23-1539.1

Sicheren Radverkehr über die Norderelbe während Sperrung der Freihafenelbbrücke ermöglichen

Mitteilung öffentlich

Letzte Beratung: 02.09.2026 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Ö 8.2

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat den Antrag 23-1539 in ihrer Sitzung am 19.03.2026 mehrheitlich - gegen die Stimme eines Mitglieds der AfD-Fraktion und eines fraktionslosen Mitglieds - beschlossen.Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende wurde gebeten, der Intention des Beschlusses zu entsprechen und eine Stellungnahme zur Information für den Ausschuss für Verkehr und Mobilität abzugeben.

Seit Ende Oktober ist die Freihafenelbbrücke für den Verkehr gesperrt. Ein Binnenmotorschiff war mit der Brücke kollidiert und hat dabei den Mittelteil des denkmalgeschützten Bauwerks stark beschädigt. Statt der direkten Verbindung zwischen der U- und S-Bahnhaltestelle Elbbrücken in der HafenCity und der Veddel muss der Verkehr auf die weiter östlich gelegenen Neuen Elbbrücken ausweichen.

Dieser Umstand stellt insbesondere für den Radverkehr eine besondere Einschränkung dar. Denn die Route über die Neuen Elbbrücke ist für diesen gefährlich und wenig komfortabel. Fahrräder müssen sich den nur 1,50 Meter breiten Radweg entlang der viel befahrenen Billhorner Brückenstraße (B4) mit den Fußngern teilen. Mit dem Alten Elbtunnel steht außerdem nur eine weitere alternative Möglichkeit für eine kostenfreie Querung der Norderelbe zur Verfügung.

Viele Radfahrende von den Elbinseln sind daher bis zur Sperrung auf die Route über die Freihafenelbbrücke und durch die HafenCity ausgewichen, um die Innenstadt zu erreichen.

Im Januar gab die Wirtschaftsbehörde bekannt, dass die Schäden an der Freihafenelbbrücke irreparabel sind. Da die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben sei, müsse der Mittelteil der Brücke aus Sicherheitsgründen zurückgebaut werden. Dies soll noch im Laufe des Jahres erfolgen. Ende Februar wurde bekannt, dass die Sanierung wegen des Neubaus der Eisenbahnüberführung über die Norderelbe voraussichtlich nicht vor 2038 abgeschlossen sein wird.

r den Radverkehr sollte während der Sperrung und Sanierung eine sichere alternative Möglichkeit zur Querung der Elbe gefunden werden, etwa durch die Einrichtung einer provisorischen Brücke, sagt Lau. Hier könnte etwa die Behelfsbrücke, die während der dortigen Brückenarbeiten bei Tatenberg über die Dove-Elbe führte, als Vorbild dienen.

Mit Blick auf die im Frühjahr beginnende Saison für den Radverkehr sollte eine solche Lösung zeitnah erfolgen.

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte möge beschließen:

  1. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte empfiehlt der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende gem. §27 Bezirksverwaltungsgesetz, während der Sperrung und Sanierung der Freihafenelbbrücke für den Radverkehr zeitnah eine sichere alternative Möglichkeit zur Überquerung der Elbe zu ermöglichen, etwa mittels einer provisorischen Brücke.
  2. Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende wird gebeten, dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität zu berichten.

Dier Behörde für Verkehr und Mobilitätswende nimmt mit Schreiben vom 01.06.2026 wie folgt Stellung:

Die Freihafenelbbrücke ist nach einem Schiffsanprall am 28. Oktober des vergangenen Jahres irreversibel beschädigt worden. Die Freihafenelbbrücke kann aus Sicherheitsgründen vor ihrer grundlegenden Sanierung an anderem Ort nicht wieder für den Verkehr freigegeben werden. Trotz Ausschöpfung aller ingenieurtechnischen Möglichkeiten ist eine Wiederherstellung der Verkehrssicherheit am aktuellen Ort ausgeschlossen.

Angesichts der zentralen Bedeutung der Norderelbquerungen für den innerstädtischen Verkehr inkl. des Fuß- und Radverkehrs, den Hafen sowie den überregionalen Personen- und Güterverkehr besteht aus Sicht des Senates dringender Handlungsbedarf, um die verkehrliche Leistungsfähigkeit während der langjährigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen sicherzustellen. Die zuständigen Behörden haben unter Federführung der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende einen umfassenden Prüfprozess unter Beteiligung verschiedener Dienststellen eingeleitet. Dieser umfasst Maßnahmen zur verbesserten Verkehrssteuerung, Anpassungen der Bauabläufe, die Prüfung provisorischer Hilfsmaßnahmen sowie die Möglichkeit zum Bau einer Ersatzbrücke westlich der Neuen Elbbrücken. Die Ausarbeitung und Bewertung aller Prüfszenarien erfolgen in einem beschleunigten Verfahren und in enger Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen. Im Mittelpunkt steht dabei die zielgerichtete Prüfung einer Ersatzbrücke.

Eine feste Randbedingung der Untersuchung ist neben der verkehrlichen Entlastung auch die Schaffung einer sicheren Rad- und Gehwegquerung der Norderelbe während der Bauzeit. Erste Ergebnisse werden in den nächsten Monaten erwartet.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Freihafenelbbrücke Billhorner Brückenstraße HafenCity

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