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Mehr Transparenz auf Hamburgs Baustellen - Wo stehen die angekündigten QR-Codes im Bezirk Wandsbek? Auskunftsersuchen vom 24.06.2026

Antwort zu Anfragen

Sachverhalt

Mit der Senatsdrucksache 23/1493 Zukunft Tiefbauverfolgt der Senat das Ziel, Tiefbaumaßnahmen besser zu koordinieren, zu beschleunigen und die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren. Hierzu wurde unter anderem eine verbesserte Information und Kommunikation gegenüber Anwohnern, Verkehrsteilnehmern und Gewerbetreibenden angekündigt. Auch Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks stellte öffentlich eine stärkere Transparenz von Baustellen, unter anderem durch digitale Informationsangebote und QR-Codes auf Baustellenschildern, in Aussicht.

Jedoch ist festzustellen, dass zahlreiche Baustellen im Hamburger Stadtgebiet weiterhin nur eingeschränkt Informationen zu Bauherrn, Bauzweck, Bauzeit oder Ansprechpartnern bereitstellen. Dies betrifft nach Wahrnehmung vieler Bürgerinnen und Bürger auch zahlreiche Baustellen im Bezirk Wandsbek. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl an Tiefbau-, Leitungs- und Infrastrukturmaßnahmen kommt einer nachvollziehbaren und transparenten Baustellenkommunikation eine besondere Bedeutung für die Akzeptanz der Maßnahmen zu.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Fachbehörde:

Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) antwortet wie folgt: 04.08.2026

Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt: 15.07.2026

  1. Welche konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Baustellenkommunikation wurden seit Beschluss der Strategie Zukunft Tiefbaueingeleitet?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Seit dem Beschluss der Strategie „Zukunft Tiefbau“ hat die Freie und Hansestadt Hamburg zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Baustellenkommunikation für die sogenannten Ankerprojekte umgesetzt, siehe hierzu Drs. 23/3366, 23/3377 und 23/3378.

Ankerprojekte im Rahmen der Strategie „Zukunft Tiefbau“ sind ausgewählte, Infrastrukturvorhaben mit den größten verkehrlichen Auswirkungen, bei denen die beteiligten Leitungsunternehmen, Berden und weitere Akteure besonders eng und verbindlich zusammenarbeiten. Ziel ist es, durch eine abgestimmte Planung, gebündelte Bauausführung und gemeinsame Kommunikation die Bauzeiten zu verkürzen, die Belastungen für die Öffentlichkeit zu minimieren und Synergien zu nutzen. Ankerprojekte stehen damit für eine neue Qualität der Zusammenarbeit und setzen die Grundsätze der Strategie beispielhaft um.

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

1. Ausbau und Digitalisierung der Informationsangebote

Die Baustellenkarte der FHH wurde weiterentwickelt. Sie bietet tagesaktuelle, kartengestützte Informationen zu laufenden und geplanten Baustellen, inklusive Angaben zu Zeitraum, Art der Maßnahme und Auswirkungen auf den Verkehr.

2. Verbesserte Bürgerinformation und -beteiligung

Frühzeitige und mehrkanalige Kommunikation: Ankerprojekte werden frühzeitig über verschiedene Kanäle (Pressemitteilungen, Social Media, Newsletter, Website) angekündigt.

Informationsveranstaltungen und Dialogformate: Bei Ankerprojekten werden gezielt Informationsveranstaltungen, Bürgersprechstunden oder digitale Dialogformate angeboten, um Anwohnende und Gewerbetreibende einzubinden.

rgerbeteiligung: In Pilotprojekten werden Bürger:innen aktiv in die Planung und Kommunikation eingebunden, etwa durch Online-Beteiligungsplattformen oder Umfragen.

3. Optimierung der Vor-Ort-Kommunikation

Baustellenbeschilderung: Die Beschilderung an Baustellen (Ankerprojekte) wurde verbessert und mit QR-Codes versehen, die direkt zu weiterführenden Online-Informationen führen.

Kontaktmöglichkeiten vor Ort: An größeren Baustellen werden Kontaktinformationen für Rückfragen oder Beschwerden sichtbar angebracht, sowie Infoboxen aufgestellt, in denen Ansprechpersonen informieren.

