Die Tagesordnung wird einstimmig gebilligt.
Die Auskunftsperson stellt mit einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem TOP der Niederschrift) das Projekt vor. Einleitend führt sie hinsichtlich des Bedarfs aus, dass nach dem DAK-Pflegereport aus 2025 die Fehlzeiten von ArbeitnehmerInnen durch psychische Erkrankungen auf hohem Niveau verblieben und - besonders bei den Frauen - leicht gestiegen sei. Das Projekt bestehe aus vier Kolleginnen als Fachkoordinatorinnen für das Fortbildungsmanagement bei Kooperationspartnern. Es läuft von September 2019 bis Dezember 2025, gefördert wurde dieses durch die Auridis Stiftung und das GKV-Bündnis für Gesundheit. Das Netzwerk berät nicht Eltern direkt, sondern Personen aus der Jugend- und Familienhilfe wie Kitas und Schulen und unterstützt neben diesen MultiplikatorInnen auch die Netzwerkarbeit.
Als das Projekt 2019 gestartet wurde, habe man den Bezirk Harburg als denjenigen mit dem größten Bedarf ausgewählt. Diverse Studien gehen davon aus, dass gegenwärtig jedes vierte Kind in Deutschland größeren psychischen Belastungen im Elternhaus ausgesetzt sei. Würde man dies auf Harburg herunterbrechen, wären dies über 8.000 Kinder, welche bei Eltern mit psychischen Erkrankungen aufwuchsen. Bei den betroffenen Kindern gäbe es eine erhöhte Gefahr für psychatrische Erkrankungen oder der Erfahrung von Missbrauch.
Die Referentin wünscht sich für die Zukunft dieser wertvollen Arbeit die Finanzierung einer Netzwerkstruktur, welche Arbeitskreise, Fortbildungen, Fachtage sowie Schwerpunkte in anderen Formaten der bezirklichen Koordination beinhalte und eine Person als Schnittstelle zwischen GPV und Psychiatriekoordination in den Bezirken arbeiten würde. Das Thema würde sowohl die Jugendhilfe wie auch die Gesundheitsplanung betreffen. In anderen Kommunen sei diese Arbeit mit einer vollen Personalstelle verankert, während Hamburg bis zum Jahre 2030 zunächst einen Psychatrieplan erarbeiten wolle und erst dann Projekte initiieren wolle.
In Anschluss an den Vortrag wurde aus dem Gremium die Frage formuliert, was die Referentin betroffenen Familien raten würde, deren Kinder in Obhut genommen worden seien und eine Rückholung von den Behörden als psychische Affekthandlung gedeutet werde. Die Referentin verweist zum einen auf die Kompetenz der MitarbeiterInnen des Jugendamts. Deren Auftrag sei grundsätzlich darauf gerichtet sei, dass Kinder zu den Eltern zurückgeführt werden sollen. Dies sei jedoch in manchen Fällen mit dem Kindeswohl nicht vereinbar und werde daher versagt. Sie konstatiere, dass die betroffenen Eltern sich nach der Inobhutnahme mit den gleichen Problemen konfrontiert sähen, welche diese Situation verursacht hätten - und dies ohne Betreuung oder Begleitung.
Der Ausschuss bedankt sich bei der Auskunftsperson für Ihre Ausführungen.
Der Ausschuss erklärt den Antrag für erledigt.
Anlagen
SIGI am 17.11.2025 - Präsentation Projekt Aufklaren (1180 KB)
Die Auskunftspersonen des DRK stellen dieses Projekt mit einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem TOP der Niederschrift) vor. Es beinhaltet die Begleitung durch ehrenamtliche Begleiter: innen von neu in Deutschland angekommenen Menschen zu Behörden, ärztlichen Terminen und anderen Anlässen. Dabei gehe es mit Übersetzung um die Erläuterung der behördlichen und institutionellen Strukturen und um Hilfen bei Fragen im Alltag. Die Zusammenarbeit beträfe:
- Unterkünften im Bezirk Harburg,
- das Projekt Aufsuchende Männer- und Väterarbeit (SIN),
- die Migrationsberatung für erwachsene Zuwandernde MBE,
- das lokales Gesundheitszentrum,
- Jugendmigrationsdienste JMD (bis 27 Jahre) und
- andere Träger, Projekte und Behörden im Bezirk und in Hamburg
Die Begleitungen werden in der Präsentation nach Tätigkeitsschwerpunkten aufgeführt und einer der Begleiter stellt sich im Ausschuss persönlich vor. Aus dem Ausschuss wird ergänzt, dass die Begleitung und Dolmetscherleistungen beispielsweise im Gesundheitswesen zu einer deutlichen Entlastung der betroffenen Ärzte führen.
