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Tätigkeitsbericht 2025 - Projekt "Wir im Quartier" Kleine Anfrage vom 04.06.2026

Antwort zu Anfragen

Sachverhalt

Im Tätigkeitsbericht 2025 berichtet das Bezirksamt über den Abschluss des Mietvertrages für Flächen im Quartier Wandsbek Markt, die Durchführung von Nutzerbedarfsanalysen, die Planung moderner Arbeitswelten sowie die Umsetzung von Akzeptanz- und Changemanagementmaßnahmen.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt: 16.06.2026

  1. Welche konkreten Ergebnisse haben die im Tätigkeitsbericht genannten Nutzerbedarfsanalysen erbracht?

Bezirksamt Wandsbek:

Die Nutzerbedarfsanalyse zielte darauf ab, die spezifischen Anforderungen von Front- und Backoffice differenziert zu erfassen und zu dokumentieren. Dadurch wurde sichergestellt, dass die neuen Flächen optimal auf die Bedürfnisse sowohl der Bürgerinnen und Bürger als auch der Mitarbeitenden zugeschnitten sind und die Arbeitsabläufe effizient unterstützt werden. Dabei stand nicht nur die quantitative Abbildung des Raumbedarfs im Fokus, sondern auch die Entwicklung eines zukunftsweisenden Nutzungskonzepts, das die Kommunikation sowohl zwischen den Mitarbeitenden als auch mit den Bürgerinnen und Bürgern verbessert.

Im Ergebnis wurde deutlich, dass ein tätigkeitsbasiertes Arbeitsplatzkonzept mit verschiedenen Raummodulen für unterschiedliche Tätigkeiten sinnvoll ist. Dabei wurden folgende Tätigkeitsbereiche unterschieden: Konzentriertes Arbeiten, Zusammenarbeit, Kommunikation und Gemeinschaft.

Auf dieser Grundlage konnte der Bedarf an unterschiedlichen Raumtypen konkretisiert werden. Folgende Raumtypen wurden erarbeitet:

Frontoffice:

  • Foyer
  • Empfangs- und Wartebereiche
  • Beratungsräume

Backoffice:

  • Büroräume (Einzel- und Mehrpersonenbüros)
  • Besprechungsräume (inkl. Multifunktionsräume)
  • Sonderflächen für Kommunikation (z. B. Meeting-Points, Steh-Sitz-Besprecher, Work-Cafés, Telefonboxen)
  • Sozialräume (z. B. Teeküchen, Pausenräume)
  1. Welche wesentlichen Änderungen an der Flächenkonzeption oder Belegungsplanung haben sich hieraus ergeben?

Bezirksamt Wandsbek:

Änderungen an der Flächenkonzeption und Belegungsplanung ergaben sich aus anderweitigen organisatorischen Entwicklungen. So wurde 2025 die Schaffung eines neuen bezirklichen Zentralamts für den Unterhaltsvorschuss (ZUV) beschlossen und die Bündelung aller rund 100 Beschäftigten dieses Zentralamts im Bezirksamt Wandsbek vorgesehen. Da die Fläche am Standort Wandsbeker Marktstraße 63-65 nicht ausreichend Kapazität für alle Beschäftigten des ZUV bietet, werden diese nicht in die neue Fläche umziehen. Ebenso zieht der Bereich Eingliederungshilfe nicht mit ein, da dieser inzwischen Teil des am 01. Januar 2026 gegründeten Zentrums für Teilhabe der Sozialbehörde ist.

  1. Welche konkreten Maßnahmen des im Tätigkeitsbericht genannten Akzeptanzmanagements wurden bislang durchgeführt?

Bezirksamt Wandsbek:

Zur Förderung der Akzeptanz wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, darunter die Einrichtung eines SharePoints, ein Projektblog, regelmäßige Baustellenbegehungen, Workshops und Befragungen der Mitarbeitenden.

