Protokoll
Sitzung des Kulturausschusses vom 02.07.2026

Ö 1

Feststellung der Tagesordnung

Aus dem Ausschuss wird kritisch angemerkt, dass bis zum Sitzungstag auf der Tagesordnung nur von der Vorstellung des Abschlussberichts gesprochen wurde, jedoch keine Drucksache mit einer entsprechenden Vorlage vorlag: So habe man sich nicht auf dieses Thema vorbereiten können.

 

Die Verwaltung erinnert, dass im Ausschuss mehrfach zu diesem Punkt berichtet worden sei:  Man habe sich seinerzeit an die Stiftung Hamburger Museen gewandt, nachdem die Forschungsstelle an der Hamburger Universität den Auftrag abgelehnt habe. Die Bezirksversammlung habe 15.000 Euro für das Forschungsprojekt bewilligt. Die Verwaltung habe den TOP auf die Tagesordnung gesetzt, da sie beauftragt worden sei, den entsprechenden Auftrag umzusetzen.

 

Nach kurzer Diskussion wird zur eindeutigeren Klärung vorgeschlagen, die Tagesordnung zu ändern und dem zugrundeliegenden als TOP 4,  die Stellungnahme als TOP 4.1. und den Abschlussbericht als TOP 4.2. zuzuordnen: Der Ausschuss erklärt sich damit einverstanden

Die Tagesordnung wird mit dieser Ergänzung einstimmig gebilligt.

 

Ö 2

Aktuelles von SuedKultur

Der Punkt entfällt, da kein Vertreter von SuedKultur anwesend ist.

 

 

Ö 3 - 22-1676

Gemeinsamer Antrag SPD und Linke Harburg betr. Erinnerung stärkt Demokratie - Einladung des Vereins Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. in den Kulturausschuss (mit dem Sprecher der Hamburger Arbeitsgruppe von Gegen Vergessen Für Demokratie e.V.)

Der Referent von „Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.“ stellt den gemeinnützigen Verein mit seinen bundesweit 40 Arbeitsgruppen vor, dessen Vereinszweck Werbung für Demokratie und Toleranz sowie die Auseinandersetzung mit politischem Extremismus <https://de.wikipedia.org/wiki/Extremismus>, Rassismus <https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus>, Fremdenfeindlichkeit <https://de.wikipedia.org/wiki/Xenophobie> und Ausgrenzung sei. Er erinnert, dass der Verein 1993 gegründet worden sei, als Deutschland zahlreiche fremdenfeindliche Ausschreitungen wie in Rostock, Hoyerswerda, Solingen oder Mölln erschütterten. Dabei werde vom Verein sowohl das Vermächtnis des Widerstands gegen die Diktatur des Nationalsozialismus sowie des kommunistischen Systems in der DDR thematisiert. Neben Veranstaltungen und Zeitzeugengespräche organisiere der Verein auch Ausfahrten zu ehemaligen Konzentrationslagern oder Gefängnissen der Stasi.

 

Die Auskunftsperson schildert historische Beispiele des Engagements. Er berichtet über durchgeführte Argumentationstrainings gegen Rechtsextremisten, mit denen man Mitglieder an Infotischen schulen wolle, um auf entsprechende Begegnungen vorbereitet zu sein. Sie räumt ein, dass die Kooperation mit Schulen verbesserungsfähig sei: Wenn ein persönlicher Kontakt vorhanden sei, würde diese gelingen. Des Weiteren verweist sie- als Verbindung zum Thema Kolonialismus - auf Denkmäler und Orte des Gedenkens, bei denen die historische Herkunft und Einordnung fehle.

 

Auf Nachfrage ergänzt der Referent mit Verweis auf die politische Entwicklung in den USA die Notwendigkeit der Sicherung einer unabhängigen Rechtsprechung und führt entsprechende Bemühungen auf Länderebene in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an. Der Verein beteilige sich am Bundesprogramm Demokratie Leben: Man schaue nach den aktuell geänderten politischen Rahmen, inwieweit man sich in dem Programm in Hamburg weiter beteiligen könne.

 

Auf Nachfrage bejaht die Auskunftsperson, dass diese seinerzeit Mitglied der Expertenrunde war, die sich im Auftrag des Senats mit dem Thema „NS-belastete Straßen in Hamburg“ beschäftigt habe. Sie berichtet aus dem Kontext der damaligen Beratung und verweist auf zahlreiche Straßenumbenennungen in der Umgebung des UKE. Hier zieht sie eine Parallele zum Kolonialismus und verweist auf noch existierende Straßennamen in Altona, wo z.B. immer noch eine Verbindung zu  Sklaverei in Deutsch-Südwestafrika gegeben sei. 

