23-2041

Kita-Versorgung auf Wilhelmsburg sichern: Wie steht es um die soziale Infrastruktur im RISE-Gebiet "Wilhelmsburg-Ost"? (Anfrage der CDU-Fraktion)

Anfrage nach § 27 BezVG

Sachverhalt

Fragestellerin und Fragesteller: Jörn Frommann, Dr. Gunter Böttcher und Roland Hoitz.

Das Alte Bahnhofsviertel sowie das Korallusviertel im Zentrum Wilhelmsburg stehen vor einer erheblichen städtebaulichen Transformation, wenn man dem Integriertem Entwicklungskonzept trauen darf. So gibt es zum Beispiel nach fünfzehn Jahren des Stillstands und mehreren Eigentümerwechseln mit der Übernahme durch einen neuen Vorhabenträger im Sommer 2026 endlich eine Perspektive für das Großprojekt „Neues Korallusviertel“ nördlich der Thielenstraße. Der geplante Baustart Ende 2026 für über 400 neue Wohnungen ist ein wichtiger Schritt zur Wohnraumschaffung und Stabilisierung der Bewohnerstruktur.

Es ist jedoch klar: Neuer Wohnraum darf nicht zu Lasten der Lebensqualität im Bestand gehen. Ein Zuzug hunderter Familien funktioniert nur, wenn die soziale Infrastruktur – allen voran eine verlässliche und wohnortnahe Kita-Versorgung – zeitgleich mitwächst. Da im städtebaulichen Vertrag zum Bebauungsplan Wilhelmsburg 96 eine neue Kindertagesstätte verankert ist, muss nun sichergestellt werden, dass diese rechtzeitig und bedarfsgerecht realisiert wird, um Engpässe im ohnehin belasteten Quartier zu verhindern, wie es im Neubaugebiet „Kirchenwiese“ in Georgswerder zum Ärger der neuen Bewohner geschehen ist. Gleichzeitig geht aber die Anzahl der Kinder, die eine KiTa besuchen werden, zurück und viele Träger droht eine starke Einschränkung, wenn nicht sogar die Schließung.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

  1. Bauvorhaben „Neues Korallusviertel“ und synchrone Infrastrukturplanung
    1. Welcher konkrete Zeit- und Realisierungsplan liegt dem Bezirksamt für den Bau der vertraglich vereinbarten Kindertagesstätte im „Neuen Korallusviertel“ vor?
    2. Wie stellt das Bezirksamt sicher, dass die Eröffnung dieser Kita synchron zum Erstbezug der neuen Wohneinheiten erfolgt, um eine Überlastung der bestehenden Einrichtungen in der näheren Umgebung zu vermeiden?
    3. Für wie viele Betreuungsplätze (aufgeteilt nach Krippe/U3 und Elementar/Ü3) ist die neue Einrichtung im „Neues Korallusviertel“ aktuell ausgelegt? Reicht diese Kapazität nach Berechnungen der Verwaltung aus, um den prognostizierten Eigenbedarf der neuen Bewohner vollständig abzufangen?
    4. Ist bereits ein Träger für die neue Kita vertraglich gebunden oder gibt es Erkenntnisse dazu, wann das entsprechende Auswahlverfahren gestartet werden soll?
  1. Aktuelle Versorgungslage und Kapazitäten im Bestand
    1. Wie viele Kindertageseinrichtungen (Krippe und Elementar) befinden sich derzeit aktiv im RISE-Gebiet? (Bitte unter Angabe von Träger, Adresse und genehmigten Plätzen auflisten.)
    2. Wie hoch ist die aktuelle Auslastungsquote dieser bestehenden Einrichtungen?
    3. Wie viele Familien aus den betroffenen Quartiersgrenzen mussten im laufenden Jahr 2026 das offizielle Kita-Platznachweisverfahren über das Jugendamt in Anspruch nehmen, weil sie eigenständig keinen Betreuungsplatz finden konnten?
    4. Wie hat sich die Anzahl zur Frage 2.3 in den Jahren 2020 bis 2025 jeweils entwickelt?
  1. Demografische Entwicklung und Versorgungsgrad
    1. Wie viele Kinder im Alter von 0 bis unter 6 Jahren leben aktuell (Stichtag jüngst verfügbar) in den genannten Quartieren des RISE-Gebietes?
    2. Welcher statistische Versorgungsgrad (Verhältnis von vorhandenen Plätzen zur Anzahl der dort gemeldeten Kinder) ergibt sich daraus für diesen Teil Wilhelmsburg (getrennt nach U3 und Ü3)?
    3. Wie hat sich der unter 3.2 abgefragte Versorgungsgrad in den Jahren 2020 bis 2025 jeweils entwickelt?
    4. Welche Geburten- und Zuzugsprognosen legt das Bezirksamt für die kommenden fünf bis zehn Jahre im RISE-Gebiet zugrunde?
  1. Nachhaltige Quartiersentwicklung im RISE-Fördergebiet
    1. Welche weiteren Kita-Planungen oder Flächensicherungen sind im Rahmen des RISE-Fördergebiets Wilhelmsburg Ost (Korallus- und Bahnhofsviertel) bis zum Ende der Gebietslaufzeit vorgesehen, um die soziale Infrastruktur auch für die Bestandsbevölkerung dauerhaft zu stärken?
    2. Liegen dem Bezirksamt aktuell Anträge auf Betriebserlaubnis oder Erweiterungen von bestehenden Trägern im Umfeld des RISE-Gebietes zur Prüfung vor oder werden entsprechende Gespräche geführt?
  1. Operative Belastungen und Fachkräftemangel
    1. Wie unterstützt das Bezirksamt die freien Träger vor Ort aktiv dabei, den Betrieb trotz des allgemeinen Fachkräftemangels stabil zu halten?
    2. Liegen dem Bezirksamt oder dem Bezirkselternausschuss (BEA) Mitte Berichte vor, wonach Kitas im alten Bahnhofsviertel oder Korallusviertel in den letzten 12 Monaten aufgrund von akutem Personalmangel oder nicht ausreichenden Anmeldezahlen die Betreuungszeiten einschränken oder Gruppen temporär schließen mussten? Wenn ja, worin lagen die jeweiligen Gründe?
Lokalisation Beta
Thielenstraße
Stadtteile

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Themen Beta

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