Für ein künftiges Quartiersparken in Hamburg-Nord: Evaluation anstoßen, gebietsübergreifendem Parkraumbedarf und Bewirtschaftungszeiten prüfen Gemeinsamer Antrag der SPD-, CDU- und FDP-Fraktion
Letzte Beratung: 26.08.2026 Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität Ö 6.2
Die Zahl der in Hamburg zugelassenen Pkw´s liegt seit Jahren auf einem hohen Niveau, aber tendenziell leicht rückgängigem Niveau. Zugleich verspüren Anwohnerinnen und Anwohner vieler Quartieren nach wie vor einen hohen Parkdruck insbesondere in den dicht besiedelten Stadtteilen. Das auch in Hamburg-Nord schrittweise eingeführte Bewohnerparken verfolgt das Ziel, den Parkdruck spürbar zu verringern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dieses Ziel wird weiterhin verfolgt.
In der praktischen Anwendung zeigen sich jedoch auch wiederkehrende Probleme, die die Akzeptanz der Maßnahme gefährden können, denen aber auf der Grundlage einer Evaluation mit abgeleiteten Lösungsansätzen abgeholfen werden könnte, ohne die Maßnahme grundsätzlich in Frage zu stellen. So wird von betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern seit längerem argumentiert, dass die jetzigen Regelungen kaum Flexibilität zulassen würden: Bewohnerparkausweise gelten mit wenigen Ausnahmen ausschließlich für die zugewiesene Zone; ein Parken in unmittelbar angrenzenden Zonen ist somit selbst dann nicht möglich, wenn dort freie Stellplätze zur Verfügung stehen. Der demgegenüber des Öfteren entstehende Suchverkehr sowie die daraus resultierenden Emissionen werden von vielen Anwohnerinnen und Anwohner als unverständlich und vermeidbar wahrgenommen. Zudem decken sich die geltenden Bewirtschaftungszeiten (werktags von 09:00 bis 20:00 Uhr) nur teilweise mit dem tatsächlichen Bedarf inden Vierteln , aus der Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner, die maßgeblich von der Lösung profitieren sollen. So steigt der Parkdruck vor allem in den Abendstunden nach 17:00 Uhr erheblich, derweil tagsüber viele freie Stellplätze verfügbar sind. Entsprechend berichten viele berufstätige Anwohnerinnen und Anwohner von Problemen bei der abendlichen Parkplatzsuche.
Der Bundestag hat am 26.03.2026 auch auf Initiative Hamburgs auf der Ebene des Bundesrats Änderungen des Straßenverkehrsgesetzes und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften beschlossen (Drs. 21/3505 vom 07.01.2026). Nach diesen sollen u.a. Bewohnerparkausweise nicht nur den Anwohnerinnen und Anwohnern und gebietsansässigen Betrieben oder Institutionen ausgestellt werden können, sondern auch Personengruppen mit einem besonderen gebietsübergreifendem Parkraumbedarf, wie beispielsweise Handwerksbetriebe oder ambulante Pflegedienste. Diese aktuelle Entwicklung berücksichtigend, gilt es, den Bezirk Hamburg-Nord frühzeitig auf bevorstehende Änderungen vorzubereiten und ein künftiges Quartiersparken proaktiv, bedarfs- und kompromissorientiert zu gestalten.
Bereits im Koalitionsvertrag 2024–2029 hat sich die Koalition aus CDU, SPD und FDP in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord für eine Evaluation des Bewohnerparkens und ein bezirkliches Parkplatzmonitoring ausgesprochen. Die aktuellen bundespolitischen Entwicklungen geben umso mehr Anlass, eine Bestandsaufnahme durchzuführen, um insbesondere im Dialog mit der Landesebene bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln, die ggf. auch im Masterplan Parken des Senats Berücksichtigung finden Eine ursprünglich vorgeseheneEvaluierung des Bewohnerparkens konnte in den vergangenen Jahren vor allem pandemiebedingt nicht sinnvoll durchgeführt werden. Vor der Aktivierung der Neuregelungen erscheint es aber angemessen eine Bestandsaufnahme und Auswertung zu machen, die ggf. auch bedarfsorientierte Veränderungsmöglichkeiten aufzeigt, die zukünftig berücksichtigt werden können, um das Kernziel, Parkdruck zu mindern, Verkehrssicherheit zu gewährleisten, Suchverkehre zu unterbinden und eine Entlastung der relevanten Stadtteile insgesamt zur Folge hat.
Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität möge vor diesem Hintergrund beschließen:
Für die CDU-Fraktion: Ralf-Martin Diedrich, Fabian Wilke
Für die SPD-Fraktion: Tina Winter, Angelina Timm
Für die FDP-Fraktion: Lars Jessen, Monika Grodt-Kuhn
Keine
Keine Orte erkannt.
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.