Antwort: Mögliche Auswirkungen einer Olympiabewerbung auf Sportstätten, öffentliche Flächen und Infrastruktur im Bezirk Hamburg-Mitte (Anfrage der Fraktion DIE LINKE)
Fragesteller: Antonia-Luise Ivankovic, Theresa Jakob, Steffen Leipnitz, Susanne Morgenstern, Maureen Schwalke, Carina Sickau, Nora Stärz, Marinus Stehmeier, Ronald Wilken
im Zusammenhang mit der Diskussion über eine mögliche Bewerbung der Freien und Hansestadt Hamburg für Olympische und Paralympische Spiele ergeben sich zahlreiche Fragen zu möglichen Auswirkungen auf den Bezirk Hamburg-Mitte. Insbesondere interessieren uns die möglichen Folgen für öffentliche Sportstätten, Grünflächen, Verkehr sowie die Nutzung öffentlicher Räume.
Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:
Das Bezirksamt Hamburg-Mitte beantwortet die Anfrage, teilweise auf der Grundlage von Auskünften der Behörde für Inneres und Sport (BIS) wie folgt:
Siehe Anlage 1.
1.3. Wie hoch wird der aktuelle Sanierungsbedarf bzw. Sanierungsstau bei Sportanlagen im Bezirk eingeschätzt?
Siehe Anlage 1.
1.4. Welche Sanierungsmaßnahmen sind bereits geplant, aber derzeit nicht oder nur teilweise finanziert?
Siehe Anlage 1.
1.5. Sind diese Anlagen barrierefrei nutzbar (z.B. rollstuhlgerecht, taktile Elemente) und für welche Altersgruppen sind sie ausgelegt?
Siehe Anlage 1.
1.6. Wie wird die regelmäßige Pflege, Instandhaltung und Verkehrssicherheit dieser öffentlichen Anlagen gewährleistet?
Siehe Anlage 1.
Bestand und Zustand der (bezirklichen) Sportstätten ist der Bezirksversammlung (BV) und dem zuständigen Fachausschuss der Bezirksversammlung über die Bereitstellung der sog. Bauzustandsberichte (auch im Transparenzportal zu finden) und zudem deren Erläuterung im Beirat Bezirklicher Sportstättenbau (BV Mitte nimmt stimmberechtigt teil) bekannt.
Die Sanierungsmaßnahmen im Bereich der bezirklichen Sportanlagen werden in den vorgenannten Gremien ebenfalls in zwei Sitzungen zunächst erläutert und dann beschlossen. Entsprechende Protokolle der Sitzungen gehen an den gesamten Fachausschuss der BV.
BIS
Als öffentliche Sportanlagen werden solche Anlagen definiert, die sich im städtischen Eigentum bzw. in städtischer Betreiberschaft befinden. Vereinseigene Anlagen sind davon nicht umfasst. Der Bestand sowie Zustand der Sportstätten im Sinne der Fragestellung ergibt sich aus der Anlage 1.
Angaben zu Schulsporthallen im Bezirk Hamburg-Mitte erfolgen über Schulbau Hamburg und Finanzbehörde direkt an die Bezirksversammlung.
Das Bezirksamt führt darüber keine Statistik. Die Daten sind aber öffentlich und online unter Drucksachen abrufbar.
3.2. Falls ja: um welche Flächen handelt es sich (bitte nach Stadtteil und Art der Nutzung aufschlüsseln)?
BIS
Stadtteil |
Wettkampfstätte |
Nutzung |
St. Pauli |
Heiligengeistfeld |
Beach-Volleyball, BMX-Freestyle, Skateboard |
St. Pauli |
Millerntorstadion |
Hockey |
St. Pauli |
Messe |
u.a. Boxen, Badminton, Judo Tischtennis |
Neustadt |
Binnenalster |
3x3 Basketball, Bogenschießen (Finale), Padel |
Neustadt |
Rathausmarkt |
Triathlon |
Altstadt |
St. Annenplatz |
Radsport (Straße) |
Steinwerder |
Elbinsel Steinwerder (Am Fährkanal 3) |
Klettern |
Hamm |
Sportanlage Aschberg (Rückersweg 31) |
Bogenschießen (Vorrunde) |
Rothenburgsort |
Sport-und Eventarena neuer Huckepackbahnhof (Olga-Brandt-Knack-Straße) |
Volleyball |
Wilhelmsburg |
Inselpark (Kurt-Emmerich- Platz 10.östl.) |
Wasserball, Moderner Fünfkampf |
3.3. Welche bestehenden Sportstätten könnten temporär oder dauerhaft von olympischen Planungen betroffen sein?
BIS
Im Bereich der bestehenden Sportstätten sind das Millerntorstadion, die „Sport- und Eventarena am neuen Huckepackbahnhof“ sowie die Sportanlage Aschberg Gegenstand der Planungen. Diese sind ausschließlich im Rahmen eines zeitlich begrenzten Zeitraums betroffen, der die Vorbereitung, die Durchführung der Wettkämpfe sowie die anschließende Rückführung in die ursprüngliche Nutzung umfasst.
