22-2042.01

Stellungnahme zum Volt Antrag: Hitzefolgen im Bezirk Harburg - Schäden erfassen, bewerten und beheben

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Sachverhalt

Volt Antrag: Hitzefolgen im Bezirk Harburg - Schäden erfassen, bewerten und beheben

Der Sommer 2026 hat auch im Bezirk Harburg Spuren hinterlassen. Wiederholte Hitzeperioden, längere trockene Phasen aber auch Strakregenereignisse haben nicht nur die Menschen belastet, sondern auch das öffentliche Grün, die bezirkliche Infrastruktur sowie den Betrieb öffentlicher Einrichtungen und Angebote vor erhebliche Herausforderungen gestellt.

Besonders sichtbar sind die Folgen bei den Straßenbäumen. An zahlreichen Standorten im Bezirk sind starke Trockenschäden zu beobachten; einzelne Bäume haben große Teile ihrer Krone verloren oder sind offenbar bereits abgestorben. Auch Grünanlagen, Pflanzflächen und Rasenflächen zeigen oder zeigten deutliche Belastungsspuren. Bei Bäumen und anderen Gehölzen wird sich das tatsächliche Ausmaß der Schäden teilweise erst in den kommenden Monaten oder während der nächsten Vegetationsperiode zuverlässig beurteilen lassen.

Die Auswirkungen der Hitze beschränkten sich jedoch nicht auf das öffentliche Grün. Der Wochenmarkt am Sand musste an besonders heißen Markttagen bereits um 12 Uhr und damit eineinhalb Stunden früher als üblich schließen. Dies geschah zum Schutz der Marktbeschickenden, der Besucher und der leicht verderblichen Lebensmittel. Das Beispiel zeigt, dass längere Hitzeperioden inzwischen auch den Betrieb öffentlicher Angebote, Arbeitsabläufe sowie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben im Bezirk beeinflussen.

Die Mitarbeitenden des Bezirksamtes mussten während der Wetterextreme kurzfristig reagieren, Schäden beurteilen, Gefahrenstellen absichern und Maßnahmen priorisieren. Dabei verteilen sich die Erfassung, Bewertung und Behebung möglicher Hitzeschäden auf unterschiedliche Bereiche der Verwaltung. Soweit andere Behörden, Landesbetriebe, öffentliche Unternehmen oder private Träger zuständig sind, müssen Schäden zudem weitergemeldet und deren Bearbeitung nachverfolgt werden.

Mit dem Ausklingen des Sommers ist daher der richtige Zeitpunkt gekommen, eine erste Bilanz zu ziehen. Für die Bezirksversammlung ist von Interesse, wie die Verwaltung Hitzeschäden erfasst und bewertet, nach welchen Kriterien Maßnahmen priorisiert werden, welche finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung stehen und in welchem Zeitraum mit der Behebung der festgestellten Schäden gerechnet werden kann. Darüber hinaus sollte ausgewertet werden, welche Erfahrungen aus dem Sommer 2026 für die Vorbereitung auf zukünftige Hitzeperioden gewonnen werden können.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Die Bezirksverwaltung wird gebeten, in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz durch fachkundige Vertreter insbesondere des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes und des Fachamtes Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt darüber zu berichten, wie hitzebedingte Schäden und Beeinträchtigungen im Sommer 2026 erfasst, dokumentiert, priorisiert, an zuständige Stellen weitergeleitet und behoben werden.

Dabei sollen insbesondere eine erste Bilanz der Schäden am öffentlichen Grün und an der bezirklichen Infrastruktur sowie der Einschränkungen öffentlicher Angebote, die verfügbaren personellen und finanziellen Mittel, der voraussichtliche Zeitrahmen für die Schadensbeseitigung und notwendige Ersatzpflanzungen sowie die aus dem ausklingenden Sommer gezogenen Schlussfolgerungen für das zukünftige Monitoring und die Prävention dargestellt werden.

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

25. September 2026

Das Bezirksamt nimmt zu der Drucksache wie folgt Stellung:

Schäden durch die Hitze im Jahr 2026, z.B. an Bäumen, können nicht konkret diesem Ereignis allein zugeordnet werden. Bei Bäumen spielen meist vorjährige Probleme eine Rolle, die sich dann Jahre später in der mangelnden Vitalität zeigen.

Auffällig waren im Jahr 2026 die vermehrten Grünastausbrüche, welche ebenfalls durch vorjährige und die diesjährige Trockenheit begünstigt wurden.

Ebenso die Wipfeldürre oder das vorzeitige Absterben von Bäumen mit Flachwurzeln.

Klimatische Veränderungen wirken sich zunehmend negativ auf die Gesundheit und Vitalität von Bäumen aus, insbesondere im urbanen Raum wie Hamburg. Steigende Durchschnittstemperaturen und häufigere Hitzewellen setzen viele Baumarten unter Stress, vor allem solche, die an kühlere Bedingungen angepasst sind. Trockenperioden und verringerte Niederschläge wie in 2026 führen zu Wassermangel, wodurch die Bäume geschwächt werden und zudem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind.

Die Abteilung Stadtgrün begegnet den aktuellen Herausforderungen, indem sie die Auswahl der Baumarten gezielt anpasst und klimaresiliente/ klimaangepasste Arten für Neupflanzungen bevorzugt. Die Schäden an Bestands-Bäumen, durch die sich verändernden klimatischen Verhältnisse im urbanen Raum, nehmen seit Jahren zu. Im Frühjahr 2027 wird sich zudem zeigen, welche Folgeschäden u. a. die erneuten Hitzewellen des Jahres 2026 hinterlassen haben.

Schon jetzt ist absehbar, dass bisher heimische Baumarten dem nicht gewachsen sind und die Anzahl der Fällungen wegen Vitalitätsverlust steigen wird.

Im Baumkataster werden diese Schäden bei den Routinekontrollen durch die bezirklichen Baumkontrolleure erfasst. Erforderliche Maßnahmen werden priorisiert und beauftragt.

Die aktuelle Freigabe zusätzlicher Mittel für Nachpflanzungen von Straßenbäumen, sowie eine personelle Verstärkung im Bereich Straßenbaum-kontrolle, führt erfreulicherweise in der anstehenden Pflanzsaison 2026/27 zu 68 neu nachzupflanzenden Straßenbäumen.

Im Bereich der Rasen- und Gehölzflächen sind derzeit keine auffälligen Schäden zu verzeichnen. Rasenflächen, die bei Trockenheit braun werden, regenerieren sich in der Regel nach Niederschlägen selbstständig. Bei Staudenpflanzungen ist jedoch festzustellen, dass der jährliche Bewässerungsbedarf steigt. In Bereichen ohne automatische Bewässerung sollte künftig verstärkt auf trockenheitsresistente Stauden gesetzt werden.

Die erhöhte Bewässerung führt zu steigenden Pflegekosten für Staudenflächen, was sich negativ auf die Pflege anderer Bereiche wie Spielplätze auswirkt, da die Ausgaben aus einer gemeinsamen Rahmenzuweisung der Fachbehörde finanziert werden. Pflegeintensive Pflanzflächen sollten daher auf ausgewählte, repräsentative Standorte beschränkt und möglichst mit trockenheitsresistenten Pflanzen bestückt werden.

Die Abteilung Stadtgrün legt Wert darauf, die Auswahl von Bäumen und anderen Pflanzen bei Neuplanungen und Neupflanzungen den aktuellen klimatischen Anforderungen entsprechend anzupassen.

Carstensen

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Sand
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