  1. Welche Standards für die Information der Öffentlichkeit an Baustellen bestehen derzeit in Hamburg?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Mit der Strategie „Zukunft Tiefbau“ wurden verbindlichere Vorgaben für die Baustellenkommunikation digital und vor Ort formuliert. Die konkrete Ausgestaltung der Informationsmaßnahmen liegt weiterhin in der Verantwortung der jeweiligen Realisierungsträger (z. B. Leitungsunternehmen, städtische Betriebe oder beauftragte Bauunternehmen).

  1. Plant der Senat die Einführung eines hamburgweit einheitlichen Baustellenschildes? Wenn ja, wie soll dieses ausgestaltet werden und bis wann soll die Einführung erfolgen?
  1. Seit wann werden QR-Codes oder vergleichbare digitale Informationsangebote an Hamburger Baustellen eingesetzt?
  1. Für welche Arten von Baustellen ist der Einsatz von QR-Codes derzeit vorgesehen?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) zu Ziffer 3-5:

Der systematische Einsatz von QR-Codes und vergleichbaren digitalen Informationsangeboten an Hamburger Baustellen wird seit der Verabschiedung der Drs. 23/1493 im September 2025 gezielt verfolgt und ist insbesondere bei Ankerprojekten verpflichtend. Ziel ist es, Bürger:innen vor Ort einen einfachen Zugang zu aktuellen, digitalen Baustelleninformationen zu ermöglichen.

Es ist möglich, dass einzelne Realisierungsträger bereits vor diesem Zeitpunkt vereinzelt QR-Codes an Baustellen genutzt haben. Ein stadtweit abgestimmtes Vorgehen und die verbindliche Umsetzung im Rahmen der Strategie „Zukunft Tiefbau“ bestehen jedoch erst seit 2025 als einheitliches Merkmal für Baustellenschilder, der grundsätzlich für alle Baumaßnahmen vorgesehen ist.

  1. Wie viele Baustellen in Hamburg verfügen aktuell über QR-Codes oder vergleichbare digitale Informationsangebote?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Es wird keine Statistik darüber geführt, wie viele Baustellen in Hamburg bereits mit QR-Codes oder vergleichbaren digitalen Informationsangeboten ausgestattet sind.

  1. Welche Informationen werden beziehungsweise sollen über die QR-Codes bereitgestellt werden?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

QR-Codes verlinken auf eine Internetseite mit weitergehenden Informationen zur Baumaßnahme, wie über deren Dauer, Auswirkungen, Erreichbarkeit von Quartieren und Ausweichrouten, Kontaktdaten Ansprechpersonen.

  1. Ist vorgesehen, die Nutzung von QR-Codes künftig verbindlich vorzuschreiben? Wenn ja, für welche Baustellentypen und ab welchem Zeitpunkt?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Siehe Antwort zu 3 bis 5.

  1. Wie stellt der Senat sicher, dass Bürgerinnen und Bürger über Verzögerungen und wesentliche Änderungen von Bauzeiten informiert werden?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Die Verantwortung für die Information der Bürger:innen über Verzögerungen und wesentliche Änderungen von Bauzeiten liegt bei den jeweiligen Realisierungsträgern der Baumaßnahmen. Diese sind verpflichtet, relevante Änderungen zeitnah und transparent zu kommunizieren.

  1. Welche Kennzahlen verwendet der Senat zur Bewertung der Qualität der Baustellenkommunikation?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Spezifische Kennzahlen zur Bewertung der Qualität der Baustellenkommunikation werden aktuell nicht genutzt.

  1. Welche konkreten Ziele verfolgt der Senat hinsichtlich der Verbesserung der Bürgerinformation im Rahmen der Strategie Zukunft Tiefbau?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Mit der Strategie „Zukunft Tiefbau“ werden folgende konkrete Ziele zur Verbesserung der Bürgerinformation:

  • Transparente, verständliche und aktuelle Information
  • Digitale und analoge Informationskanäle
  • Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmenden
  • Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit
  • Barrierefreiheit
  • Einheitliche Datenbasis
  • Stadtweite und metropolregionale Kommunikation
  1. Bis wann sollen die in der Strategie angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Information und Kommunikation vollständig umgesetzt werden?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Information und Kommunikation werden schrittweise umgesetzt.

