22-1975

Anfrage der CDU betr. Gestohlenes Kunstwerk "Blumenmädchen"

Kleine Anfrage gem. § 24 BezVG

Sachverhalt


In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2025 wurden zwei Bronzeskulpturen entwendet: das Antikriegsdenkmal „Trauerndes Kind" (von Hendrik-André Schulz, 1988) an der Bremer Straße sowie das „Blumenmädchen" (von Karl August Ohrt, 1956) in der Maretstraße. Inzwischen konnte die Polizei das „Trauernde Kind" sicherstellen. Es wird nach Restaurierung an seinem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt, einem Grundstück der St.-Johannis-Gemeinde. Das „Blumenmädchen" bleibt weiterhin verschwunden.
Der Künstler Karl August Ohrt schuf über 40 Werke im öffentlichen Raum Hamburgs. Bereits während der NS-Zeit wurde sein Werk verfolgt: Die 1935 im Hamburger Stadtpark aufgestellte Plastik „Tanzende Mädchen" wurde als „entartete Kunst" eingestuft und entfernt, eine weitere Figurengruppe sogar zerstört; erst nach dem Krieg kehrte sie an ihren Standort zurück. Der Künstler ist mittlerweile verstorben. Als Bezirk sollten wir sein Werk nicht ein zweites Mal aus dem öffentlichen Raum verschwinden lassen und auf einen Nachguss des „Blumenmädchens" hinwirken, sollte das Original nicht wieder auftauchen.

Daher bitten wir das Bezirksamt um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1. Auf wessen Grundstück bzw. in wessen Eigentum stand das „Blumenmädchen" in der Maretstraße, und lag bzw. liegt – anders als beim „Trauernden Kind" – eine Zuständigkeit des Bezirksamts für Pflege und Instandhaltung vor?

2. Ist dem Bezirksamt bekannt, ob Originalmodell oder Gussform des „Blumenmädchens" noch bei einer Gießerei oder im Nachlass Karl August Ohrts vorhanden ist, und wurde Kontakt zu dessen Erben bzw. Nachlassverwaltung aufgenommen oder ist dies geplant?

3. Aus welchen Mitteln wurde das „Blumenmädchen" 1956 finanziert, und wer käme im Falle einer Neuanfertigung für die Kosten auf?

4. Hält das Bezirksamt seine geäußerte Einschätzung, mit einer Beauftragung zunächst abzuwarten, angesichts der seither vergangenen Zeit auch für das „Blumenmädchen" weiterhin für sachgerecht, oder sollten die Voraussetzungen für einen möglichen Nachguss bereits jetzt geklärt werden?

Hamburg, am 10.08.2026

Lokalisation Beta
Bremer Str. Bremer Kai Maretstraße

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