  1. Wie viele Beschäftigte wurden bislang in die Planungen einbezogen?

Bezirksamt Wandsbek:

Die Bereiche Interner Service, Ressourcensteuerung und Klimaschutz sowie der Personalrat und die Interessenvertretungen (Schwerbehindertenvertretung, Gleichstellungsbeauftragte) begleiten die Planungen eng. Auch die zukünftig Nutzenden werden aktiv einbezogen, unter anderem durch eine Befragung, bei der 370 Personen aktiv angeschrieben wurden und 100 Personen eine Rückmeldung gaben.

  1. Welche Rückmeldungen oder Kritikpunkte wurden dabei besonders häufig geäußert?

Bezirksamt Wandsbek:

Häufig geäußert wurden Machbarkeitszweifel („Wird es wirklich so schön?“) sowie Vorbehalte gegenüber modernen Arbeitswelten und Raumkonzepten, insbesondere hinsichtlich der ausreichenden Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen im Desk-Sharing-Modell sowie von Rückzugs- und Besprechungsräumen.

  1. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um auf diese Rückmeldungen zu reagieren?

Bezirksamt Wandsbek:

Das Projekt pflegt einen intensiven Austausch mit den Mitarbeitenden, unter anderem durch regelmäßige Informations- und Dialogformate. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sensibilisierung für die Vorteile moderner Arbeitsumgebungen sowie der gezielten Kommunikation bereits in der Planung berücksichtigter Aspekte, um bestehende Vorbehalte abzubauen. Ergänzend wird über die Planungsfortschritte transparent informiert.

  1. Die Bürgerschaftsdrucksache 23/01561 sieht für rund 370 Mitarbeitende etwa 250 Arbeitsplätze vor. Welche Auslastungsannahmen liegen dieser Planung zugrunde?

Bezirksamt Wandsbek:

Der Planung liegt eine Desk-Sharing-Quote von 2:3 (zwei Arbeitsplätze für drei Mitarbeitende) zugrunde. Diese Annahme basiert auf Erfahrungswerten zu durchschnittlicher Anwesenheit, Teilzeitquoten und Abwesenheiten (z. B. Urlaub, Fortbildung, Krankheit, Dienstgänge). Zudem wird von einer synergetischen Nutzung der Räume ausgegangen.

  1. Welche Erfahrungen hat das Bezirksamt bislang mit Desk Sharing in anderen Bereichen gesammelt und welche Schlussfolgerungen wurden hieraus für das Projekt „Wir im Quartier“ gezogen?

Bezirksamt Wandsbek:

Das Bezirksamt Wandsbek sammelt bereits in mehreren Bereichen Erfahrungen mit Desk Sharing (z. B. in den Fachämtern Ressourcensteuerung, Gesundheitsamt, Sozialraummanagement, Zentralamt für Unterhaltsvorschuss sowie im Allgemeinen Sozialen Dienst Alstertal). Da Desk Sharing in diesen Bereichen erst seit vergleichsweise kurzer Zeit umgesetzt wird, liegen derzeit noch keine belastbaren Evaluationsergebnisse vor. Es sind jedoch strukturierte Evaluierungen vorgesehen, deren Erkenntnisse – sobald sie vorliegen – auch in die weitere Ausgestaltung des Projekts „Wir im Quartier“ einfließen werden.

  1. Wie bewertet das Bezirksamt die Auswirkungen der geplanten Desk-Sharing-Quote auf Zusammenarbeit, Bürgerkontakt und Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen?

Bezirksamt Wandsbek:

Da die Evaluierung der Desk-Sharing-Modelle noch aussteht (siehe Antwort zu Frage 8), können derzeit keine belastbaren Aussagen zu den Auswirkungen auf Zusammenarbeit, Bürgerkontakt und Arbeitsplatzverfügbarkeit getroffen werden.

  1. Welche konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit wurden seit Veröffentlichung des Tätigkeitsberichts zusätzlich festgelegt?

