22-2361

Pergolenviertel: Keine Zufahrt mit dem Fahrrad Kleine Anfrage gem. § 24 BezVG der GRÜNE-Fraktion

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG

Sachverhalt


Mit Drs. 22-1761 [1] hat die Polizei im Dezember 2025 informiert, dass entlang der Hebebrandstraße in Fahrtrichtung Westen ab Höhe Einmündung Tessenowweg eine Radwegbenutzungspflicht besteht. In Folge dessen wurde auch das passende Schild VZ 237 errichtet („blauer Lolli“). Dadurch ist es nun nicht mehr legal möglich, den Linksabbiegestreifen in Richtung Winterlindenweg zu nutzen. Die direkte Einfahrt aus Richtung Westen kommend ins Pergolenviertel ist damit versperrt.

Auf eine entsprechende Nachfrage im Rahmen der April-Sitzung 2026 des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude antwortete die Polizei per Protokollnotiz, dass die Radwegbenutzungspflicht schon vorher bestanden habe und man nur die Anordnung des Schildes versäumt habe. [2]

Die Radwegbenutzungspflicht hat also offenbar bereits bei der Planung des Pergolenviertels bestanden. Weiter heißt es von Seiten der Polizei im Protokoll „D.h. hier besteht eine planerische Notwendigkeit, die Radverkehrsführung im Sinne einer Anbindung des Pergolenviertels herzustellen.“

[1] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016112

[2] TOP Ö9: https://bv-hh.de/hamburg-nord/meetings/20-04-2026-sitzung-des-regionalausschusses-eppendorf-winterhude-7030/protokoll

Wir fragen:

  1. Welche Zufahrtsmöglichkeiten zum Pergolenviertel sind heute für Radfahrende von der Hebebrandstraße (Fahrtrichtung Westen) aus möglich?

Siehe Skizze.

  1. Welche Zufahrtsmöglichkeiten wurden im Rahmen der äußeren Erschließung des Pergolenviertels planerisch vorgesehen?

Die heute vorhandenen.

  1. Wurden diese bis heute alle umgesetzt?

Siehe Antwort zu Frage 2.

  1. Trifft das Mobilitätskonzept für das Pergolenviertel Aussagen zum Maß an Rad-Erreichbarkeit, die für das Pergolenviertel angestrebt wird?

Nein, das Mobilitätskonzept sieht lediglich eine direkte Anbindung des Quartiers über die Radroute 12 (ehem. Veloroute 5N) an das Hamburger Radwegenetz vor.

  1. Sieht das Bezirksamt die Verkehrserschließung des Pergolenviertels (Nord) bereits als abgeschlossen an?

Ja.

  1. Welche Schritte hat das Bezirksamt in den letzten Jahren und insbesondere seit der Errichtung des VZ237 unternommen, um einer Fahrrad-Erreichbarkeit des Viertels aus Richtung Hebebrandstraße (Fahrtrichtung Westen) näher zu kommen?

Das Quartier ist über die vorhandene Infrastruktur (siehe Skizze zu Frage 1) bereits ausreichend und sicher für den Radverkehr aus Westen erreichbar. Die Nutzung dieser regulären Verkehrsanlagen ist für Radfahrende zumutbar. Weitere Schritte zur Schaffung zusätzlicher Zufahrten seit der Errichtung des VZ237 waren daher weder verkehrstechnisch notwendig noch wirtschaftlich verhältnismäßig.

  1. Ist dem Bezirksamt bekannt, dass der LSBG oder ein von der BVM beauftragtes Ingenieurbüro an einer Überplanung der Hebebrandstraße im genannten Abschnitt arbeitet?

Nein.

  1. Sieht das Bezirksamt die Möglichkeit, auf Höhe der FLSA am Tessenowweg vom Fahrrad abzusteigen, über die FLSA die Hebebrandstraße zu queren und dann auf der südlichen Straßenseite das Fahrrad über insgesamt 165m zu schieben als eine angemessene Erschließung des Quartiers für den „Rad“-Verkehr an?

Das Bezirksamt teilt die in der Frage enthaltene Annahme nicht. Wie bereits zu Frage 6 erläutert, ist das Quartier für den Radverkehr angemessen über die in Frage 1 anhand des Kartenausschnitts dargestellte reguläre und verkehrssichere Routenführung erschlossen. Das Absteigen und Schieben des Fahrrads auf Gehwegen ist keine vorrangig vorgesehene Radverkehrsführung, sondern lediglich eine ergänzende, rechtlich zulässige Möglichkeit für Personen, die ihr Fahrrad zu Fuß führen. Die reguläre Radverkehrsführung ist zumutbar, sodass für die ordnungsgemäße Erreichbarkeit des Quartiers keine Pflicht zum Schieben des Fahrrads besteht.

Dr. Bettina Schomburg 01.07.2026

(Bezirksamtsleitung)

Lokalisation Beta
Winterlindenweg Hebebrandstraße Tessenowweg

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