  1. Wie viele Beschwerden, Eingaben oder sonstige Rückmeldungen zu unzureichender Baustelleninformation sind dem Senat in den Jahren 2023, 2024 und 2025 bekannt geworden? Bitte jeweils nach Jahren aufschlüsseln.

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Eine gesonderte Statistik über die Anzahl der Beschwerden, Eingaben oder sonstigen Rückmeldungen zu unzureichender Baustelleninformation wird nicht geführt. Diese gehen an unterschiedlichen Stellen innerhalb der Freien und Hansestadt Hamburg ein. Eine differenzierte Aufschlüsselung nach Jahren für 2023, 2024 und 2025 liegt daher nicht vor.

  1. Welche Rolle spielen die Bezirksämter bei der Umsetzung der neuen Kommunikationsstrategie?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Die Bezirksämter setzen die Kommunikationsstrategie auf Bezirksebene um. Sie informieren über bezirksrelevante Maßnahmen, pflegen die erforderlichen Daten in den zentralen Systemen, wirken an der Baustellenkoordination mit und stellen eine einheitliche sowie aktuelle Datenbasis für die öffentliche Kommunikation sicher.

Die Bezirksämter spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Kommunikationsstrategie:

  • Information und Kommunikation auf Bezirksebene: Die bezirklichen Koordinator:innen in-formieren über bezirksrelevante Maßnahmen gegenüber der Öffentlichkeit, den bezirklichen Gremien und Stakeholdern.
  • Eintragung und Pflege von Maßnahmen: Die Bezirksämter sind für die Eintragung und Pflege der Maßnahmen in den zentralen Systemen (z. B. ROADS) auf dem Bezirksstraßennetz verantwortlich.
  • Verteilung von Anliegerinformationen.
  • Beteiligung an der Baustellenkoordination: Die Bezirksämter sind in die Baustellenkoordination eingebunden und wirken an der Umsetzung der Kommunikationsvorgaben mit.
  • Sicherstellung der Datenqualität: Sie stellen sicher, dass die öffentlich kommunizierten Daten aktuell, einheitlich und identisch zu den technischen Systemdaten sind.
  1. Welche Maßnahmen wurden beziehungsweise werden speziell im Bezirk Wandsbek umgesetzt, um die Information von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Verkehrsteilnehmern über Baustellen zu verbessern?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Siehe Antwort zu 1.

Bezirksamt Wandsbek:

Vor jeder Baumaßnahme des Bezirksamtes Wandsbek, Fachamt Management des öffentlichen Raumes, werden ca. zwei Wochen vor Baubeginn im gesamten Gebiet der Baustelle Anliegerinformationsschreiben verteilt. In Einzelfällen wird auch durch Plakatkampagnen auf die Bauarbeiten hingewiesen oder bereits im Rahmen der Planung eine Bürgerbeteiligung durchgeführt. Gewerbetreibende, die mit Einschränkungen zu rechnen haben, werden frühzeitig im Rahmen der Planung beteiligt. Verkehrsteilnehmende werden durch Hinweistafeln auf die Baustelle hingewiesen und können ggf. mittels Umleitungsbeschilderung die Baustelle umfahren. Außerdem erfolgt eine Bekanntmachung jeder Baustelle des Bezirksamtes über den Internetauftritt des Bezirksamtes (Link siehe unter 16.).

  1. Wie viele Baustellen im Bezirk Wandsbek verfügen aktuell über
    a) Angaben zum Bauherrn beziehungsweise Vorhabenträger,
    b) Angaben zum Bauzweck,
    c) Angaben zur geplanten Bauzeit,
    d) einen Ansprechpartner,
    e) einen QR-Code oder ein vergleichbares digitales Informationsangebot?

