Temporäre Nutzung von Marktplätzen und öffentlichen Platzflächen als Fahrrad-Übungsräume für Kinder Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 03.09.2026 Bezirksversammlung Ö 6.5
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache
Das Problem: Viele Kinder können noch nicht gut Fahrrad fahren. Die Kinder sollten mehr üben können.
Die Lösung: Markt-Plätze und andere freie Plätze sollen zum Fahrradfahren Üben genutzt werden. Dort können Kinder Losfahren, Bremsen und Kurven-Fahren üben.
Wer das machen soll: Das Bezirks-Amt Hamburg-Nord soll Plätze prüfen.
Ausgangslage
Zunehmend berichten Schulen und Fachkräfte, dass Kinder beim Übergang zur weiterführenden Schule grundlegende Fahrradfertigkeiten nicht mehr sicher beherrschen. Besonders Fähigkeiten wie sicheres Anfahren, Bremsen, Spurhalten oder Kurvenfahren sind häufig nur unzureichend ausgeprägt. [1]
Ein wesentlicher Grund hierfür ist das Fehlen wohnortnaher, sicherer Übungsräume im Alltag der Kinder. Klassische Verkehrsübungsplätze können diesen Bedarf allein nicht decken, da sie oft nicht ausreichend verfügbar oder nicht niedrigschwellig erreichbar sind. [2]
Während die Nutzung von Spielplätzen für entsprechende Angebote häufig mit Nutzungskonflikten verbunden ist, bieten Marktplätze und andere öffentliche Platzflächen ein bislang wenig genutztes Potenzial: Außerhalb ihrer regulären Belegungszeiten stehen sie häufig großflächig, eben und weitgehend verkehrsfrei zur Verfügung und eignen sich daher besonders gut als temporäre Übungsräume.
Durch eine zeitlich begrenzte und flexible Nutzung können solche Flächen ohne dauerhafte bauliche Eingriffe erschlossen werden. Dies ermöglicht eine effiziente Mehrfachnutzung bestehender Infrastruktur und schafft gleichzeitig wohnortnahe, sichere Übungsmöglichkeiten für Kinder.
Ein Pilotprojekt kann dazu beitragen, praktische Erfahrungen zu sammeln und die Grundlage für eine mögliche Ausweitung im gesamten Bezirk zu schaffen. Damit leistet die Maßnahme einen konkreten Beitrag zur Verkehrssicherheit sowie zur Förderung der selbstständigen Mobilität von Kindern.
Darüber hinaus setzt eine erfolgreiche Umsetzung voraus, dass Organisation, Aufbau und Betreuung der Übungsangebote verlässlich gewährleistet werden. Zu prüfen ist daher auch, welche Träger oder Kooperationspartner hierfür eingebunden werden können. Denkbar sind insbesondere Kooperationen mit der Verkehrswacht, die vergleichbare mobile Fahrrad-Parcours bereits anbietet, sowie mit Schulen und Schulvereinen, die organisatorische Aufgaben vor Ort übernehmen könnten. Ebenso sollte geprüft werden, ob mobile Parcoursmaterialien zentral durch den Bezirk oder externe Partner bereitgestellt, gelagert und für einzelne Veranstaltungen ausgegeben werden können. Auf diese Weise ließen sich niedrigschwellige und zugleich organisatorisch tragfähige Angebote schaffen.
Beschluss:
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:
Die zuständigen Fachämter werden gebeten zu prüfen,
- (mobile) Markierungen (z. B. Fahrspuren, Parcours, einfache Verkehrszeichen),
- (flexible) Abgrenzungen zur Vermeidung von Nutzungskonflikten,
- mobile Übungselemente (z. B. Slalomstrecken);
- Langenhorner Markt
- Schmuggelstieg
- Pergolenviertel
- Straßburger Platz
- Barmbeker Markt
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Katharina Fischer-Zernin
Thorsten Schmidt
[1] Quelle: https://bildungsklick.de/schule/detail/verkehrserziehung-fahrradpruefungen-in-grundschulen, August 2024
[2] Quelle: https://www.adfc.de/artikel/mit-dem-rad-zur-grundschule
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