Carsharing für die Vier- und Marschlande testen
Letzte Beratung: 24.09.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 12.2
Antrag
der BAbg Veit, Jarchow, Kramer und SPD-Fraktion
In den Randgebieten Bergedorfs und den Vier und Marschlanden bestehen besondere Herausforderungen für eine verlässliche und attraktive ÖPNV Erschließung; deshalb haben die Bezirksversammlung, die Verkehrsbehörde (BVM) und die VHH den Aufbau eines On-Demand-Shuttle-Angebots als wichtigen Baustein der Mobilitätswende und des Hamburg Takts für den Bezirk identifiziert.
Die Stellungnahmen der BVM zu den bisherigen Anfragen und Forderungen aus unserem Bezirk heben hervor, dass On-Demand-Verkehre den Linienverkehr ergänzen und eine Alternative zum privaten Pkw in ländlich geprägten Gebieten darstellen sollen; dieses Angebot soll durch weitere Bausteine ergänzt, nicht aber ersetzt werden. Einer dieser Bausteine sind Car-Sharing-Angebote, die Familien oft erst den Verzicht aufs eigene Auto ermöglichen.
Weltweit werden derzeit Modelle erprobt, in denen Car-Sharing-Fahrzeuge nicht von den Nutzerinnen und Nutzern von einer Station oder Parkzone abgeholt werden müssen, sondern aus einer Zentrale ferngesteuert oder autonom direkt zum Aufenthaltsort der Kundinnen und Kunden gebracht und nach der Nutzung wieder abgeholt werden.
So bieten etwa die Anbieter „Vay“ oder „Halo.Car“ in Las Vegas und anderen Pilotgebieten einen Dienst an, bei dem ein Remote Driver ein Elektrofahrzeug zum Kunden fährt, der anschließend selbst fährt und das Fahrzeug am Ende der Nutzung wieder an einen Remote Driver übergibt.
Allen Konzepten gemeinsam ist, dass Car-Sharing-Fahrzeuge flexibel dorthin gebracht werden, wo Nachfrage entsteht – entweder ferngesteuert durch geschulte Remote-Fahrerinnen und Fahrer oder perspektivisch vollautonom – und anschließend wieder im Bediengebiet verteilt werden.
Diese „Repositionierung“ von Fahrzeugen ist ein wichtiges Element in free floating Car-Sharing-Systemen, das in weitläufigen und dünner besiedelten Gebieten allerdings auf konventionellem Weg schnell an Grenzen stößt. Die Lösung dieses Problems ist der entscheidende Hebel, um Car-Sharing für die breite Bevölkerung auch in dünner besiedelten Gebieten verfügbar zu machen.
Wir sehen in einem ferngesteuerten bzw. autonom unterstützten Car-Sharing-Modell ein zusätzliches, flexibles Mobilitätsangebot, das die geplanten On-Demand-Shuttle-Verkehre sowie bestehende Linienverkehre sinnvoll ergänzen kann, ohne sie jedoch zu ersetzen.
Insbesondere könnte ein solches Angebot helfen, mobilitätsschwache Zeiten und Räume zu überbrücken, die Erreichbarkeit von Arbeits-, Bildungs-, Kultur- und Versorgungsangeboten zu verbessern und gleichzeitig den Bedarf an dauerhaft vorgehaltenen Privat-PKW zu reduzieren.
Beschluss:
Die Bezirksversammlung Bergedorf empfiehlt der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende nach § 27 Bezirksverwaltungsgesetz
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