 

Abschließend sagt der Referent zu, weitergehende Links dem Ausschuss zur Verfügung zu stellen.

 

Nachtrag der Verwaltung: Folgende Links stellt der Referent zur Verfügung:

 

Angebotsflyer:

<https://gegen-vergessen.de/mediathek/5169/gvfd_gemeinsam_flyer_online_2026/>

 

Methodenhandbuch- Demokratie Im Dialog:

<https://gegen-vergessen.de/mediathek/4954/methodenhandbuch-demokratie-im-dialog/>

 

Wegweiser zu Angeboten der politischen Bildung:

<https://gegen-vergessen.de/mediathek/3896/wegweiser_2025/>

Der Ausschuss erklärt den Antrag für erledigt.

Ö 4 - 21-1797

Antrag DIE LINKE betr.: Harburg für alle! - Impulsgabe und Unterstützung zur Kolonialforschung in Harburgs Geschichte

Der Ausschuss erklärt den Antrag vor dem Hintergrund der Stellungnahme (siehe TOP 4.1.) sowie der Vorstellung des Abschlussberichtes (siehe TOP 4.2.) für erledigt

 

Ö 4.1 - 21-1797.03

Stellungnahme zum Antrag DIE LINKE betr.: Harburg für alle! - Impulsgabe und Unterstützung zur Kolonialforschung in Harburgs Geschichte (Vorlage des Abschlussberichts)

Der Ausschuss nimmt von der Drucksache Kenntnis.

 

 

Ö 4.2

Abschlussbericht: Forschungsauftrag zur kolonialen Gewalt-, Ausbeutungs-, Unterdrückungs- und Widerstandsgeschichte konkret im und in der Verbindung mit dem Bezirk Harburg (Vorstellung durch die beauftragten WissenschaftlerInnen)

Die beauftragten Wissenschaftler des Forschungsauftrages „Koloniales Harburg“ stellen mit einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem TOP der Niederschrift) dar, wo in einem Zeitraum von 6 Monaten eine historische Erforschung Harburger kolonialer Verflechtungen mit Hilfe einer Literatur- und Archivrecherche durchgeführt wurde.

 

Nach einer historischen Einordnung durch historische Einzelpersonen zeigen sie mit einer Zeittafel von Harburger Mitgliedern in der seinerzeitigen Deutschen Kolonialgesellschaft 

 Fokus u.a. auf sichtbare Spuren und Widerstand auf. Es sei zu beachten, dass Harburg in Bezug auf die wirtschaftliche Verflechtung herausrage: Hier seien Güter und Waren von verschiedenen Kolonialmächten aus unterschiedlichen Kolonien verarbeitet worden - und nicht etwa nur solche aus den deutschen Kolonien.

 

In Bezug auf die mögliche Verbreiterung des generierten Wissens schlagen die Wissenschaftler Vortragsreihen, Blogbeiträge, Seminare an Hochschulen, Stadtführungen, die Entwicklung von didaktischen Materialien sowie die Durchführung von Konferenzen und die Erstellung von thematischen Sammelbänden vor. In Bezug auf die genannte Kontextualisierung und Umbenennung von Straßennamen verweisen einige Ausschussmitglieder darauf, dass die jüngste Bezirksversammlung entsprechende Anträge mehrheitlich abgelehnt habe.

 

Die Auskunftspersonen betonen, dass es sich bei dieser Ausarbeitung nicht um ein abgeschlossenes Forschungsthema handele. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss nach der Einbeziehung von Verbrechen gegen die Nama und Hereo antworten die Referenten, dass sich der konkrete Forschungsauftrag auf die direkte Verbindung mit Harburg bezogen sei und nicht nationale Kolonialbestrebungen oder Verbrechen umfasst habe. Die Recherche zur Gewaltgeschichte im Bezuge auf Kolonialismus sei jedoch im Forschungsauftrag ebenfalls enthalten gewesen. In Bezug auf die gesellschaftliche Befassung sei unstrittig, dass es hieraus ökonomische Gewinne für beteiligte Firmen gegeben habe. Es sei eine interessante Forschungsfrage, inwieweit auch die Arbeiterschichten hiervon mittelbar profitiert hätten oder ob diese in ihrer rechtlichen Stellung nicht in vergleichbaren Verhältnissen gearbeitet hätten.

 

In Bezug auf Nachfragen zur Publikation erinnert die Verwaltung daran, dass der Bericht in ALLRIS sowie in der Gremienmappe zu dieser Sitzung bereits hinterlegt sei. Diese Publikation werde zeitnah auf der Homepage des Bezirksamts zur Verfügung gestellt.

