22-1972

Anfrage SPD betr. Zerstören Schädlinge die Fischbeker Heide?

Anfrage gem. § 27 BezVG

Sachverhalt


Kurz vor dem erwarteten Beginn der Heideblüte bietet die Fischbeker Heide einen dystopischen Anblick. Statt eines weiten lila Blütenmeeres blicken Besucher in ein blattloses grau-braunes, verdorrt und leblos anmutendes Fischbektal. Was schon im vergangenen Jahr wohl die Wulsmtorfer Heide befallen hatte, scheint jetzt auch verstärkt die Fischbeker Heide erreicht zu haben. Vermutlich handelt es sich um einen Befall durch Heideblattkäfer (Lochmaea suturalis), eine Käferart aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). Er ernährt sich von Besenheide (Calluna vulgaris) und anderen Heidearten. Der ausgewachsene Käfer verbringt den Winter im Schlafzustand in Moos oder Blättern unterhalb von Heidepflanzen. Nach Frühlingsanfang kann er mehrere Kilometer fliegen. Die Käfer fressen Heideblätter und -triebspitzen, die Larven fressen die Blätter bis auf die Außenhaut.

In manchen Jahren kommt es zur Gradation und massiver Schädigung der Heidegebiete. Die Massenvermehrung hängt mit der Niederschlagsmenge während der Entwicklung der Larven zusammen. Gibt es in drei direkt aufeinanderfolgenden Jahren von Mai bis Juli jeweils mehr als 43 Tage mit über 0,1 Millimeter Niederschlag, ist eine Massenvermehrung zu erwarten.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Heideblattkäfer)

Die herausragende Bedeutung der Heide aus ökologischer und auch touristischer Hinsicht ist - nicht nur im Naturschutz- und FFH-Gebiet Fischbeker Heide - unbestritten. Für die Region hat sie zudem identitätsstiftenden Charakter.

Wir bitten die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) um Beantwortung

1. Ist der BUKEA der Zustand der Fischbeker Heide bekannt?

2. Handelt es sich bei den erkennbaren Schäden um die Folgen eines Heideblattkäfer-Befalls? Falls nein, was ist der Grund für den Zustand?

3. Gab es bereits in den Vorjahren einen erkennbaren Befall im Fischbektal und / oder in anderen Heidegebieten der FUHH?

a. In welchen Jahren und in welchem Ausmaß an welchen Gebieten?

b. Ist eine Gradation erkennbar?

c. Hat sich die Häufigkeit des Befalls in den vergangenen Jahren / Jahrzehnten verdichtet bzw. ist statistisch gesehen eine höhere Auftretenswahrscheinlichkeit in der Zukunft ableitbar?

4. Ist eine natürliche Regeneration möglich / erwartbar und welche Auswirkungen haben die zunehmenden Auftretenshäufigkeiten auf die Regenerationsfähigkeit / Resilienz der Heide?

5. Welche Maßnahmen werden ergriffen?

a. Kurativ, also zur Behebung der aufgetretenen Schäden?

b. Präventiv, also zur Vermeidung künftiger Schäden?

6. Sind auch angrenzende Regionen (Landkreis Harburg) betroffen? Falls ja, in welchem Ausmaß und gibt es Kooperationen zur kurativen und präventiven Schadensreduzierung (welche)?

7. Sieht die BUKEA einen wahrscheinlichen kausalen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Befall und dem bisherigen Klimawandel?

8. Wie sieht die BUKEA die mittel- und langfristigen Perspektiven der Heidelandschaft unter Berücksichtigung des fortschreitenden Klimawandels und welche Maßnahmen ergreift sie zu ihrer Sicherung.

Lokalisation Beta
Fischbektal Besenheide

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