Errichtung Wildtierauffangstation Klövensteen Antrag der CDU-Fraktion
Hamburg ist eine Großstadt mit weitläufigen Grün- und Waldflächen.Diese weisen einen großen Bestand an Wildtieren auf, und zwar auch infreier Wildbahn.
Füchse, Biber, Wildschweine, Rothirsche, Damwild, Wildkaninchen,Marder, aber auch Möwen, Gänse, Kiebitze, und Seeadler besitzen ihrHabitat in der Großstadt.
Die Bevölkerungszahl in Hamburg steigt kontinuierlich an. Durch die damitverbundene zunehmende Urbanisierung von Flächen des HamburgerStadtgebiets kommt es zwangsläufig zu Unfällen mit Wildtieren bzw. zumAuffinden von kranken oder verunfallten Wildtieren auf dem HamburgerStadtgebiet. Bürgerinnen und Bürger, Polizei, Feuerwehr und andereEinsatzkräfte stehen in solchen Fällen regelmäßig vor der Frage, wohindiese Tiere für eine fachgerechte Versorgung verbracht werden können.
Was vom Menschen gut gemeint ist, stellt die städtischen Einrichtungenvor große Probleme; so sind die öffentlichen Tierheime beim Abliefern vonWildtieren häufig überfüllt, Wildtierauffangstationen sind ohnehin rar.
In der Hansestadt Hamburg betreibt das Tierheim Süderstraße e.V. imAuftrag der Stadt eine Wildtierauffangstation. Diese Wildtierauffangstationist nicht nur regelmäßig überfüllt, sondern weist zudem einengravierenden Sanierungsstau auf. Sie befindet sich dementsprechendbekanntermaßen in einem desolaten Zustand.
In Ermangelung von Plätzen für verletzte/ verunfallte Wildtiere in derHansestadt Hamburg fährt die Hamburger Polizei verletzte/ verunfallteWildtiere zum Teil zu entsprechenden Auffangstationen nachNiedersachsen. Dieses Prozedere ist umständlich, kostet Geld und dient
zudem nicht gerade dem Tierwohl, um das es hier schließlich geht.
Soweit für einzelne Tierarten gesonderte Auffangstationen (z.B. dasHamburger Schwanenwesen, den Eichhörnchennotruf oder die IgelstationBergedorf) in der Hansestadt Hamburg existieren, vermögen diese denBedarf nur minimal abzudecken.
Es bedarf mithin höchst dringlich einer Entlastung derWildtierauffangstation in der Süderstraße.
In anderen Bundesländern werden Tierauffangstationen auch vonWildparks betrieben, was sich unter Praktikabilitätsgesichtspunktenförmlich aufdrängt.
Eine Rückfrage beim Revierförster des Wildgeheges Klövensteen hatergeben, dass man sich dort die Errichtung einer Wildtierauffangstationsehr gut vorstellen könne. Laut Auskunft des Revierförsters sind allenotwendigen Strukturen dort bereits vorhanden und mit dem vorhandenenPersonalbestand könnten die mit einer Wildtierauffangstationverbundenen Mehraufgaben abgedeckt werden.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport der Bezirksversammlung, folgendes zu beschließen:
1. Das Bezirksamt wird gebeten, zu prüfen, ob es möglich ist, eine allen gesetzlichen sowie behördlichen Vorgaben entsprechende Wildtierauffangstation im oder am Wildtiergehege Klövensteen einzurichten und kurzfristig in Betrieb zu nehmen.
2. Für die Zwecke der Errichtung der Wildtierauffangstation möge das Bezirksamt Kontakt mit dem Tierheim Süderstraße aufnehmen, um die dort vorhandene Expertise betreffend die Betreuung von Wildtieren für die Wildtierauffangstation im Klövensteen nutzbar zu machen.
3. Das Bezirksamt möge eruieren, ob und wie die im Wildtiergehege Klövensteen zu betreibende Wildtierauffangstation in eine bezirksübergreifende Struktur, die Synergien mit den bereits bestehenden Auffangstationen für Wildtiere (Tierheim Süderstraße, Spezialstationen) schafft, eingebunden werden kann.
4. Weiter möge das Bezirksamt prüfen, aus welchen finanziellen Mitteln die Einrichtung und der Betrieb einer Wildtierauffangstation finanziert werden könnte.
Der Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport wird um Zustimmung und Weiterleitung an die Bezirksversammlung gebeten
ohne.
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