Alle weiteren Wettkampfstätten im Bezirk Hamburg-Mitte werden temporär errichtet bzw. temporär ertüchtigt.
BIS
Zum aktuellen Planungsstand können noch keine abschließenden Aussagen zur Einrichtung von Sicherheitszonen sowie zur Nutzung öffentlicher Parks und Wasserflächen getroffen werden.
Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, folgende öffentliche Plätze als Wettkampfstätten zu nutzen: Heiligengeistfeld, Binnenalster, St. Annenplatz, Rathausmarkt sowie den Kurt-Emmerich-Platz.
4.2. Welche Einschränkungen für die öffentliche Nutzung dieser Flächen wären während der Vorbereitung und Durchführung eines solchen Großereignisses zu erwarten?
BIS
Zum derzeitigen Planungsstand können noch keine konkreten Aussagen zu Art und Umfang möglicher Einschränkungen getroffen werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es im Zuge vorbereitender Maßnahmen, während der Durchführung der Spiele sowie im Rahmen der anschließenden Rückbauarbeiten zu kurzfristigen Einschränkungen der öffentlichen Nutzung kommen wird.
BIS
Die grundsätzlichen Verkehrsmaßnahmen sind in dem entsprechenden Mobilitätskonzept einsehbar. Grundsätzlich ist nicht geplant, Sonderfahrspuren einzurichten. Konkrete Verkehrsmaßnahmen hängen auch von der entsprechenden Sicherheitslage ab. Daher kann hierzu zum aktuellen Zeitpunkt noch keine konkrete Aussage getroffen werden.
Es ist davon auszugehen, dass im Zusammenhang mit einer Olympiabewerbung oder der Durchführung von Spielen zusätzliche personelle und finanzielle Belastungen für das Bezirksamt Hamburg-Mitte entstehen können. Eine konkrete Abschätzung des Umfangs dieser Belastungen ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht möglich.
6.2. Welche Aufgaben würden voraussichtlich vom Bezirksamt übernommen werden müssen (z. B. Genehmigungen, Koordination öffentlicher Flächen, Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen)?
Für die Nutzung öffentlicher, gewidmeter Flächen müssen Sondernutzungserlaubnisse nach dem Hamburger Wegegesetz durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte erteilt werden.
BIS
Das Bezirksamt wird entsprechend seiner fachlichen Zuständigkeit, analog zu anderen Großveranstaltungen, die anfallenden Aufgaben übernehmen. Für detailliertere Aussagen ist der derzeitige Zeitpunkt noch zu früh.
BIS
Hamburg setzt auf einen gestuften Beteiligungsprozess. Bisher haben sich seit November 2025 im Rahmen von Dialogveranstaltungen und Online-Beteiligung über 3.000 Bürgerinnen und Bürger eingebracht; dabei wurden rund 800 Anregungen zu Themen wie Sportstätten, öffentliche Räume, Mobilität und Nachnutzung gesammelt. Diese fließen in die weitere Konzeptentwicklung ein. Für den Bezirk Hamburg-Mitte wurden bisher insbesondere ein bezirkliches Dialogformat und die Online-Beteiligung umgesetzt. Über den Hamburger Sportbund wurden im Herbst 2025 vor allem Sportvereine eingeladen, sich am bisherigen Beteiligungsprozess zu beteiligen.
Der Beteiligungsprozess wird in den weiteren Planungsschritten fortgeführt und bei Bedarf an den jeweiligen Konkretisierungsgrad der Bewerbung angepasst. Ziel ist es, die unterschiedlichen Perspektiven aus der Stadtgesellschaft – insbesondere auch aus den Bezirken – kontinuierlich einzubeziehen und transparent zu berücksichtigen. Mit fortschreitender Ausarbeitung des Konzepts und der Bewerbung werden die Beteiligungsformate entsprechend weiterentwickelt und vertieft. Dabei steht im Vordergrund, Chancen und mögliche Auswirkungen frühzeitig zu diskutieren und gemeinsam tragfähige Lösungen für Hamburg und seine Bezirke zu erarbeiten.
Wir bitten um eine möglichst detaillierte Beantwortung sowie - sofern vorhanden – um Verweise auf entsprechende Drucksachen, Beschlüsse oder Planungsunterlagen.
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