Protokoll
Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 25.11.2025

Ö 1

Öffentliche Fragestunde (Bürgerfragestunde) gem. § 23 GO

Es liegen keine Wortmeldungen vor.

Ö 2

Beschluss über die Tagesordnung

Frau Achilles bittet die Tagesordnung um den Punkt "Bestandssicherung von Angeboten und Projekten im Haushalt 2026 gewährleisten!" - Antrag zum Landesjugendhilfeausschuss (LJHA) zu erweitern.

 

Herr Veit schlägt vor, diesen Punkt unter TOP 12neu zu beraten.

 

Die so geänderte Tagesordnung wird einvernehmlich angenommen.

Ö 3

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen - Diskussion - (Referent:Innen: - Herr Dr. Duwe (BA/B) - Frau Papke oder Frau Grymlas (kassenärztliche Vereinigung) - Herr Krönker (KJP-Lohbrügge))

Herr Dr. Duwe betont, dass er als Leiter des Gesundheitsamtes eine besondere Sichtweise auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Bezirk habe. Aus seiner Perspektive seien vor allem zwei Aspekte relevant: die epidemiologische Betrachtung und die gesundheitliche Versorgung, wobei Letztere im Gesundheitsamt subsidiär verankert sei. Er weist daraufhin, dass das Angebot an Personal knapp sei, aber dennoch ein gutes Angebot für das Jugendamt und die Kinder und Jugendlichen bestehe, das er stetig auszubauen versuche. So habe er beispielsweise eine Psychologin im Team, die sowohl im jugendpsychiatrischen als auch im sozialpsychiatrischen Dienst tätig sei.

Er führt aus, dass sowohl Kinder von kranken Eltern als auch Eltern von kranken Kindern besonders belastet seien und daher mehr Unterstützung benötigten. Die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst sei dabei besonders wichtig. Die psychischen Belastungen der Kinder und Jugendlichen seien durch das Ende die Corona-Pandemie zwar teilweise rückläufig, jedoch würden neue Krisen weiterhin zu Belastungen führen. Die Auswirkungen dieser Krisen seien nicht immer direkt sichtbar.

Er berichtet, dass bundesweit zwar ein hohes Niveau bei der Versorgung bestehe, die Ressourcen aber begrenzt seien. Nach Corona habe er ein Projekt namens „Haltestelle“ initiieren wollen, dass Kindern, die auf einen Therapieplatz warten, bereits vorab psychologische Beratung ermöglichen sollte. Das Projekt sei jedoch nicht umgesetzt worden, da die entsprechenden Mittel und Bewerbungen gefehlt hätten.

Aktuell gebe es ein neues Projekt, das Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen frühzeitig psychologische Beratung ermöglichen solle. Für die Finanzierung würden etwa 34.000 Euro benötigt, wobei Gespräche mit Krankenkassen und anderen Kostenträgern geführt würden. Die Finanzierung sei jedoch noch nicht gesichert, neben den Leistungen der Krankenkassen ist auch noch eine Co-Finanzierung erforderlich.

Er betont, dass die Einrichtungen selbst entscheiden könnten, ob sie an dem Projekt teilnehmen möchten, und dass das Gesundheitsamt bereit sei, unterstützend tätig zu werden. Die größte Herausforderung bestehe darin, die Kinder und Jugendlichen tatsächlich zu erreichen und ihnen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen.

 

Herr Krönker berichtet, dass aktuelle gesellschaftliche Krisen - wie die Diskussionen um Krieg, die Corona-Pandemie und die Klimakrise - die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stark beeinflusstenbeeinträchtigen.

Er betont, dass Orte der Begegnung und soziale Räume für Kinder und Jugendliche besonders wichtig seien, um diesen Belastungen zu begegnen. Er habe positive Erfahrungen mit Peer-to-Peer-Angeboten und Gruppenarbeit gemacht, die Kindern und Jugendlichen helfen könnten, mit ihren Problemen umzugehen - insbesondere während der Wartezeit auf einen Therapieplatz.

