Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und weist darauf hin, dass die Sitzung zu Protokollzwecken aufgezeichnet wird. Von der öffentlichen Fragestunde wird kein Gebrauch gemacht.
Die Niederschrift wird einstimmig beschlossen.
Mitarbeitende aus den Stadtteilkulturzentren Kulturladen St. Georg und Kultur Palast Billstedt, dem Stadtteilhaus Horner Freiheit sowie dem Bürgerhaus Wilhelmsburg stellen sich und die aktuellen Herausforderungen ihrer Häuser stellvertretend für weitere Einrichtungen dieser Art im Bezirk Hamburg-Mitte vor.
Die folgenden Themen wurden angesprochen:
St. Georg:
- keine konstitutionelle Förderung der Horner Freiheit
- Veranstaltungen meist ohne zusätzliche finanzielle Mittel umzusetzen
- Kassenlage erschreckend
- Projektförderungen durch Stiftungen stagnieren
- Kräfte der Ehrenamtlichen sinken
Wilhelmsburg:
- Erleichterung bezüglich der hamburgweiten Neubewertung der tarifgebundenen Stellen
- Besorgnis wegen anstehender Kostensteigerungen bei Energiekosten etc.
Billstedt:
- Erhebliche Umsatzeinbrüche führten zur Schließung des Restaurants
- „Umsonstangebote“ immer voll ausgelastet
- Sommerprogramm komplett ausgebucht
- Andauernde Suche nach Förderungen
Die Fragen von Frau Do-Kavka und Frau Martens werden wie folgt beantwortet:
- kostenlose Angebote fallen ohne zusätzliche Förderungen zunehmend weg
- Zirkusprojekt (Bürgerhaus Wilhelmsburg) benötigt auch Förderungen
o Arbeit mit Demenzerkrankten entfällt ohne Förderungen
- ohne Quartiersfondsbestätigung keine Reinigungskraft im Kulturladen St. Georg
- Seniorenausflüge würden in St. Georg entfallen
o Einsamkeit droht
- Kulturladen Hamm und Honigfabrik konnten nicht teilnehmen, waren aber bei der Vorbereitung und der Erstellung der Tischvorlage thematisch involviert
regelmäßige Austauschmöglichkeiten zwischen den Häusern aus dem Bezirk
Nicole Mattern und Ole Felten resümieren die Woche des Gedenkens 2026. In der Zeit vom 20.04.2026 bis zum 08.05.2026 fanden insgesamt 74 Veranstaltungen im Bezirk Hamburg-Mitte statt. Die Veranstaltungen umfassten unter anderem ein Graffiti-Projekt im Haus der Jugend Rothenburgsort, Rundgänge und Führungen, Workshops, mehrere Gedenkfeiern, einen Abend für Esther Bejarano im Uebel & Gefährlich sowie das Reinigen von Stolpersteinen - durch niedrigschwellige Angebote wurden auch (jüngere) Kinder und Jugendliche miteingebunden. Auch in diesem Jahr wurden zahlreiche Veranstaltungen ins Schulprogramm integriert. Die meisten Veranstaltungen wurden für Besuchende kostenfrei angeboten. Für die Preisverleihung am 28.04.2026 wurde mit dem Metropolis Kino kooperiert.
Das mediale Interesse hat sich enorm gesteigert, die Aufrufzahlen auf Instagram haben sich vervielfacht. Besonders auf dieser Plattform wurden engmaschig Inhalte zur Verfügung gestellt, welche von hohem Interesse waren. 90% der Aufrufe wurden durch Nutzende erzielt, welche dem Kanal „mittenunteruns“ nicht folgen. Beim Erstellen des Materials für den Social Media-Auftritt sei besonders aufgefallen, dass die Menschen, die dafür gefilmt wurden, sich wertgeschätzt gefühlt hätten.
Für das kommende Jahr 2027 bestehen folgende Planungen:
Social-Media-Kanal soll weiter intensiv bespielt werden, auch außerhalb des Veranstaltungszeitraums
o Erinnerungsarbeit bisher kaum in sozialen Netzwerken vorhanden
o kontinuierlich weitere Inhalte posten
o Gedenktage und Gedenkorte mit Fokus auf Hamburg-Mitte werden geteilt
o Sichtbarkeit von Erinnerungskultur in Hamburg-Mitte erhöhen
Frau Do-Kavka bestärkt den Fokus auf die sozialen Medien, denn die Sichtbarkeit bei der jüngeren Zielgruppe geschehe durch soziale Netzwerke.
Frau Mattern erklärt, dass für die Organisation der Woche des Gedenkens im Jahr 2027 - wie im Jahr 2026 - voraussichtlich 45.000€ benötigt werden würden.
Der Ausschuss bedankt sich und nimmt Kenntnis.
Es liegen keine Anträge vor.
Herr Echterhagen, der als Pressesprecher der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) fungiert, und Herr Joho von der Geschichtswerkstatt St. Georg stellen sich vor. Die beiden berichten über die Bücherverbrennung am 30.05.1933 auf dem Lübeckertorfeld in Hamburg. Sie erklären, dass der Bücherverbrennung eine sogenannte Feuerrede vorausgehe, mit der die Verbrennung ideologisch begründet werde.