Bezirksamt Wandsbek:

Aktuell (Juli 2026) unterhält das Bezirksamt Wandsbek sechs Baustellen, bei allen wurden vor Baubeginn Schreiben mit den unter a) bis e) genannten Informationen verteilt.

Außerdem führt das Bezirksamt Wandsbek im Juli 2026 elf Tagesbaustellen durch, bei allen wurden vor Baubeginn Schreiben mit den unter a) bis d) genannten Informationen verteilt. Bei Tagesbaustellen wird auf digitale Informationen verzichtet.

Zu e) siehe Frage 15 (Informationen im Internet, https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/bezirke/wandsbek/themen/verkehr/strassenbaustellen-im-bezirk-wandsbek)

  1. Liegen dem Senat Erkenntnisse darüber vor, wie viele Baustellen im Bezirk Wandsbek derzeit ohne Angaben zu Bauzweck, Bauzeit oder Ansprechpartner betrieben werden? Wenn ja, bitte darstellen.

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) zu Ziffer 16-17:

Entsprechende Statistiken werden nicht geführt.

  1. Welche Anforderungen sollen nach Auffassung des Senats künftig an die Bürgerinformation bei Straßenbaustellen gestellt werden?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Anliegerinformationen sollen bei Straßenbaustellen künftig folgende Anforderungen erfüllen:

  • Sie sollen Informationen zum Ziel der jeweiligen Maßnahme, zur geplanten Dauer und zum Verlauf enthalten.
  • Darüber hinaus sollen die Auswirkungen und Wechselwirkungen der Baumaßnahme dar-gestellt werden.
  • Es sollen Hinweise zu Mobilitätsalternativen gegeben werden.
  • Ebenso sind Informationen zu Aspekten der Daseinsvorsorge und Gefahrenabwehr, insbesondere im Hinblick auf Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, bereitzustellen.

Diese umfassenden Informationen sollen sicherstellen, dass die betroffenen Bürger:innen transparent und frühzeitig über alle wesentlichen Aspekte der jeweiligen Baumaßnahme informiert werden.

  1. Ist vorgesehen, Baustelleninformationen künftig mit digitalen Karten- und Navigationsdiensten sowie den Informationsangeboten der Freien und Hansestadt Hamburg zu verknüpfen? Wenn ja, in welchem Umfang?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Ja. Baustelleninformationen werden bereits über die öffentliche Baustellenkarte der Freien und Hansestadt Hamburg bereitgestellt. Darüber hinaus werden die zugrunde liegenden Daten an die Mobilithek übermittelt und damit auch digitalen Karten- und Navigationsdiensten zur Verfügung gestellt.

  1. Wie bewertet der Senat den Umstand, dass trotz der öffentlichen Ankündigung verbesserter Baustellenkommunikation zahlreiche Baustellen auch im Bezirk Wandsbek weiterhin weder über QR-Codes noch über umfassende Informationen zu Anlass, Dauer und Ansprechpartnern verfügen?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Die Umsetzung der in der Strategie „Zukunft Tiefbau“ vorgesehenen Maßnahmen zur Verbesserung der Baustellenkommunikation erfolgt schrittweise. Die Strategie richtet sich an die Hamburger Realisierungsträger, die ihre internen Prozesse und Kommunikationsformate entsprechend anpassen. Dieser Umstellungsprozess dauert an. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass noch nicht alle Baumaßnahmen über QR-Codes oder einen einheitlichen Informationsumfang vergen. Die BVM begleitet und monitort die Umsetzung der Strategie.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Strategie Baumaßnahmen privater Vorhabenträger, die ebenfalls im öffentlichen Raum tätig sind, nicht verpflichtet.

  1. Ist es vorgesehen, dass Bürgerinnen und Bürger direkt über den QR-Code Mängel an der Baustelle der Verwaltung melden können (z.B. schlechte Baustellenabsicherung, blockierte Gehwege, Lärm außerhalb der Arbeitszeiten)? Wenn ja, bitte erläutern. Wenn nein, warum nicht?

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

r solche Anliegen steht die Baustellen-Hotline zur Verfügung. Außerdem können sich Bür-ger:innen mit ihrem Anliegen beim Melde-Michel melden.

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