Antrag der GRÜNE-Fraktion: Zukunftsfähige Verkehrsplanung für Klein Borstel Quartiersstraße Stübeheide: sicher, lebendig, klimaangepasst!
Letzte Beratung: 28.09.2026 Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Ö 5.4
Die Stübeheide und das Einkaufszentrum von Klein Borstel sind ein wichtiger Bestandteil des Stadtteillebens. Gerade deshalb kommt der zukünftigen Gestaltung des Straßenraums eine besondere Bedeutung zu.Die mit Drucksache 22-2004 [1] vorgestellte Planung zur Umgestaltung der Stübeheide verfolgt dabei einen zukunftsgerichteten Ansatz. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass Fuß- und Radverkehr sicherer und attraktiver werden, die Aufenthaltsqualität steigt und die Straße ihrer Funktion als Quartiersverbindung für alle besser gerecht wird.
Die vorgelegte Planung ist insbesondere vor dem Hintergrund zu begrüßen, dass Straßenräume über Jahrzehnte Bestand haben. Was heute gebaut wird, muss deshalb nicht nur die gegenwärtigen Verkehrsverhältnisse abbilden, sondern den Anforderungen einer wachsenden Stadt, des Klimaschutzes, der Verkehrssicherheit und einer zunehmenden Nutzung des Fahrrads gerecht werden.
Die heutige Stübeheide, die sie nach den Maßstäben vergangener Jahrzehnte geplant wurde, entspricht diesen heutigen Anforderungen nicht mehr. Entsprechend sollte nicht der Versuch unternommen werden, den heutigen Straßenraum möglichst unverändert zu konservieren. Vielmehr gilt es, die historische Entwicklung des Quartiers dort zu berücksichtigen, wo sie städtebaulich wertvoll ist, ohne daraus einen Anspruch auf die dauerhafte Festschreibung der heutigen Verkehrsführung abzuleiten.
Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass die heutige Dominanz parkender Autos keineswegs den „historischen Zustand" des Quartiers abbildet. Diese Sichtweiseberuft sicheinseitig auf die vergangenen drei Jahrzehnte und blendet völlig aus, dass die Straße viele Jahrzehnte mit sehr viel weniger Autoverkehr sehr viel mehr Aufenthaltsqualität bot. Die Idee, eine bestimmte Anzahl heutiger Parkstände sei zum Erhalt eines „gewachsenen Quartiersbildes" zwingend erforderlich, ist daher alles andere als historisch zwingend.
Verkehrswende bedeutet nicht, dass der Autoverkehr aus Klein Borstel ausgeschlossen werden soll. Sie bedeutet vielmehr, dass der öffentliche Raum für uns heute, aber auch für unsere Kinder und Kindeskinder in den kommenden Jahrzehnten ausgewogener zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden verteilt wird: Hin von der rein „autogerechten Stadt" zu Quartieren, die auch „behindertengerecht" und „kindgerecht" sind. Denn ganz genau wie Autofahrende brauchen auch Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Radfahrende sichere und verlässlich nutzbare Wege.
Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss beschließen:
Die Bezirksversammlung nimmt wie folgt Stellung zur Planung „Radverkehrsförderung Stübeheide“ (Drs. 22-2004):
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
[1] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016390
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