22-1919.2

Errichtung Wildtierauffangstation Klövensteen Beschlussempfehlung des Ausschusses für Grün, Naturschutz und Sport

Beschlussempfehlung öffentlich

Sachverhalt

Hamburg ist eine Großstadt mit weitläufigen Grün- und Waldflächen und weist einen großen Bestand an Wildtieren auf. Beispielhaft seien Füchse, Biber, Wildschweine, Rothirsche, Damwild, Wildkaninchen, Marder, aber auch Möwen, Gänse, Kiebitze und Seeadler genannt.

Zugleich ist Hamburg dicht besiedelt, was mit einem hohen Verkehrsaufkommen einhergeht. In der Folge kommt es zwangsläufig zu Unfällen mit Wildtieren bzw. zum Auffinden von kranken oder verunfallten Wildtieren im Hamburger Stadtgebiet. Bürger:innen, Polizei, Feuerwehr und andere Einsatzkräfte stehen in solchen Fällen regelmäßig vor der Frage, wohin diese Tiere für eine fachgerechte Versorgung verbracht werden können. So sind die öffentlichen Tierheime beim Abliefern von Wildtieren häufig überfüllt, Stationen zur Aufnahme von Wildtieren sind ohnehin rar und auf ehrenamtliches Engagement angewiesen.

In der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) betreibt das Tierheim des Hamburger Tierschutzvereins e.V. in der Süderstraße im Auftrag der FHH eine Wildtierauffangstation. Diese Wildtierauffangstation ist nicht nur regelmäßig überfüllt, sondern weist zudem einen gravierenden Sanierungsstau auf. In Ermangelung von Plätzen für verletzte/ verunfallte Wildtiere in der FHH hrt die Hamburger Polizei verletzte/ verunfallte Wildtiere zum Teil zu entsprechenden Auffangstationen in benachbarte Bundesländer. Dieses Prozedere ist umständlich, kostet Geld und dient zudem nicht dem Tierwohl.

Soweit für einzelne Tierarten gesonderte Auffangstationen (z.B. das Hamburger Schwanenwesen, den Eichhörnchennotruf, die Igelstation Bergedorf LOOKI e.V. und die Greifvogelaufnahme in Duvenstedt) in der FHH existieren, vermögen diese den Bedarf nur teilweise abzudecken.

Es bedarf also dringlich einer Entlastung der Wildtierauffangstation in der Süderstraße.Der Revierförster des Wildgeheges Klövensteen und die zuständige Amtsveterinärin haben erklärt, dass sie sich dort die Errichtung einer Wildtierauffangstation sehr gut vorstellen können. Laut Auskunft des Revierförsters sind notwendige Strukturen dort bereits vorhanden und mit dem vorhandenen Personalbestand könnte zumindest ein Teil der mit einer Wildtierauffangstation verbundenen Mehraufgaben abgedeckt werden.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport der Bezirksversammlung, wie folgt zu beschließen, Punkt 1 einstimmig, Punkt 2 mehrheitlich gegen die Stimmen der Fraktionen von DIE LINKE und FDP:

  1. Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft sowie die Behörde für Finanzen und Bezirke werden gemäß § 27 gebeten, ausreichende finanzielle Mittel bereitzustellen, um das bestehende System von Einrichtungen zur Aufnahme von verletzten Wildtieren in Hamburg zu sichern und dem Bedarf entsprechend auszubauen.
  1. Das Bezirksamt wird gemäß § 19 BezVG gebeten,
  • zu prüfen, ob es möglich ist, eine den gesetzlichen sowie behördlichen Vorgaben entsprechende Wildtierauffangstation im oder am Wildgehege Klövensteen einzurichten und den benötigten Finanzbedarf zu ermitteln;
  • r die Zwecke der Errichtung der Wildtierauffangstation Kontakt mit den bestehenden Einrichtungen wie dem Tierheim Süderstraße aufzunehmen, um die dort vorhandene Expertise betreffend der Betreuung von Wildtieren für eine Wildtierauffangstation im Klövensteen nutzbar zu machen;
  • zu eruieren, ob und wie eine im oder am Wildgehege Klövensteen zu betreibende Wildtierauffangstation in eine bezirksübergreifende Struktur, die Synergien mit den bereits bestehenden Auffangstationen für Wildtiere (Tierheim Süderstraße, Spezialstationen) schafft, eingebunden werden kann;
  • zu prüfen, aus welchen zusätzlichen finanziellen Mitteln die Einrichtung und der Betrieb einer Wildtierauffangstation finanziert werden könnte.
Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Anhänge

ohne

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Lokalisation Beta
Hamburg Süderstraße Duvenstedt Wildgehege Klövensteen

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