Referierendeneinladung: Barrierefreiheit auf öffentlichen Straßen vs. Klimaschutz Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 16.09.2026 Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität Ö 4.9
Hamburg hat sich dem Ziel der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum verschrieben. Auch wer nicht gut zu Fuß ist, Hilfsmittel wie Rollator oder Rollstuhl nutzt oder nicht gut sieht, soll möglichst komfortabel und selbstständig unterwegs sein können. Dafür gibt es Vorgaben, was die Beschaffenheit und die Breite von Gehwegen angeht. Im Ergebnis führt dies oft zu sehr breiten, vollversiegelten Flächen.
Nicht zuletzt im gerade beschlossenen Klimaanpassungskonzept wird Entsiegelung oder die Verwendung wasserdurchlässigerer Bodenbeläge wie Grand, Lochsteine oder Lochplatten gefordert, denn dies senkt die Umgebungstemperatur. Regenwasser kann besser im Boden gespeichert und für Pflanzen nutzbar gemacht werden, die wiederum ihrerseits die Umgebung kühlen und beschatten.
Nicht befestigte oder durch Lochsteine unebene sowie schmale Wege aber behindern das Vorankommen und erschweren den Begegnungsverkehr auf Gehwegen. Politik und Verwaltung müssen mit diesem Zielkonflikt in ihrer täglichen Praxis umgehen und Lösungen finden.
Ein Austausch sowohl mit Fachleuten aus dem Bereich Tiefbau, Klimaschutz durch Stadtgestaltung als auch Barrierefreiheit im öffentlichen Raum kann helfen, bessere und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Vor diesem Hintergrund möge der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten, Fachleute aus dem Bereich Tiefbau, Klimaschutz und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu einer Sitzung des Ausschusses einzuladen. Gemeinsam sollen die Ansprüche an die Gestaltung des öffentlichen Raums sowie insbesondere die Zielkonflikte zwischen Barrierefreiheit und klimafreundlicher Gestaltung von Gehwegen thematisiert werden.
Für die GRÜNE Fraktion
Katharina Fischer-Zernin
Christoph Reiffert
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