Bezirksamt Wandsbek:

Die Planungen unterliegen einem hohen Standard an Barrierefreiheit. Beispielsweise sollen ein durchgängiges taktiles und kontrastierendes Gebäudeleitsystem für Menschen mit Sehbehinderung und ein Alarmierungssystem im Aufzug umgesetzt werden. Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit Fachplanerinnen und Fachplanern für Barrierefreiheit des Immobilien Service Zentrums, der vermieterseitigen Architektinnen und Architekten und dem Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg. Ebenso werden die Interessen des Inklusionsbeirates Wandsbek einbezogen.

  1. Welche Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den künftig zusammengeführten Fachämtern sind vorgesehen?

Bezirksamt Wandsbek:

Vorgesehen sind die synergetische Nutzung der Flächen, Open Spaces und Netzwerkflächen, die den fachamtsübergreifenden Austausch und die Zusammenarbeit fördern.

  1. Welche Risiken für Zeitplan, Organisationsentwicklung oder Nutzerakzeptanz sieht das Bezirksamt derzeit?

Bezirksamt Wandsbek:

Aktuell sind keine neuen Risiken bekannt, die über die im Rahmen der bisherigen Projektplanung antizipierten Risiken (z. B. unvorhergesehene Verzögerungen im Bauablauf, Akzeptanz neuer Arbeitsformen) hinausgehen.

  1. Welche Projektziele sollen bis Ende 2026 erreicht werden, um den im Tätigkeitsbericht dargestellten Zeitplan einzuhalten?

Bezirksamt Wandsbek:

Bis Ende 2026 sollen der Bebauungsplan (B-Plan Wandsbek 85) in Kraft treten, die Baugenehmigung erteilt und die Ausbauplanung weitestgehend abgeschlossen sein. Die weiteren Schritte umfassen die bauliche Umsetzung und die Vorbereitung des Umzugs.

  1. Verläuft das Projekt nach Einschätzung des Bezirksamtes derzeit insgesamt im vorgesehenen Zeit- und Projektplan? Falls nein, welche Abweichungen bestehen gegenüber der ursprünglichen Planung und welche Auswirkungen haben diese auf den vorgesehenen Umzug der betroffenen Dienststellen?

Bezirksamt Wandsbek:

Derzeit sind keine Abweichungen vom vorgesehenen Zeit- und Projektplan bekannt. Die Übergabe der Mietflächen ist weiterhin zum Ende des dritten Quartals 2028 vorgesehen.

  1. Wie hoch ist die vertraglich vereinbarte Miete je Quadratmeter Mietfläche pro Monat?

Bezirksamt Wandsbek:

Zu den Mietkosten verweisen wir auf die Angaben in der Drucksache 23/1561. Darüber hinaus macht die Freie und Hansestadt Hamburg zur Wahrung ihrer Verhandlungsposition keine weiteren Angaben zu konkreten Mietkonditionen.

  1. Welche Bestandteile sind darin enthalten (Grundmiete, Betriebskosten, Nebenkosten, sonstige Leistungen)?

Bezirksamt Wandsbek:

Die Miete setzt sich zusammen aus:

  • Kaltmiete
  • Betriebskosten
  • Instandhaltungskosten
  • Verwaltungskosten
  1. Welche Mietanpassungs- oder Indexierungsklauseln wurden vereinbart?

Bezirksamt Wandsbek:

Zu Beginn des dritten Mietjahres und anschließend jeweils alle 24 Monate wird die Miete entsprechend der prozentualen Veränderung des vom Statistischen Bundesamt festgestellten Verbraucherpreisindex für Deutschland angepasst. Maßgeblich ist dabei die Veränderung des Indexstandes seit dem Monat des Mietbeginns bzw. seit der letzten Mietanpassung.

Anhänge

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Wandsbek Markt Wandsbeker Marktstraße

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