Die Fragen von Herrn Zoltkowski und Frau Martens werden wie folgt beantwortet:
- Bisher keine konkreten Pläne für die Art der Gedenktafel/ Skulptur
o gern Zusammenhang mit Büchern (Relief o.ä.) schaffen
o Gerne ein gut frequentierter Ort, beispielsweise Vorplatz der HAW
- Antrag sei unterstützenswert
Frau Martens bedankt sich bei den Referenten und schlägt vor, eine Arbeitsgruppe zu gründen. Sie könnte sich vorstellen, sich von der Skulptur von Wulf Kirschner inspirieren zu lassen. Die steht an der Schule in der Bovestraße und koste ca. 30.000-40.000€. Herr Zoltkowski: würde gern dem Antrag zustimmen, wenn alle 3 beteiligten Akteure die Ergebnisse der Prüfaufträge hier im Ausschuss vorstellen. Herr Stehmeier pflichtet ihm bei und versichert ihm, dass der Ausschuss auf dem aktuellen Stand gehalten werde. Auch er kann sich eine Arbeitsgruppe vorstellen. Frau Martens schließt sich an. Für Herrn Joho seien regelmäßige Veranstaltungen, wie beispielsweise Lesungen etc. denkbar.
Der Ausschuss beschließt den Antrag mit oben benannter Änderung einstimmig.
K61:
Herr Zoltkowski regt eine Förderung in Höhe von 1000€ an. Frau Martens würde gern die Kosten für die Bühne und das Programm fördern und spricht sich für eine Förderung in Höhe von 1600€ aus. Herr Meyer-Delius stimmt ihr zu. Frau Do-Kavka regt 1300€ als Förderung an, kann sich aber auch 1600€ vorstellen.
Der Ausschuss stimmt dem Stadtteilkulturmittelantrag in Höhe von 1600€ mehrheitlich - gegen die Stimme der AfD-Fraktion - zu.
K62:
Frau Do-Kavka spricht sich für eine Förderung in voller Höhe an. Frau Martens und Herr Meyer-Delius stimmen ihr zu.
Der Ausschuss stimmt dem Stadtteilkulturmittelantrag einstimmig in voller Höhe - bei Enthaltung der AfD-Fraktion - zu.
K63:
Herr Zoltkowski spricht sich für die Ablehnung des Stadtteilkulturmittelantrages aus. Der Hintergrund sei die Verbindung von Kommerz und Kultur und das Stattfinden in den eigenen Unternehmensräumen. Frau Schwalke, Frau Do-Kavka und Frau Martens stimmen ihm zu.
Der Ausschuss lehnt den Stadtteilkulturmittelantrag einstimmig ab.
K64:
Herr Meyer-Delius merkt an, dass der Antrag nicht vollständig eingereicht wurde. Frau Schenk würde gerne in voller Höhe fördern, wenn die Angabe zu den geplanten Räumlichkeiten vorliegt. Frau Do-Kavka schließt sich ihr an und schlägt eine Förderungssumme von 1000€ vor. Frau Meyer könnte sich bei einer Förderung in Höhe von 500€ anschließen. Für eine Ablehnung spricht sich Herr Jordan aus.
Herr Zoltkowski resümiert und bietet an, dass der Stadtteilkulturmittelantrag mit Ergänzungen in den Hauptausschuss gegeben werden könnte.
Der Ausschuss beschließt die Abgabe an den Hauptausschuss bei Enthaltung der AfD-Fraktion einstimmig.
K65:
Herr Zoltkowski merkt an, dass die Veranstaltung erst für das Jahr 2027 geplant ist und er dementsprechend erst im kommenden Jahr darüber abstimmen würde. Frau Do-Kavka unterstreicht die Wichtigkeit des Projektes und würde gerne in Höhe von 1450€ fördern - für Material - und Proberaumkosten. Frau Schenk regt an, dass der Antragsteller unter Umständen auch Unterstützung von der Behörde für Kultur und Medien erhalten könnte. Herr Zoltkowski regt eine Förderung in Höhe vom 800€ an.
Der Ausschuss beschließt den Stadtteilkulturmittelantrag in Höhe von 800€ einstimmig.
K66:
Frau Martens: moniert die fehlende Stadtteilkultur. Herr Jordan pflichtet ihr bei. Frau Do-Kavka erachtet den Antrag als förderungswürdig. Herr Meyer-Delius schlägt eine Förderung in Höhe von 600€ vor.
Der Ausschuss beschließt den Stadtteilkulturmittelantrag in Höhe von 600€ - gegen die Stimmen der CDU- und AfD-Fraktion - mehrheitlich.
Frau Meyer erklärt, dass der Antragsteller von K 64/2026 gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Finkenwerder den Film „Moinhaba“ gedreht hat, welcher auf Youtube verfügbar ist. Vor einigen Wochen wurde der Film bereits auf Finkenwerder und in Neuenfelde präsentiert.