20-4737.01

Stellungnahme zum Antrag SPD betr. Elektrobusse und Brennstoffzellenbusse auch in Harburg einsetzen

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

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09.03.2021
15.10.2019
10.09.2019
Sachverhalt

Der Bezirk Harburg war für Elektrobusse in Hamburg führend: Hier gab es die einzigen Oberleitungs-Busse der Stadt.

Nach Presseberichten werden nun bei der geplanten Umrüstung der HVV-Busse auf Elektroantrieb erste Bus-Werkstätten für die Wartung und das Aufladen der Busse in Betrieb genommen:

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein haben schon Mitte Januar eine neue Werkstatt für Elektrobusse in Bergedorf in Betrieb genommen.

In diese 2700 Quadratmeter große Halle mit 5 Busspuren wurden 10 Millionen Euro investiert. Zwei neue Busse des deutschen Herstellers Sileo sollen dort gewartet werden. Ab 2020 wollen die VHH nur noch Elektrobusse anschaffen, bis 2030 sollen es 137 Fahrzeuge sein.

Auch die Hamburger Hochbahn treibt die Umstellung auf Elektrobusse voran. Es sind 4 Fahrzeuge im Einsatz, 2 davon befinden sich im Probebetrieb auf verschiedenen Linien." Die Erfahrungen sind gut", sagte Hochbahnsprecher Christoph Kreienbaum. Die Busse haben eine Reichweite von 150 km - und eine zusätzliche Dieselheizung - für eisige Temperaturen.

Über den Einsatz der neuen E-Busse in Harburg und eine entsprechende Umrüstung der Harburger Werkstätten ist bisher nichts bekanntgeworden.

Petitum/Beschluss


Die Bezirksversammlung Harburg fordert die zuständige Behörde auf, die Umrüstung der HHA-Busse auf Elektroantrieb oder andere emmissionsfreie Antriebe wie zum Beispiel Brennstoffzellen im Bezirk Harburg schnell anzugehen. Die entsprechenden Voraussetzungen in den Harburger HHA-Werkstätten sollten umgehend geschaffen werden und die Harburger Bevölkerung zeitnah über die Umsetzung der entsprechenden Pläne informiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bezirksversammlung Harburg12.06.2019

Die Vorsitzende

 

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt zu dem Antrag der SPD Drs. 20-4737 wie folgt Stellung:

 

 

Die Hochbahn bestellt im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg ab dem Jahr 2020 nur noch (lokal) emissionsfreie Busse. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Emissionsreduzierung des Verkehrssektors geleistet und sukzessive die rund 1.000 Dieselbusse durch ein emissionsfreies Bussystem ersetzt.

Für die Umstellung der Busflotte auf emissionsfreie Antriebe ist ein Aus- und Umbau der benötigten Businfrastruktur in Hamburg notwendig. Dabei werden nicht nur die Voraussetzungen für die Wartung und Instandhaltung der Elektrobusse auf den Betriebshöfen geschaffen, auch die Versorgung mit ausreichend elektrischer Energie muss gewährleistet sein. Hierzu muss der Netzanschluss jedes Betriebshofs durch Stromnetz Hamburg ertüchtigt und für große Energiemengen dimensioniert sowie die benötigte Ladeinfrastruktur errichtet werden.

Am Beispiel des neuen Betriebshofes Alsterdorf, der Anfang des Jahres 2019 eröffnet wurde, lassen sich die notwendigen Rahmenbedingungen für den Aus- und Umbau der Businfrastruktur verdeutlichen. Der Betriebshof Alsterdorf ist vollständig für einen emissionsfreien Busbetrieb ausgelegt. Dies wurde durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Bezirk Hamburg-Nord ermöglicht, welcher für die Hochbahn auf einer geeigneten Ersatzfläche für den Betriebshof Mesterkamp das erforderliche Planrecht geschaffen hat. Durch Stromnetz Hamburg konnte zeitnah ein für die Versorgung von bis zu 240 Elektrobussen erforderlicher 110kV Netzanschluss bereitgestellt werden. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Verfügbarkeit von geeigneten Flächen, das Vorhandensein des erforderlichen Planrechts für diese Flächen sowie die Verfügbarkeit eines bedarfsgerechten Netzanschlusses unabdingbare Voraussetzungen für die Umstellung des Busverkehrs auf emissionsfreie Fahrzeuge sind.

Die bisherigen Planungsrandbedingungen für den Raum Harburg mit den beiden Betriebshofstandorten stellen sich als äußerst komplex dar, so dass bisher kein belastbarer Zeitplan für die Umstellung festgelegt werden konnte. Geeignete Betriebshöfe sind Grundlage für den Einsatz von emissionsfreien Fahrzeugen. Insbesondere für den Betriebshof an der Winsener Straße wird momentan eine geeignete Ersatzfläche gemeinsam mit der Bezirksverwaltung gesucht, da der Bezirk Harburg die bisherige Fläche des Betriebshofs für den städtischen Wohnungsbau nutzen möchte. Eine mögliche Alternative am Großmoordamm musste aufgrund der dort vorhandenen Altlasten und den entstehenden Sanierungskosten wieder verworfen werden.

Sobald eine geeignete und nutzbare Fläche in Harburg gefunden ist, kann mit der Planung und dem Bau eines neuen Betriebshofs, vergleichbar mit dem Betriebshof Alsterdorf, begonnen werden. Die Fertigstellung wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

 

 

 

 

gez. Rajski

 

f.d.R.

Riechers