Er regt an, die Wartelisten für Therapieplätze aktiv zu managen, etwa durch regelmäßigen Kontakt und niedrigschwellige Angebote, damit die betroffenen Kinder und Jugendlichen nicht das Gefühl hätten, vergessen zu werden. Solche Maßnahmen seien nicht teuer, aber sehr wirksam und könnten die Zeit bis zum Therapiebeginn sinnvoll überbrücken.

Abschließend betont er, dass es wichtig sei, die vorhandenen Ressourcen und die Motivation der jungen Menschen zu nutzen und gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren - Trägern, Kostenträgern und Einrichtungen - innovative Lösungen zu entwickeln, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

 

Frau Achilles erinnert, dass sie das Thema bereits in der vorherigen Sitzung angesprochen habe und betont, dass viele Einrichtungen von Sondermitteln abhängig seien, die künftig wegfallen könnten. Sie habe darauf hingewiesen, dass dadurch wichtige Leistungen gefährdet seien und die Situation für die Träger sehr angespannt sei. Sie habe einen Antrag zur Bestandssicherung der Angebote eingebracht und die Unterstützung des Ausschusses dafür erbeten.

 

Frau Möller gibt einen kurzen Rückblick auf die bisherigen Beratungen und betont, wie sich die Arbeit in den Einrichtungen verändert habe, insbesondere durch vermehrtes Verletzungsverhalten und Suizidalität. Sie habe den Wunsch geäußert, eine zusätzliche psychologische Fachkraft in den Einrichtungen zu etablieren, um die pädagogische Arbeit zu entlasten.

 

Frau Schulze berichtet von „DreiFürEins“, einem erfolgreiches Modellprojekt, bei dem Jugendhilfe, Schule (Regionales Bildungs- und Beratungszentrum ReBBZ), Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe zusammenarbeiten, um niedrigschwellige therapeutische  Angebote direkt im ReBBZ zu ermöglichen. Sie betont, dass solche Projekte schnell und unkompliziert helfen könnten, aber oft an fehlenden Ressourcen scheiterten.

 

Frau Frieß schlägt vor, einen gemeinsamen Entschließungsantrag zu formulieren, um den Bedarf an psychologischer Beratung und Unterstützung in den Einrichtungen gegenüber der Politik und den Kostenträgern deutlich zu machen. Sie betont, dass die Kraft des Ausschusses gebündelt werden sollte, um das Thema voranzubringen.

 

Diesem Vorschlag schließt sich der Ausschuss an.

 

 

 

 

Ö 4

Fragen an die Verwaltung

Es liegen keine Fragen vor.

Ö 5

Berichte aus den Ausschüssen

Herr Veit berichtet, dass dem Ausschuss die Antwort auf die kleine Anfrage zu den Kinder- und Jugendsprechstunden bei der Bezirksamtsleitung zu geschickt wurde und fragt, ob hier Diskussionsbedarf besteht.

 

Herr Trute betont, dass sobald Herr Meyer den Arbeitsplatz von Frau Schilde übernommen habe, diese wieder neu aufgenommen werden.

 

 

 

 

Ö 6 - 22-0548

Stellungnahme zur Vorbereitung des Haushaltsplanentwurfs 2027/28, Bezirksamt Bergedorf Rahmenzuweisung 1-254.09.01.X05.001 Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit - Betriebsausgaben, Rahmenzuweisung 1-254.09.02.X05.001 Förderung der Erziehung in der Familie - Betriebsausgaben, Rahmenzuweisung 1-254.09.03.X05 Sozialraumorientierte Angebote der Jugend- und Familienhilfe - Betriebsausgaben Rahmenzuweisung Kinder- und Jugendarbeit Investitionen (Hier. Erstellung einer Stellungnahme)

Herr Veit stellt fest, dass bisher keine Stellungnahme formuliert wurde. Aus diesem Grund wird die Drucksache nicht weiter beraten.

