S1 nach Poppenbüttel Eingabe
Der Geschäftsstelle der Bezirksversammlung liegt folgende Eingabe vor:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mich mit einer Eingabe an die Bezirksversammlung wenden, weil ich die S1 sehr häufig nutze und sich dort aus meiner Sicht einige Probleme inzwischen so häufen, dass ich sie gerne einmal ansprechen möchte.
Die aktuelle Situation am Berliner Tor ist wirklich unglücklich organisiert. Die S1 kommt auf einem Bahnsteig an und teilweise fährt genau in diesem Moment die Bahn zur Weiterfahrt auf dem anderen Bahnsteig ab. Man sieht seinen Anschluss also noch abfahren, hat aber überhaupt keine Chance, ihn zu erreichen. Dazu kommt der Bahnsteigwechsel. Alle Fahrgäste müssen erst die Treppen hoch und auf der anderen Seite wieder zum Bahnsteig. Mit Gepäck oder Kinderwagen ist das schon mühsam, für ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist es noch viel problematischer. Gerade weil die Unterbrechung geplant ist, verstehe ich nicht, warum man Anschlüsse und Umstieg nicht besser aufeinander abstimmen kann.
Was mich schon länger ärgert, ist die Situation in Ohlsdorf. Die S1 fährt mit den Zielen Airport und Poppenbüttel und soll dort geteilt werden. Im Berufsverkehr erlebe ich aber mehrmals pro Woche, dass die Teilung kurzfristig nicht stattfindet und der komplette Zug zum Airport fährt. Wer nach Poppenbüttel möchte, muss dann aussteigen und auf den nächsten Zug warten. Eine alternative S- oder U-Bahn-Verbindung nach Poppenbüttel gibt es nicht. Ich würde deshalb gerne wissen, wie oft das tatsächlich vorkommt, warum es so häufig passiert und warum in diesen Fällen der ganze Zug zum Airport fährt und die Verbindung nach Poppenbüttel ausfällt.
Auch die Situation mit wohnungs- und obdachlosen Menschen in den Zügen fällt mir zunehmend auf. Gerade morgens im Berufsverkehr schlafen teilweise Menschen auf mehreren Sitzplätzen. Manchmal ist die Geruchsbelastung so stark, dass größere Bereiche eines Wagens kaum noch nutzbar sind. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, obdachlose Menschen zu verdrängen. Aber es kann weder für die Betroffenen noch für die Fahrgäste eine vernünftige Lösung sein, dass die S-Bahn zum Schlafplatz wird und ansonsten offenbar wenig passiert. Mich würde interessieren, ob und wie S-Bahn, Sozialarbeit und die zuständigen Behörden hier zusammenarbeiten.
Ich fahre wirklich gerne und viel mit Bus und Bahn und glaube auch an die Verkehrswende. Gerade deshalb finde ich es schade, wenn solche eigentlich vermeidbaren Dinge den ÖPNV unnötig anstrengend und unzuverlässig machen. Dass es Baustellen, Störungen und auch mal kurzfristige Probleme gibt, ist völlig klar. Aber wenn Anschlüsse vor der Nase wegfahren, die Fahrt nach Poppenbüttel regelmäßig doch in Ohlsdorf endet und gleichzeitig die Situation in den Zügen schlechter wird, summiert sich das irgendwann. So schreckt man auf Dauer selbst die hartgesottensten ÖPNV-Nutzer ab – und Menschen, die eigentlich erst davon überzeugt werden sollen, ihr Auto stehen zu lassen, erst recht. Ich würde mich freuen, wenn diese Punkte im zuständigen Ausschuss aufgegriffen und mit der S-Bahn und den zuständigen Stellen besprochen werden. Über eine Rückmeldung, was dabei herauskommt, würde ich mich ebenfalls freuen.
Mit freundlichen Grüßen
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