Das Goldbekhaus ist seit Jahrzehnten ein zentraler Ort für Stadtteilkultur, Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hamburg-Nord. Es ist mit über 105.000 Besucher*innen im Jahr 2025 und einem Team aus 17 Hauptamtlichen ein fester Anlaufpunkt für das Zusammenleben der Menschen, nicht nur in der Nachbarschaft, sondern auch in ganz Hamburg. Gleichzeitig befindet sich insbesondere die Veranstaltungshalle in einem baulich und technisch veralteten Zustand. Besonders die Energieeffizienz, die technische Ausstattung und der Zustand des Gebäudes hinsichtlich der Barrierefreiheit sind nicht mehr zeitgemäß.
Für den Neubau der Halle waren in den vergangenen Jahren umfangreiche Planungen erfolgt. Nach bisherigem Stand sollte der Baubeginn im April 2028 erfolgen. Nun haben das Bezirksamt Hamburg-Nord als Bauherrin, die Sprinkenhof GmbH und die Behörde für Finanzen und Bezirke aufgrund planerischer und baulicher Herausforderungen einen temporären Planungsstopp beschlossen. Vorgesehen ist, die Planung anzupassen und dabei auch kostengünstigere Alternativen zu prüfen. Zudem soll nicht mehr ausschließlich die Halle, sondern die Ertüchtigung des gesamten Gebäudes betrachtet werden. Als besondere Schwerpunkte werden Barrierefreiheit und Brandschutz genannt. Als voraussichtlicher Fertigstellungstermin wird nun das Jahr 2030 angegeben.
Für das Goldbekhaus bedeutet der Planungsstopp eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich seiner Planungen für die Zukunft und die Zusammenarbeit mit dem Restaurantpächter.
Vor diesem Hintergrund frage ich das Bezirksamt:
Planung und weiterer Zeitplan
- Seit wann gibt es den Planungsstopp und bis wann soll er voraussichtlich andauern?
- Wer konkret hat den Planungsstopp wann beschlossen?
- Wann wurde die Geschäftsführung des Goldbekhauses über den Planungsstopp informiert?
- Welche konkreten Prüfungen und Planungsänderungen sollen während des Planungsstopps vorgenommen werden?
- Welche Varianten werden derzeit für die weitere Entwicklung des Goldbekhauses geprüft?
- Wann sollen die Prüfungen abgeschlossen sein und wann ist mit einer politischen Entscheidung über die weitere Variante zu rechnen?
- Ist der bislang vorgesehene Baubeginn im April 2028 weiterhin realistisch? Wenn nein, welcher neue Zeitplan wird derzeit zugrunde gelegt?
- Die Finanzbehörde nennt als voraussichtlichen Fertigstellungstermin das Jahr 2030.
Auf welcher Planung und welchem Zeitplan basiert diese Angabe?
- Ist es richtig, dass aufgrund des Planungsstopps eine Frist für mögliche Bundesförderungen überschritten wird und deswegen keine Bundesförderung mehr für das Vorhaben beantragt werden kann?
Kosten und Finanzierung
- Wie verteilen sich die bislang veranschlagten Kosten auf
- den Hallenneubau,
- die Ertüchtigung des Haupthauses,
- Brandschutz,
- Barrierefreiheit,
- technische Anlagen und
- sonstige Maßnahmen?
- Welche Planungskosten sind für das bisherige Projekt bereits angefallen?
- Welche dieser bereits entstandenen Planungsleistungen können bei einer veränderten Planung voraussichtlich weiterverwendet werden, wie hoch sind deren Kosten und welche Kosten wären voraussichtlich für nicht weiter verwendbare Planungsleistungen angefallen und sind somit verloren?
- Welche finanziellen Mittel aus welchen Töpfen sind für das Projekt derzeit bereits gesichert bzw. verbindlich eingeplant?
- Welche Einsparungen werden durch die Prüfung kostengünstigerer Alternativen angestrebt?
- Ist vorgesehen, das Goldbekhaus bzw. dessen Träger in die Finanzierung weiterer Planungsschritte einzubeziehen? Wenn ja, in welcher Form?
Zustand und Sanierungsbedarf des bestehenden Gebäudes
- Welche konkreten baulichen und technischen Mängel bestehen derzeit im Haupthaus und insbesondere in der bestehenden Veranstaltungshalle?
- Welche Maßnahmen sind aufgrund des baulichen Zustands unabhängig vom bisher geplanten Hallenneubau kurzfristig erforderlich?
- Welche energetischen Defizite bestehen derzeit? Bitte insbesondere auf Heizung, Leitungen, Wasserverbrauch und weitere relevante technische Anlagen eingehen.
- Welche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sind im Rahmen der nun vorgesehenen Gesamtbetrachtung geplant bzw. werden geprüft?
- Welche Maßnahmen sind erforderlich, um die Barrierefreiheit des gesamten Gebäudekomplexes auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen?
- Welche brandschutzrechtlichen Anforderungen bestehen derzeit für das Gebäude und welche zusätzlichen Maßnahmen werden aufgrund der aktuellen Planungen erforderlich?
Bedeutung für den Betrieb des Goldbekhauses
- Welche Auswirkungen hat der Planungsstopp auf den laufenden Betrieb des Goldbekhauses?
- Welche Auswirkungen hat der Planungsstopp auf den laufenden Veranstaltungsbetrieb?
- Welche Auswirkungen sind auf die bereits abgeschlossenen bzw. geplanten Vereinbarungen des Goldbekhauses mit dem neuen Restaurantpächter zu erwarten?
- Welche Unterstützung bietet das Bezirksamt dem Goldbekhaus an, wenn sich der bisher geplante Baubeginn oder die Fertigstellung deutlich verschieben?
- Welche Übergangsmaßnahmen sind vorgesehen, falls die bestehende Halle aufgrund ihres baulichen Zustands vor Abschluss der Gesamtmaßnahme nur eingeschränkt oder gar nicht mehr genutzt werden kann?
- Wie wird sichergestellt, dass das Goldbekhaus auch während einer längeren Planungs- und Bauphase seine Funktion als Stadtteilkulturzentrum mit seinem bisherigen Angebot aufrechterhalten kann?
Beteiligung des Goldbekhauses, des Stadtteils und der Bezirkspolitik
- In welcher Form wird die Geschäftsführung des Goldbekhauses in die Überarbeitung der Planungen einbezogen?
- Welche Gespräche haben seit Bekanntgabe des Planungsstopps zwischen dem Bezirksamt, der Sprinkenhof GmbH, der Behörde für Finanzen und Bezirke und dem Goldbekhaus stattgefunden?
- Welche weiteren Gespräche und Beteiligungsformate sind vorgesehen?
- Ist geplant, Nutzerinnen, Kulturschaffende, Anwohnerinnen oder weitere Akteur*innen des Stadtteils in die Überarbeitung der Planung einzubeziehen?
Wenn nein, warum nicht?
- Wann und in welcher Weise wird die Bezirkspolitik über den aktuellen Stand sowie die weiteren Entwicklungen rund um die Sanierung informiert?
Perspektive
- Ist das Bezirksamt weiterhin der Auffassung, dass das Goldbekhaus eine neue, zeitgemäße Veranstaltungshalle benötigt?
- Welche Mindestanforderungen soll eine zukünftige Halle hinsichtlich
a) Kapazität,
b) Barrierefreiheit,
c) Brandschutz,
d) Energieeffizienz,
e) technischer Ausstattung und
f) multifunktionaler Nutzbarkeit
erfüllen?