehungen und der Aufenthaltsqualität beitragen.

Vor dem Hintergrund der aktuell laufenden umfangreichen Bauarbeiten in der Osterstraße im Zuge der Leitungsverlegung für die Fernwärmeleitung „Spange Haferweg–Grindel“ ergibt sich zudem ein besonders günstiger Zeitpunkt für die Erprobung einer solchen Maßnahme. Da ohnehin bauliche Eingriffe und verkehrliche Einschränkungen bestehen, kann ein Verkehrsversuch mit vergleichsweise geringem zusätzlichem Aufwand umgesetzt werden. Dies ermöglicht einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln und trägt zugleich dazu bei, zusätzliche Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie den Verkehr möglichst gering zu halten.

Insgesamt bietet sich damit die Chance, die Diagonalquerung modellhaft zu erproben und wichtige Erkenntnisse für eine mögliche Übertragung auf weitere Standorte im Bezirk zu gewinnen. Gleichzeitig kann die Maßnahme zur Stärkung des Platzcharakters und der Aufenthaltsqualität im zentralen Bereich der Osterstraße beitragen.

Petitum/Beschluss

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich bei der Behörde für Mobilität und Verkehrswende sowie der Behörde für Inneres und Sport dafür einzusetzen, dass im Kreuzungsbereich Osterstraße/Heußweg eine Diagonalquerung (Alle-gehen-Kreuzung) für Fußgängerinnen und Fußgänger eingerichtet wird.

Die geplante Maßnahme ist vor ihrer Umsetzung im Ausschuss für Mobilität vorzustellen.


Armita Kazemi, Gabor Gottlieb, Ralf Meiburg, Ines Schwarzarius und SPD-Fraktion Eimsbüttel

Ali Mir Agha, Nina Schübel und GRÜNE-Fraktion

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
15.10.2026
Ö 9.14
Lokalisation Beta
Osterstraße Heußweg Haferweg

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Themen Beta

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