Antwort auf Anfrage CDU betr. Borkenkäfer in Harburg
Letzte Beratung: 10.02.2026 Hauptausschuss Ö 5.9
Die städtischen Wälder im Bezirk Harburg erfüllen wichtige Funktionen für den Natur- und Klimaschutz, die Naherholung und die städtische Biodiversität. Der Borkenkäfer stellt insbesondere für Fichtenbestände eine erhebliche Bedrohung dar.
Besonders in trockenen Sommern kommt es zu einer massiven Zunahme des Befalls durch den Borkenkäfer. Das hat in Deutschland in der Vergangenheit zu erheblichen Waldschäden geführt. Im vergangenen Jahr sind bundesweit großräumige Schäden durch den Borkenkäfer zwar weitgehend ausgeblieben, aufgrund der hohen Reproduktionsfähigkeit des Borkenkäfers ist es jedoch geboten, befallene Bäume frühzeitig präventiv zu entnehmen.
Vor diesem Hintergrund wird das Bezirksamt gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wie ist die prozentuale Verteilung der einzelnen Hauptbaumarten und deren ungefähre Flächenverteilung innerhalb der Harburger Waldflächen?
2. Liegen der Verwaltung Nachweise über den aktuellen Borkenkäferbefall in Harburger Wäldern vor? Wenn ja, in welchen Bereichen und in welchem Umfang?
3. Welche regelmäßigen Kontrollen sowie Maßnahmen zur Schadensbegrenzung oder Vorbeugung gegen Borkenkäferbefall werden in städtischen Wäldern im Bezirk Harburg durchgeführt?
4. Liegen Einschätzungen über die mögliche weitere Entwicklung des Borkenkäferbefalls
in den kommenden Jahren vor? Wenn ja, welche? Wenn nein, aus welchen Gründen
nicht?
Hamburg, am 09.01.2026
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
Bezirksamt Harburg
30. Januar 2026
Das Bezirksamt Harburg beantwortet die Kleine Anfrage der CDU-Fraktion, Drs. 22-1313, wie folgt:
Baumart |
Flächenanteil an Holzbodenfläche in % |
|
Eißendorf |
Hausbruch |
|
Rotbuche |
29,0 |
12,0 |
Eiche |
10,0 |
12,0 |
Kiefer |
25,0 |
49,0 |
Fichte |
17,0 |
9,0 |
Douglasie |
10,0 |
4,0 |
Lärche |
4,0 |
3,0 |
ALn (Birke, Erle, Weide, Pappel) |
4,0 |
10,0 |
ALh (Esche, Kirsche, Ahorn) |
1,0 |
1,0 |
Die räumliche Verteilung der Hauptbaumarten lässt sich anhand der angehängten Forstbetriebskarten ablesen.
Die nachfolgende Tabelle weist die durch Borkenkäferbefall bedingten Schadholzmengen der letzten Jahre in den Revieren Eißendorf und Hausbruch aus. Den Schwerpunkt bilden Fichtenaltholzbestände im Eißendorfer Wald, die erst vor wenigen Jahren von der BImA angekauft wurden (Abt. 151/152 siehe Karte).
Jahr |
Kalamitätsholz in Fm |
|
Eißendorf |
Hausbruch |
|
2023 |
246,40 |
10,93 |
2024 |
308,01 |
39,04 |
2025 |
75,64 |
21,81 |
Während der Schwärmphase des Borkenkäfers werden die Fichtenbestände regelmäßig (i.d.R. alle 1-2 Tage kontrolliert). Die o.g. Fichtenreinbestände werden schwerpunktmäßig kontrolliert, da diese besonders anfällig für den Befall durch den Borkenkäfer sind. Befallene Bäume werden kurzfristig entnommen und sofern erforderlich entrindet, um eine weitere Reproduktion des Borkenkäfers zu verhindern. (Vorbeugende Maßnahmen: siehe nächste Frage)
Nach fachlicher Einschätzung wird die Bedeutung des Borkenkäfers in den nächsten Jahren abnehmen, da der Flächenanteil der Fichtenreinbestände durch den betriebenen Waldumbau hin zu Mischbeständen, im Fall der Fichte durch Pflanzung von Laubbaumarten (vor allem Rotbuche) im Zuge sogenannter Voranbauten rückläufig ist.
In solchen, mehrschichtigen Mischbeständen herrscht ein anderes Bestandesinnenklima, welches ungünstige Bedingungen für die Vermehrung des Borkenkäfers bietet. Dies wird durch die vergleichsweise geringen Schadholzmengen in der Revierförsterei Hausbruch belegt, in der der Waldumbau der Fichte bereits in den neunziger Jahren bis Anfang 2000 erfolgte.
Aus ökologischer Sicht stellen die bisherigen, insgesamt überschaubaren Borkenkäferschäden in Harburg sogar eine Bereicherung dar, da sie die Gelegenheit bieten, den geplanten Waldumbau zu forcieren, und auch die Einbringung lichtbedürftiger Laubbaumarten wie die Eiche auf verlichteten Flächen zu ermöglichen.
Einzig klimatische Veränderungen mit langen Hitze- und Dürreperioden könnten dem positiven Trend entgegen wirken, worauf die Forstverwaltung jedoch keinen Einfluss hat.
Carstensen
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