Eingabe: Geplante Fällungen von Sumpfzypressen auf der Liebesinsel im Hamburger Stadtpark (2)
Letzte Beratung: 28.09.2026 Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude Ö 4.2.2
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord informiert über folgende Bürgereingabe:
„Guten Tag,
dies ist eine Eingabe. Mein Name ist , ich wohne in der Schwalbenstraße in Barmbek-Nord, Bezirk Hamburg-Nord. Der Stadtpark befindet sich für mich in fußläufiger Entfernung, ich gehe dort regelmäßig spazieren und sehe mich daher als direkt betroffen von der geplanten Maßnahme, die mir als Mitglied des Nabu zur Kenntnis gekommen ist.
Ein Park ist eine künstlich gestaltete Umgebung, jedoch unter Einbeziehung natürlicher Lebewesen wie großen Bäumen, die wesentlich den Reiz der Landschaftsgestalt ausmachen. Es sind gewissermaßen Baumpersönlichkeiten. Es ist mir völlig unverständlich, wie man auf die Idee kommen kann, das, was den Park im Kern ausmacht ohne Not zu zerstören.
Ich sehe, mit welch großem Aufwand der Zugang zur Insel im Stadtparksee instandgesetzt wird. Welchen Sinn hat das, wenn man zugleich den Kontext dieses wichtigen Gestaltungselements demoliert? Wahrscheinlich wird die Brücke bereits das nächste Mal baufällig sein, bevor der Schaden an den Bäumen auch nur näherungsweise geheilt sein kann. Ich werde es wahrscheinlich nicht mehr erleben.
Der Anlass für den verwerflichen Plan, die Zypressen zu fällen sei ihre natürliche Neigung, charakteristische Wurzeln auszubilden wird berichtet. Ist das richtig?
Es gibt eine Reihe von Orten im Park, die einer baupolizeilichen Überprüfung der sicheren Zugänglichkeit mutmaßlich nicht standhalten würden. Zum Teil ist dies dem Umstand geschuldet, dass man dort schlicht nicht herumlaufen soll. Wieso also hier?
Wird der Bestand der vorhandenen Ruhebänke höher eingestuft als der Bestand der Bäume? Ist es unmöglich, in der Nähe einen angemessenen neuen Aufstellort für Ruhebänke zu finden? Und vor allem, wer will da noch sitzen, wenn die Bäume weg sind? Was für ein grober Unfug!
Es ist gängige Praxis der Parkpflege, vorhandene Sichtachsen und Raumbezüge stetig zu prüfen und nachzujustieren, um sich der sich entwickelnden Vegetation anzupassen und den Wert der Anlage zu erhalten, hier Erbauung, Schatten etc. Somit ist es naheliegend, die Möblierung (Sie erkennen den Wortstamm mobil?) anzupassen, wenn man unter den Bäumen nicht mehr so leicht umhergehen kann.
Es ist gleichfalls vorstellbar, eine Art Holzdeck anzulegen, auf dem die Bänke am selben Ort aufgehöht wieder Platz finden können und welches den Pflanzen ausreichend Luft gewährt, um ihre Wurzeln zweckgemäß zu entfalten. Ich fände es freilich schade, da so das Bild der Pflanze verfälscht würde, könnte eine solche Lösung aber im Sinne einer barrierearmen Nutzung der Bänke akzeptieren. Freilich müsste das Holzdeck selber dann, z.B. durch eine Rampe seinerseits barrierefrei zugänglich sein.
Ich habe in Hamburger Parks, etwa in Planten un Blomen keinen bedauernswerten Mangel der Verwaltung an freiraumplanerischer Kompetenz wahrgenommen. Auch im Bezirk Nord sind mir Anlagen bekannt, etwa Hayns Park, die durchaus vernünftig betreut werden. Wieso also sollte es im Stadtpark, einer Anlage, die hoffentlich ihrem tatsächlichen Wert gemäß als Gartendenkmal von internationaler Bedeutung eingestuft ist, nicht möglich sein, eine angemessene Lösung für eine derart überschaubare Herausforderung zu finden?
Bitte nehmen Sie uns als BürgerInnen ernst. Informieren Sie uns selber über geplante, derart massive Eingriffe in unsere Umwelt, unsere Erholungsorte - oder betrachten Sie es als unser gemeinsames Kulturerbe, anstatt dass Sie sich darauf verlassen, dass wir durch eine zivilgesellschaftliche Organisation davon erfahren. Schließlich tun sie nichts dagegen, dass dieses zivilgesellschaftliche Sicherheitsnetz auch in Hamburg unterminiert wird.
Am besten wäre es freilich, sie würden selber erkennen, wenn eine geplante Maßnahme inakzeptabel und dazu nicht einmal zielführend ist. Ich bin schwer irritiert. Bitte schaffen Sie keine Tatsachen, sondern entwickeln Sie angemessene Lösungen. Die Möglichkeiten sind offensichtlich vielfältig.
Mit höflichen Grüßen,“
Um Kenntnisnahme wird gebeten.
Isabel Permien
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