21-1797.02

Stellungnahme zum Antrag DIE LINKE betr.: Harburg für alle! - Impulsgabe und Unterstützung zur Kolonialforschung in Harburgs Geschichte

Beschlussvorlage öffentlich

Letzte Beratung: 30.04.2024 Bezirksversammlung Harburg Ö 31.1.2

Sachverhalt

Auf Einladung des Kulturausschusses hatte Kim Todzi von der Forschungsstelle Kolonialgeschichte Ende 2020 zum Thema Post-Kolonialismus und seinen Umgang dazu referiert. Auch die Harburger Industrie- und Stadtgeschichte zeigt viele Querverbindungen zum deutschen Kolonialismus und Imperialismus samt ihrer vielfältigen Auswirkungen auf und Herr Todzi betonte am Ende seines Referates, dass eine gesonderte Untersuchung des einstigen Harburgs an der Elbe schon deshalb lohnenswert wäre, da die schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestandene Lokalzeitung „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ gut erforschbar sei. Aber, so Todzi, mit Forschungsgeldern in etwa 10.000 Euro sei wohl zu rechnen, die aus dem angestammten Etat nicht zu leisten seien.








Vorlage der Verwaltung

Betriff: Drucksachen-Nr. 21-1797; 21-1797.01

Impulsgabe und Unterstützung zur Kolonialforschung in Harburgs Geschichte

Mitteilung/Sachverhalt

Die Bezirksversammlung hat mit dem Beschluss der Drucksache 21-1797.01 ein Verfahren zum Anschub der Kolonialforschung mit Bezug zur Geschichte Harburgs beschlossen.

Ursprünglich war angedacht, dass die Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ einen Werkvertrag für die Beantragung von Forschungsgeldern für eine zeitgemäße und umfassende „Kolonialforschung in Harburgs Geschichte“ abschließen solle. Dafür hat die Bezirksversammlung Harburg 15.000 € aus Gestaltungsmitteln bewilligt.

Seitdem ist kein Werkvertrag mit der Forschungsstelle zustande gekommen. Die Forschungsstelle begründet dies mit einer ausstehenden Förderzusage der Hamburgischen Bürgerschaft über 2025 hinweg.

Nun hat das Bezirksamt Gespräche mit der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) mit dem Ziel einer möglichen Kooperation hinsichtlich der Aufgabenstellung aus der Drucksache 21-1797.01 aufgenommen. Die Stiftung betreut gemeinsam mit der Behörde für Kultur und Medien Projekte unter dem Titel „Hamburg dekolonisieren!“. Zur Stiftung gehören das Museum der Arbeit, das Museum für Hamburgische Geschichte, das Altonaer Museum sowie das Deutsche Hafenmuseum. Die Stiftung hat dem Bezirksamt eine Kooperation angeboten. So könnte der Harburger Forschungsauftrag mit Hilfe eines Werkvertrages durch die SHMH bearbeitet werden.

Die Forschungsstelle wurde informiert, sie hat keine Einwände.

Bevor die Verwaltung in konkrete Kooperationsverhandlungen einsteigt, möchte sie sich vergewissern, dass die Bezirksversammlung mit dem angepassten Vorgehen zur Drucksache 21-1797 einverstanden ist.

Die bereits bewilligten Mittel i.H.v. 15.000 € würden nach Abschluss des Kooperationsvertrages der SHMH für die Finanzierung von Personalressource für die Erweiterung ihres bisherigen Forschungsgebiets zur Verfügung gestellt werden.

Petitum


Der Kulturausschuss wird gebeten, dem beschriebenen Vorgehen mit Empfehlung an den Hauptausschuss bzw. die Bezirksversammlung Harburg zuzustimmen.

Dr. Jobmann (D3)

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung möge daher beschließen, dass die Bezirksverwaltung proaktiv auf die Forschungsstelle zugeht und erfragt, wie hoch die Kosten genau zu veranschlagen wären, um erste Aspekte der Harburger Geschichte im Zusammenhang mit dem deutschen Kolonialismus und Imperialismus zu erforschen, z.B. anhand des Digital-Archivs der „Harburger Anzeigen und Nachrichten“. Nachfolgend möge dies im Kulturausschuss zeitnah kundgetan werden, so dass eine anteilige oder ggf. komplette Förderung über die Bezirksversammlung diskutiert werden kann.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
04.04.2024
Ö 2.1.1
Lokalisation Beta

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Themen Beta

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