22-2516.2

Anhörung nach § 14 PBefG: Verkürzung der Linie M16 in Osdorf nicht beibehalten Beschlussempfehlung des Mobilitätsausschusses

Beschlussempfehlung öffentlich

Letzte Beratung: 24.09.2026 Bezirksversammlung Ö 8.10

Sachverhalt

Mit Schreiben vom 10.09.2026 (siehe Drucksache 22-2516 in der Anlage) hat die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) die Bezirksversammlung Altona um Stellungnahme zum Antrag der Hamburger Hochbahn AG auf Beibehaltung der Verkürzung der Linie 16 von Elbe-Einkaufszentrum nach Rentenversicherung Nord gebeten. Die Verkürzung der Metrobuslinie 16 zum Fahrplanwechsel 2025/ 2026 hat die direkte Verbindung zwischen dem Schenefelder Platz und dem weiteren Linienverlauf über das Elbe-Einkaufszentrum (EEZ) unterbrochen. Zusätzliche Umstiege, Wartezeiten und Fußwege erschweren die Alltagswege vieler Menschen. Gerade für Menschen mit Behinderungen, Senior:innen und Eltern mit Kinderwagen ist eine durchgehende Busverbindung ein wichtiger Beitrag zu selbstständiger Mobilität und gesellschaftlicher Teilhabe.

Die Bezirksversammlung hat mit ihrem Beschluss vom 26.03.2026 „Bustaktung in Osdorf verbessern“ (Drs. 22-1993B, Antrag der Fraktionen von GRÜNE, CDU und SPD) bereits einen Ausbau des Angebots gefordert. Die BVM verweist in ihrer Antwort (Drs. 22-2211) dagegen auf geringe Nachfrage im früheren Angebot der Linie 392 sowie begrenzte finanzielle Mittel. Eine geringe Nutzung ist jedoch auch Folge schlechter Taktung und mangelnder Zuverlässigkeit: Lange Wartezeiten, verpasste Anschlüsse und unsichere Reisezeiten schrecken Fahrgäste ab. Die unter diesen Bedingungen gemessene Nachfrage darf deshalb keine Angebotskürzung rechtfertigen. Ein dichteres, verlässliches Angebot kann die Akzeptanz und damit die Fahrgastzahlen erhöhen.

Die Verlängerung der Linie 115 schafft andere Verbindungen, insbesondere zu den S-Bahnhöfen Klein Flottbek und Hochkamp sowie nach Nienstedten und Teufelsbrück. Sie ist deshalb auch bei einer Wiederherstellung der Linie 16 zu erhalten. Ein 40-Minuten-Takt ist für verlässliche Anschlüsse und unterschiedliche Arbeits-, Schul-, Einkaufs- und Betreuungstermine unzureichend. Die bessere Taktung der 115 und die Rückkehr der 16 ergänzen sich.

Zudem sind die Umsteigewege am EEZ zu verbessern: Wer an der heutigen Endhaltestelle der 16 in der Julius-Brecht-Straße aussteigt und zu den Haltestellen an der Osdorfer Landstraße weitergehen muss, hat einen Weg um oder durch das Einkaufszentrum vor sich. Das belastet besonders mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Eine günstigere Ausstiegshaltestelle kann diese Belastung verringern, ersetzt aber nicht die verlorene Direktverbindung zum Schenefelder Platz.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Mobilitätsausschusses der Bezirksversammlung, folgendes zu beschließen, Ziffer 1 mehrheitlich gegen die Stimme der FDP-Fraktion, Ziffern 2 bis 4 einstimmig:

Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende wird gemäß § 27 BezVG aufgefordert, in Abstimmung mit dem hvv und den zuständigen Verkehrsunternehmen folgende Maßnahmen umzusetzen:

  1. Die Verkürzung der Metrobuslinie 16 ist zurückzunehmen. Die Linie ist wieder auf ihrem bisherigen Linienweg über das Elbe-Einkaufszentrum hinaus bis zum Schenefelder Platz zu führen. Ziel ist die Wiederaufnahme zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026. Ein verlässlicher Betrieb und eine attraktive Taktung sind sicherzustellen. Die unter schlechten Angebotsbedingungen gemessene Nachfrage darf nicht als Begründung für weitere Kürzungen dienen; die Nachfrageentwicklung ist nach einer Verbesserung des Angebots zu bewerten. Die Direktverbindung hat Vorrang vor der Ersatzlösung nach Ziffer 3.
  1. Die Verlängerung der Linie 115 ist unabhängig davon beizubehalten. Ihr 40-Minuten-Takt ist entsprechend der mit Drs. 22-1993B beschlossenen Forderung zu verdichten: von 6 bis 10 Uhr und von 15 bis 20 Uhr auf einen 15-Minuten-Takt, von 10 bis 15 Uhr auf einen 20-Minuten-Takt. Die zusätzlichen Verbindungen der 115 dürfen nicht zur Begründung einer dauerhaften Verkürzung der 16 herangezogen werden.
  1. Die Linie 16 muss wieder die Haltestelle „Elbe-Einkaufszentrum“ in der Osdorfer Landstraße anfahren, um den Umstieg auf andere Linien zu ermöglichen. Sofern die Weiterführung der Linie 16 zum Schenefelder Platz zunächst nicht umgesetzt werden kann, ist als Ersatzmaßnahme die Endhaltestelle für aussteigende Fahrgäste an die Südseite der Osdorfer Landstraße zur Haltestelle „Elbe-Einkaufszentrum“ zu verlegen. Hierzu soll die HOCHBAHN die ankommenden Busse mit Fahrgästen um das EEZ zu dieser Haltestelle führen und erst nach dem Ausstieg zur Betriebs- und Pausenhaltestelle in der Julius-Brecht-Straße weiterfahren lassen. Die BVM wird aufgefordert, die hierfür erforderlichen betrieblichen und verkehrlichen Voraussetzungen mit den zuständigen Stellen zu schaffen. Kurze, barrierefreie und von den Öffnungszeiten des Einkaufszentrums unabhängige Umsteigewege, insbesondere zu den Anschlüssen Richtung Schenefeld, sind sicherzustellen. Die Forderung nach Wiederherstellung der vollständigen Linie 16 bleibt bestehen.
  1. Dem Mobilitätsausschuss ist rechtzeitig vor dem Fahrplanwechsel, spätestens im November 2026, über Umsetzung, Zeitplan und erforderliche Ressourcen zu berichten. Falls die Wiederherstellung der Linie 16 nicht zum Fahrplanwechsel erfolgt, sind die konkreten Hindernisse, Möglichkeiten zu ihrer Überwindung und der frühestmögliche Umsetzungstermin darzustellen.
Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
24.09.2026
Ö 8.10
Anhänge

Drucksache 22-2516 (teilweise nicht-öffentlich/ vertraulich)

Lokalisation Beta
Osdorfer Landstraße Teufelsbrück Julius-Brecht-Straße

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Themen Beta

Keine Themen erkannt.

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