NEU Gemeinsamer Antrag SPD - GRÜNE - Die Linke Harburg betr. Nach dem Sommer ist vor dem Sommer
Letzte Beratung: 08.09.2026 Hauptausschuss Ö 7.10
Der Sommer 2026 ist ein weiterer in einer Reihe kurz aufeinanderfolgender Rekordsommer. Das ging auch an Hamburg nicht vorbei. Im Vergleich zum Zeitraum 1991-2020 war das Jahr, ausgenommen der Monate Januar und Februar, überdurchschnittlich warm. Insbesondere der Juni war etwa 2,8°C wärmer als der Referenzwert. Als einziger Monat im bisherigen Jahr 2026 war der Juni leicht nasser als die Referenzmenge (111%). Die übrigen Monate waren allesamt überdurchschnittlich trocken (Stand Ende August). Und das sieht man, denn Rasen- und Grünflächen sind zunehmend vertrocknet, Bäume sichtbar unter Stress und Gewässer jenseits der Tideelbe sind z.T. stark von Niedrigwasser betroffen. Die Fischbeker Heide ist neben dem Heideblattkäfer ist auch stark von der Trockenheit betroffen. Darüber hinaus ist mit dem Einsetzen eines wahrscheinlich rekordbrechenden El-Niño-Events damit zu rechnen, dass das Jahr 2027 noch deutlich heißer und wahrscheinlich auch trockener wird als 2026.
Im August 2026 brannte in Hausbruch ein leerstehendes Hotel, das jedoch gelöscht werden konnte. Es kam zu kleineren Vegetationsbränden, die durch das Feuer verursacht wurden, allerdings konnten, dank des professionellen Eingreifens der Feuerwehr ebenfalls schnell unter Kontrolle gelangten. Wir sind den Einsatzkräften, auch denen der Polizei, dankbar. Dennoch steigt durch solche Vorfälle ein Gefühl der Unsicherheit, auch vor dem Hintergrund der lang anhaltenden Brände in ganz Europa, auch in Deutschland. Auf die Drucksache 22-0695 wurde seitens der Feuerwehr und der Revierförstereien am 17.2.2026 im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz Stellung genommen. Es wurde dort der Eindruck vermittelt, dass man auf Waldbrände gut vorbereitet sei. Ohne dies in Frage zu stellen, sind viele Einwohner*innen des Bezirks zurecht besorgt, ob dieser Befund nach diesem außergewöhnlichen Sommer noch Bestand hat. Deshalb bitten wir im Folgenden darum, dass mit Bezug auf die aktuelle Entwicklung abermals Stellung bezogen wird.
Die Verwaltung möge erneut Vertreter*innen der Feuerwehr und der Revierförstereien bitten Stellung zu nehmen zu den folgenden Fragen:
1. War das Jahr 2026 bisher aus Sicht ihrer Institution außergewöhnlich? Kam es vermehrt zu Bränden? Wenn ja, wurde die Ursache erfasst?
2. Macht die außergewöhnliche Dürre und Hitze dieses Jahres eine Neubewertung der Situation und der Strategien erforderlich?
3. Gibt es Erkenntnisse aus den Vorfällen des Hotelbrands vom 16.8.26, welche im Kontext der Waldbrandgefahr relevant sind?
Zusätzlich bitten wir darum, dass ebenfalls Vertreter*innen der Polizei in Harburg Stellung beziehen zu folgenden Fragen:
1. Wie viele Fälle von Brandstiftung wurden in diesem Jahr bisher erfasst?
2. Wie viele Verstöße gegen geltende Rauchverbote wurden erfasst? In welchem Umfang wurde dies kontrolliert?
3. Anwohner*innen berichten z.T. davon, dass jenseits ihrer Grundstücke auf dem Gebiet der Fischbeker Heide regelmäßig Gruppen von Menschen sich zusammenfinden, welche offenbar auch rauchen und gelegentlich mutmaßlich absichtlich Dinge in Brand setzen. Ist eine derartige Situation der Polizei bekannt? Falls ja, wie wird im Sinne des Brandschutzes dagegen vorgegangen? Falls nein, liegt es daran, dass nicht danach geguckt wurde?
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