22-2025.01

Antwort auf Anfrage CDU betr. Fischbeker Heide entkusseln

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Sachverhalt


Unsere Fischbeker Heide ist ein Tourismusmagnet und Erholungsgebiet, besonders während der Heideblüte. Doch in diesem Jahr zeigt die Heide ein trauriges Bild. Zahlreiche braune Flächen sind sichtbar. In den Heideflächen wuchern zahlreiche kleine Kiefernbäumchen.

Vor diesem Hintergrund wird die Fachbehörde um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

1. In welchem Rhythmus erfolgt das „Entkusseln“ der Heideflächen?

2. Was ist der Grund für die zahlreichen braunen Flächen in der Heide?

3. Wurden umfangreiche Maßnahmen gegen den Heidekäfer unternommen?

Hamburg, den 04.09.2026


BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende



29 September 2026

Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) beantwortet die o.g. Anfrage der CDU-Fraktion, Drs. 22-2025 wie folgt:

  1. In welchem Rhythmus erfolgt das „Entkusseln“ der Heideflächen?


Das Entkusseln, also das händische Entfernen von Kiefernschösslingen, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den vor Ort tätigen Naturschutzverbänden, Stiftungen und weiteren örtlichen Akteuren (z. B. Segelflugclub Fischbek e.V.). Entkusselungsmaßnahmen finden jährlich statt, die Flächenauswahl erfolgt nach Bedarf.

Zudem wirkt sich die Ganzjahresbeweidung positiv auf das Zurückdrängen von aufwachsenden Bäumen aus, da vor allem in den Wintermonaten die Kiefernschösslinge von den Ziegen und Schafen abgefressen werden.

  1. Was ist der Grund für die zahlreichen braunen Flächen in der Heide?


Der Heideblattkäfer (Lochmaea suturalis) ist eine natürlich vorkommende Art in Heideökosystemen. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Flächen in der Fischbeker Heide, die vom Heideblattkäfer befallen waren. Im Normalfall erholten sich die Heidebestände selbstständig wieder davon. Bei geeigneter Witterung kann es jedoch zu Massenvermehrungen des Heideblattkäfers kommen. Insbesondere mehrere aufeinanderfolgende Jahre mit feuchter Witterung im Frühling und Sommer begünstigen die Vermehrung. Aktuell kann eine solche Massenvermehrung beobachtet werden, die sich entsprechend auf die Heidebestände in Fischbek auswirkt. Große Flächen, insbesondere mit Altheidebeständen, sind abgestorben. Natürlicherweise ist – z.B. durch fehlende Nahrung, natürliche Gegenspieler oder Krankheiten – auch wieder von einem Rückgang des Käfers auszugehen, wie es auch in den Lebenszyklen anderer Arten bekannt ist. Es handelt sich also um ein natürliches Phänomen, das aus naturschutzfachlicher Sicht sogar das Potenzial für einen natürlichen Verjüngungsprozess bietet.

  1. Wurden umfangreiche Maßnahmen gegen den Heidekäfer unternommen?


Die Abteilung Naturschutz plant, wie bereits regelmäßig in der Vergangenheit auch, im kommenden Winter Schoppermaßnahmen durchzuführen, also die oberflächlichen Pflanzenreste, die Moosschicht sowie die obersten Zentimeter des Bodens abzutragen. Damit wird die Verjüngung der Heideflächen unterstützt und bspw. auch Blühpflanzen/Pionierarten die Neubesiedlung ermöglicht. Dies soll sukzessive und alternierend fortgeführt werden. Für viele Arten sind unterschiedliche Sukzessionsstadien sehr wichtig und die Widerstandskraft der Biotope wird durch eine mosaikartige Struktur gestärkt.

gez. Böhm



f.d.R. Leptien

Lokalisation Beta
Fischbeker Heide

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