 


Anlagen
Präsentationm Koloniales Harburg vom 02.07.2026 (2709 KB)

Ö 5 - 22-1535

NEU Antrag CDU betr. Konzeption und Perspektiven des Harburger Theaters (mit dem Geschäftsführer des Harburger Theaters)

Die Auskunftspersonen stellen das Harburger Theater in einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem Top der Niederschrift) vor. Neben einem Vergleich der vergangenen Spielzeiten und Darstellung der letztjährigen Highlights wird neben einem Verweis auf das sehr gut besuchte Kinderprogramm auf die geplanten strukturellen Änderungen eingegangen.

 

Folgende Wünsche werden an die Politik formuliert:

 

• Förderung von Produktionen, die in Harburg uraufgeführt werden können

• Vermittlung von Kooperationen und Partnerschaften in die Harburger Wirtschaft oder zur TU Harburg etc.

• Einführung einer Initiative ähnlich dem Jugendkulturring

• Verbesserung der Beschilderung

• Schaffung von Parkplätzen für Theatergäste (Apcoa Arcaden)

 

Auf Nachfragen aus dem Ausschuss stellen die Referenten dar, aus welchen Gründen sich derzeit eine Produktion mit Uraufführung im Harburger Theater derzeit finanziell schwer zu realisieren sind. Bei Nachfragen hinsichtlich der Gastronomie antworten die Auskunftspersonen, dass es sich um einen unabhängigen Pächter handele, der sich hinsichtlich seiner Öffnungszeiten an dem Besucherzuspruch orientiere. Man habe bei direkten Absprachen gute Erfahrungen dahingehend gemacht, dass eine längere Öffnung der Gastronomie ermöglicht werde. Dennoch werde man hierzu das Gespräch mit Ihm suchen. Der Publikumszuspruch komme aus dem Bezirk Harburg und dem Landkreis Harburg, leider wenig von nördlich der Elbe.

Der Ausschuss erklärt den Antrag für erledigt.


Anlagen
Präsentation Harburger Theater im Kulturausschuss am 02.07.2026 (2474 KB)

Ö 6 - 21-0977.02

Umwidmung der nicht verbrauchten Mittel aus der Drucksache 21-0977 zur Umsetzung erster Maßnahmen aus dem Kulturplan für den Bezirk Harburg

Aus dem Ausschuss wird um Erläuterung gebeten, warum mehr als 50% der ursprünglich veranschlagten Mittel noch offen seien. Die Verwaltung informiert dahingehend, dass man zu Beginn der Umsetzung der Forderungen aus der Drs. 21-0977 einen Betrag habe darlegen müssen. In der das Projekt begleitenden interfraktionellen Arbeitsgruppe sei dies erörtert worden. Man habe sich zu dieser offiziellen Umwidmung entschieden, damit dies politisch gewünschte Vorhaben rechtssicher umgesetzt werden könne. Die Verwaltung sei in der besagten interfraktionellen Arbeitsgruppe beauftragt worden, die Vorlage zu entwickeln.

 

Aus den Fraktionen wird nachgefragt, ob bei den besagten 25.000 Euro schon hinsichtlich der Kosten für den anvisierten Werkvertrag sowie der Untersuchung zum Thema „Kulturelle Teilhabe“ inkl. einer Umfrage unter Besucher*innen und Nicht-Besucher*innen von Harburger Kulturangeboten möglich sei. Die Verwaltung erläutert, dass je nach Leistungsumfang unterschiedliche Summen denkbar seien. Man würde vor einer Vergabe den Ausschuss informieren. Es gehe um eine Teilfinanzierung für eine Koordinationsstelle, nicht um eine Künstlerförderung.

 

Der Ausschuss beschließt mehrheitlich (bei Ablehnung der AfD und Enthaltung der CDU) die entsprechende Drucksache.

 

Ö 7 - 21-0977.02

Mitteilungen der Verwaltung

Die Verwaltung berichtet, dass die Finanzbehörde die vorliegenden Restmittel von 20.000 Euro freigegeben habe, so dass diese zur Finanzierung bereits beschlossener Stadtteilkulturprojekte genutzt werden können. Auf Nachfrage wird festgehalten, dass damit alle bislang bewilligten und beantragten Projekte finanziert werden könnten.

 

Ö 8 - 22-1938

Projektmittel Stadtteilkultur Juni 2026

 

Der Ausschuss nimmt von der Drucksache Kenntnis.

Ö 9 - 22-1938

Verschiedenes

Es liegt nichts vor.

 

Ö 10

Verschiedenes