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Keine unnötigen Baumfällungen auf der Liebesinsel! - Antrag von GRÜNE Fraktion

Antrag

Letzte Beratung: 31.08.2026 Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude Ö 5.3

Sachverhalt

Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache

Das Problem: Auf der Liebes-Insel stehen große, schöne Bäume. Ihre Wurzeln sind manchmal auch über der Erde. Man kann stolpern. Das Bezirks-Amt will die Bäume darum fällen. Es möchte danach andere Bäume pflanzen.

Die Lösung: Die Bäume sollen bleiben. Stolper-Stellen sollen aber auch sicher werden. Dafür muss man andere Möglichkeiten finden.

Wer das machen soll: Das Bezirks-Amt soll das tun.

Die Liebesinsel im Stadtparksee ist ein beliebter und romantischer Ausflugsort. Den Charme der Insel machen neben ihrer Inseleigenschaft, dem wunderbaren Blick auf See und Stadtpark und den vorhandenen Skulpturen auch die in Richtung See gepflanzten sehr hohen Sumpfzypressen aus. Die stattlichen Exemplare mit einem Alter von mehr als 50 Jahren sind überwiegend mit einigen Metern Abstand entlang des gerundeten Ufers gesetzt worden, so dass sie ein Halbrund bilden. Dieses ist auch aus der Ferne gut zu sehen und prägt deutlich die Anmutung der Insel.

In der vergangenen Sitzung des Regionalausschusses hat das Bezirksamt vorgestellt, dass es beabsichtigt, die Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Stadtparksee zu fällen und durch Säuleneichen zu ersetzen. Für einige Bäume nahe der zentralen Treppenstufe soll das kurzfristig, für den Rest erst mittel- bis langfristig erfolgen. Als Gründe wurden genannt

  • dass die Luftwurzeln der Zypressen Stolperfallen darstellten,
  • die Wurzeln außerdem die Stufen verschoben hätten (ebenfalls Stolpergefahr),
  • die Zypressen keine heimischen Bäume seien,
  • zudem historisch Säuleneichen auf der Liebesinsel wuchsen (Gartendenkmal).

Das Bezirksamt möchte die Fällungen in diesem Jahr angehen, weil die Insel aktuell wegen der Sanierung der Liebesinsel-Brücke durch eine Pontonbrücke mit dem „Festland“ verbunden ist, die es erleichtert, die Insel mit Fahrzeugen zu erreichen.

Die Antragstellenden sehen diese Begründung für Baumfällungen kritisch. Die Sumpfzypressen sind vital, drohen also weder umzustürzen noch von Pilzen zerfressen zu werden. Das wären Gründe, aus denen die Bezirksversammlung in vielen anderen Fällen Baumfällungen mitgetragen hat. Die Zypressen bieten als nicht-heimische Baumartr hamburgische Insekten und Vögel zwar keinen hohen ökologischen Wert, aber schon einen gewissen. Gerade weil die Bäume schon über 50 Jahre alt sind und damit auch eine erhebliche Größe erreicht haben. Die als Ersatz geplanten Säuleneichen sind eine Zuchtform heimischer Bäume und weisen sicherlich nicht denselben hohen ökologischen Wert auf wie die Originalform.

Stolpergefahren sind besonders für Menschen mit Geheinschränkungen relevant. Für diese ist die Liebesinsel aber ohnehin im Regelfall nur schwer zu erreichen, da die historische Brücke viele Treppenstufen aufweist. Das reduziert das Gewicht des Stolper-Arguments in der Abwägung gegenüber dem Baumschutz. Andernorts zum Beispiel an Gehwegen ist es zudem auch nicht üblich, Straßenbäume nur deshalb zu fällen, weil sie Gehwegplatten hoch drücken und so für Stolperfallen verantwortlich sind. In einer Grünanlage strengere Anforderungen an die Barrierefreiheit zu stellen als auf einer Verkehrsfläche scheint nicht plausibel. Hier sollte der Baumerhalt Vorrang haben.

Schließlich würde das Panorama, das sich Besuchenden des Stadtparks schon lange bietet, durch die Fällung von zunächst fünf und später allen hohen Bäumen für lange Zeit leiden. Die Säuleneichen, die als Ersatz geplant sind, wachsen eher langsam und deutlich kompakter. Sie werden lange brauchen, dem gewohnten Bild nahezukommen.

Petitum/Beschluss

Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss beschließen:

  1. Gartengestalterische Aspekte und Denkmalschutz-Forderungen auf der Liebesinsel sollen Maßnahmen zum Erhalt vitaler Bäume nicht entgegenstehen.
  2. Auf eine Fällung von vitalen Bäumen auf der Liebesinsel im Stadtparksee wird daher verzichtet.

Eine Verringerung der Stolpergefahr durch Luftwurzeln im Umfeld der Sumpfzypressen wird vor allem durch Unterhaltungsmaßnahmen erreicht, wie z.B. eine Erhöhung des Gehweg-Niveaus oder eine andere bauliche Lösung. Dabei sollen ggf. auch kleinere Abweichungen von Forderungen des Denkmalschutzes zum Schutz des Baumbestands zugelassen werden.

r die GRÜNE Fraktion
Thorsten Schmidt

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