23-0748

Jüdisches Leben in Hamburg wieder sichtbar machen: Gedenktafel am Wurmsweg in Hamburg-Hamm installieren - auf Veitweg aufmerksam machen! (Antrag der SPD-Fraktion, GRÜNE-Fraktion, CDU-Fraktion, Fraktion DIE LINKE, Volt-Fraktion und FDP-Gruppe) (geändert beschlossen)

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 22.05.2025 Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Ö 8.11

Sachverhalt

Der heutige Wurmsweg im Stadtteil Hamm wurde 1938 durch das nationalsozialistische Unrechts- und Gewaltregime umbenannt. Zuvor trug der Straßenabschnitt den Namen Veitsweg, benannt nach dem Maler Philipp Veit (1793–1877). Philipp Veit war ein bedeutender Vertreter der deutschen Romantik und der Nazarener-Bewegung. 1810 trat er vom Judentum zum Katholizismus über. Dennoch galt er nach den rassistischen Maßstäben des NS-Regimes weiterhin als Jude, weshalb die Nationalsozialisten seinen Namen aus dem Stadtbild tilgten und die Straße in Wurmsweg umbenannten.

Im Rahmen der Arbeit der Kommission zum Umgang mit NS-belasteten Straßennamen in Hamburg aus dem Jahr 2022 wurde der Fall des Wurmswegs untersucht. Die Kommission stellte fest, dass Philipp Veit keine neue Straßenbenennung nach 1945 erhielt und dass die damalige Umbenennung ausschließlich aus antisemitischen Motiven erfolgte.

Für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens ist der Hinweis auf diesen Vorgang sehr wichtig. Als Ort kommt nur der ursprüngliche Straßenzug infrage, um das Unrecht dort wiedergutzumachen, wo es begangen wurde. Auch wird nur so die feste Verankerung religiöser Diversität in der Stadt sichtbar.

Gleichzeitig sieht die Kommission keine Gründe, den aktuellen Namensgeber des Wurmswegs, Christian Friedrich Wurm (1803–1859), die Ehre einer Benennung abzuerkennen. Wurm war ein Gymnasialprofessor der Geschichte am Akademischen Gymnasium in Hamburg (Johanneum), politischer Publizist und Mitglied des Vorparlaments sowie der Nationalversammlung in Frankfurt 1848. Er bleibt somit eine ehrenwerte Persönlichkeit, nach der eine andere Verkehrsfläche benannt werden könnte. Ihm zu Ehren ist etwa auf dem Friedhof Ohlsdorf eine Grabmaltafel gewidmet.

Um den Umbenennungsakt sichtbar zu machen und die Ehrwürdigkeit von C. F. Wurm zu erhalten, soll eine Intarsie eingesetzt oder ergänzende Beschilderung am Wurmsweg installiert werden.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung möge beschließen, dass

1. die Bezirksversammlung der Senatskommission vorschlägt, dass dem Wurmsweg eine Zusatzkennzeichnung auf die Umbenennung und die Person des vorherigen Namensgebers hinzugefügt werde, um das Andenken an Philipp Veit zu würdigen,

2. alternativ oder ergänzend die Bezirksversammlung der Senatskommission vorschlägt und das Bezirksamt daraufhin eine Gedenktafel bereitstellt, die die Umbenennung des Veitswegs im Jahr 1938 sowie die Wiedereinführung des Namens dokumentieren,

3. falls die Senatskommission dem Vorschlag zu 1. und/oder 2. folgt, soll gemeinsam mit Initiativen aus dem Stadtteil eine angemessene Ehrung organisiert werden.

Hierfür mögen 150 € aus dem Regionalbereich Horn/Hamm/Borgfelde bereitgestellt werden.

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Wurmsweg
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