Auf Nachfrage aus dem Ausschuss nach der Unterscheidung zu dem Projekt „Elternlotsen“ (Stadtteileltern) betonen die Auskunftspersonen, dass ihr Projekt für Menschen jederzeit und aus allen Altersklassen zugänglich sei. Die Elterlotsen bzw. Stadtteileltern seien nicht am Wochenende tätig und deren Angebot richte sich an Kinder von o-6 Jahren. Im Bezug auf die Kulturdolmetscher führen die Referenten aus, dass sie diese und deren Arbeit noch nicht in Neuenfelde wahrgenommen hätten.
Der Ausschuss bedankt sich bei den Auskunftspersonen für deren Ausführungen.
Anlagen
SIGI am 17.11.2025 - Präsentation Alltagsbegleiterinnen (742 KB)
Die Vorsitzende informiert den Ausschuss, dass dieser über die Stellungnahme nicht abschließend auf dieser Sitzung beraten müsse und regt an, dass die Fraktionen dieses Thema bis zur kommenden Sitzung des SIGI am 12.01.2026 vertagen.
Die Verwaltung führt ergänzend aus, dass die Stellungnahme des Bezirksamts dem Ausschuss zur Kenntnis übergeben werde. Diese Stellungnahme werde der Fachbehörde anschließend übersandt. Der Ausschuss könne bis kommenden Februar zur Anhörung beraten und sich entweder den Stellungnahmen zu den einzelnen Haushaltstiteln anschließen oder eine eigene Stellungnahme entwickeln.
Der Bezirksseniorenbeirat und die CDU-Fraktion geben Ihre Zustimmung zur Stellungnahme des Bezirksamts bekannt.
Aus dem Ausschuss wird gefragt, ob auch Fraktionen Stellungnahmen einreichen könnten. Dies wird vorerst verneint, die Verwaltung sagt jedoch eine erneute Prüfung zu.
Nachtrag der Verwaltung:
Fraktionen können zu den Rahmenzuweisungen BVG eigene Stellungnahmen zusenden, welche an die jeweilige Fachbehörde weitergeleitet werden. Da die Fachbehörden das Bezirksamt sowie die Bezirksversammlung als Adressaten anschreiben, kann keine Aussage getroffen werden, ob und wie die Fachbehörde weitere Stellungnahmen
berücksichtigt bzw. berücksichtigen kann.
Die Drucksache verbleibt im Ausschuss.
Der Ausschuss kommt dahingehend überein, die Beratung auf die kommende Sitzung des Ausschusses am 12.01.2026 zu vertagen.
Die Drucksache verbleibt im Ausschuss.
Mehrere Fraktionen kündigen hierzu eine eigene Stellungnahme an.
Der Ausschuss nimmt von der Drucksache Kenntnis.
Der Ausschuss erklärt den Antrag für erledigt.
Der Integrationsrat berichtet über seine jüngsten Aktivitäten und verweist dabei auf Folgende:
Teilnahme an dem Suedkultur-Programm,
Besuch der ÖRU in der Schlachthofstraße samt Gespräch mit der Einrichtungsleitung,
Teilnahme am Schweigemarsch zum Gedenken an die Progromnacht,
Durchführung seiner Sprechstunden in Harburg und Süderelbe
sowie Durchführung der 17. Integrationskonferenz. Der Bericht hierzu wird auf einer der kommenden Sitzungen nachgereicht.
Landesintegrationsbeirat
Die Verwaltung berichtet, dass der Landesintegrationsbeirat, der eigentlich neu gewählt werden müsse, vorläufig weiter im Amt bleibe. Hintergrund seien derzeitige Bemühungen auf Landesebene, die Arbeit der Integrationsbeiräte gesetzlich zu regeln.
Lokale Partnerschaften für Demokratie
Die Verwaltung berichtet, dass das Bezirksamt endlich aufgefordert wurde, einen inhaltlichen Antrag für das Jahr 2026 einzureichen, die finanziellen Bedarfe werden später abgefragt.
Die Verwaltung berichtet, dass die drei aufgestellten Behälter auf dem Schwarzenberg vor Ort umgestellt worden seien - und zwar an folgenden Orten:
- an eine Laterne am Abrigado,
- dichter an das Denkmal zwischen Abrigado und ReBBZ sowie
- in die Nähe von zwei Bänken.
Die Umsetzung der Behälter erfolge mit der Erwartung, dass diese von den Konsumenten besser wahrgenommen und auch genutzt werden. Bis vergangenen Woche seien von der Stadtreinigung in den besagten Behältern 44 Gegenstände vorgefunden worden.
Aus dem Ausschuss wird die Bitte an die Verwaltung formuliert, dem Abrigado die neuen Standorte mitzuteilen, damit dieses bei Bedarf darauf verweisen könne.
Es liegt nichts vor.