Zukunft der Universität Hamburg sichern – gute Entwicklung vor Ort gewährleisten
Aktuelle Berichte aus der Universität Hamburg sowie öffentliche Stellungnahmen von Fachschaftsräten, Studierenden und Lehrenden zeichnen ein zunehmend besorgniserregendes Bild über den Zustand der Hamburger Hochschullandschaft. Es wird von ausfallenden Lehrveranstaltungen, überfüllten Seminaren, personellen Engpässen, eingeschränkten Bibliotheksöffnungszeiten, langen Wartezeiten bei Prüfungsämtern sowie einer strukturellen Überlastung der Verwaltung berichtet. Besonders dramatisch scheinen sich die Verhältnisse in der Fakultät für Rechtswissenschaften zu entwickeln, wie einem offenen Brief der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer an die Justizsenatorin zu entnehmen ist. Danach ist eine qualitativ hochwertige Juristenausbildung in Hamburg künftig nicht mehr gewährleistet.
Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass sich die strategische Hochschulpolitik des Hamburger Senats zunehmend auf sogenannte Exzellenzcluster und Spitzenforschung konzentriert, während die für die breite Studierendenschaft essenzielle Grundversorgung der Universität – also Lehre, Betreuung, Infrastruktur und planbare Personalausstattung – unter Druck gerät.
Eine Universität darf jedoch nicht zu einer „Uni mit beschränkter Ausbildung“ („UmbA“) werden, in der Prestigeprojekte Vorrang vor funktionierenden Studienbedingungen erhalten. Wissenschaftspolitik darf sich nicht ausschließlich am akademischen Spitzensport orientieren, sondern muss ebenso den „Breitensport“ der Hochschulbildung sichern, von dem zehntausende Studierende und letztlich die gesamte Stadtgesellschaft profitieren.
Die Universität Hamburg erfüllt nicht nur Forschungs-, sondern auch Ausbildungs-, Integrations-, Innovations- und Fachkräftesicherungsfunktionen für Hamburg und die Metropolregion. Eine moderne Wissenschaftspolitik benötigt Exzellenz – aber ebenso Verlässlichkeit in der Breite. Spitzenforschung und gute Studienbedingungen dürfen keine Gegensätze sein. Hamburg braucht nicht nur internationale Forschungscluster, sondern ebenso funktionierende Lehrveranstaltungen, erreichbare Prüfungsämter, ausreichend Bibliotheksplätze und eine Universität, die ihrem Bildungsauftrag gegenüber der gesamten Stadtgesellschaft gerecht wird.
Eine Universität lebt nicht allein von wenigen Spitzenprojekten, sondern von einer tragfähigen akademischen Infrastruktur für alle Studierenden.
Nach den aktuellen Medienberichten und öffentlichen Stellungnahmen der Hamburger Hochschulen scheint die Wissenschaftspolitik des Senats diesem vollwertigen Anspruch einer Universität nicht mehr zu entsprechen. Dies wirft auch Fragen für die Entwicklung der Universität im Bezirk Eimsbüttel auf. Es stellt sich die Frage, ob die Universität noch über hinreichend finanzielle Mittel in Zukunft verfügen wird, um die notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Bestand durchzuführen. Aber gerade die bauliche Infrastruktur ist Grundvoraussetzung dafür, dass die Universität Hamburg auch künftig sowohl exzellent in der Forschung bleibt als auch ein qualitativ hochwertiges Angebot in der akademischen Ausbildung gewährleisten kann.
Der amtierende Präsident der Universität Hamburg war kurz nach Amtsantritt zu Gast im Universitätsausschuss und hat sich seinerzeit offen für weitere Gespräche gezeigt. Die aktuelle öffentliche Diskussion zum Wissenschaftsstandort Hamburg gibt hinreichen Anlass, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen und mit dem Präsidenten der Universität Hamburg zu erörtern, welche Unterstützungsmaßnahmen die Universität von Seiten des Bezirks für eine positive Entwicklung benötigt.
Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten,
den Präsidenten der Universität Hamburg oder hilfsweise ein anderes Mitglied des Präsidiums der Universität Hamburg in eine der nächsten Sitzungen des Kerngebietsausschusses einzuladen, um über die weitere Entwicklung der Universität Hamburg im Bezirk Eimsbüttel zu sprechen.
Insbesondere sollen erörtert werden,
Benjamin Schwanke, Camilla Joyce Thiele, Lea Fricke und FDP Fraktion Eimsbüttel
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