Ö 7 - 22-0559

Verteilungsdrucksache 2026 zu den Rahmenzuweisungen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), Familienförderung (FamFö), Sozialraumorientierte Angebote der Jugend- und Familienhilfe (SAJF)

Herr Danelzig stellt die Drucksache vor. Er erläutert, dass die Rahmenzuweisungen für die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Familienförderung und die sozialraumorientierten Angebote im Bezirk fortgeschrieben würden. Er weist daraufhin, dass die Planung sich an den Vorjahren orientiere und die Mittel entsprechend weitergeführt würden. Die sog. Antragsannahmegespräche sollten dann zeitnah im kommenden Jahr nachgeholt werden. Hierdurch bestünde dann auch die Möglichkeit, die Tarifsteigerungen zu berücksichtigen.

 

Frau Achilles bemerkt, dass zur Finanzierung des Kinder- und Familienzentrums (KiFaZ) -Allermöhe fast 50.000 Euro fehlten. Es wurden keine Annahmegespräche geführt, wodurch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Hintergründen der Finanzierung nicht möglich gewesen sei. Sie weist außerdem darauf hin, dass es generell schwierig sei, zu einzelnen Aspekten der Mittelverteilung fachlich fundiert Stellung zu nehmen, wenn die entsprechenden Informationen und Diskussionsmöglichkeiten fehlten. Abschließend merkt sie an, dass das Leben und die Bedarfe in den Einrichtungen oft anders aussähen als es die formalen Rahmenbedingungen und die Fortschreibung der Mittel abbilden.

 

Der JHA stimmt einstimmig der Verteilungsdrucksachen für das Jahr 2026 zu.

 

Es wurden folgende Entahltungen ausgesprochen:

- Frau Achilles: KiFaZ- Neuallermöhe

- Frau Lewandowski: Haus Warwisch

- Frau Woldrich: AWO

 

Frau Feiler-Siegert übernimmt die Stimmberechtigung von Frau Frieß.

 

 

 

Ö 8

Mitteilung der Verwaltung

Frau Jungblut berichtet, dass die Jugendamtsleiterin im nächsten Jahr in den Ruhestand gehen werde. Die Stelle sei bereits ausgeschrieben worden und es habe sich eine kompetente und erfahrene Kollegin aus dem Bezirksamt Wandsbek gefunden, die die Nachfolge antreten werde. Das genaue Anfangsdatum stehe noch nicht fest, werde aber spätestens zum 1.8. erfolgen. Sie betont, dass die Übergabe überlappend geplant sei, um einen reibungslosen Wechsel zu gewährleisten.

 

Ö 9

Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaften § 78 SGB VIII

Ö 9.1 - 22-0539

Stellungnahme der AG 78 "Offene Kinder- und Jugendarbeit und Familienförderung" für den Jugendhilfeausschuss

Frau Lewandowski teilt mit, dass sich die AG 78 in ihrer letzten Sitzung darauf geeinigt habe, den Jugendhilfeausschuss zu bitten, diese Themen - insbesondere Extremismusprävention - in einer der kommenden Sitzungen passend zum dortigen Themenschwerpunkt zu behandeln.

 

Der Ausschuss beschließt daher die Stellungnahme in der nächsten Sitzung erneut auf die Tagesordnung zu nehmen.

 

 

Ö 10

Mitteilung der freien Träger

Es liegen keine Wortmeldungen vor.

 

 

Ö 11

Verschiedenes

Frau Jungblut berichtet, dass Frau Schulze zum 01.08.2026 in Ruhestand geht. Die Stelle der Jugendamtsleitung wurde erfolgreich ausgeschrieben und zum nächst möglichen Zeitpunkt besetzt.

Ö 12

Bestandssicherung von Angeboten und Projekten im Haushalt 2026 gewährleisten! Antrag zum Landesjugendhilfeausschuss

Frau Achilles erläutert, dass viele Einrichtungen und Projekte, insbesondere solche, die mit Sondermitteln für Geflüchtete oder zusätzliche Programme finanziert wurden, aktuell vor großen Unsicherheiten stehen. Sie weist darauf hin, dass die Kürzungen dieser Mittel dazu führen könnten, dass Angebote zurückgefahren oder ganz eingestellt werden müssten, was insbesondere für befristete Stellen problematisch sei. Die Träger wüssten oft nicht, wie es im kommenden Jahr weitergehe, was die Planung und die Motivation der Mitarbeitenden

erschwere.

Sie betont, dass die Mittel nicht nur für gesonderte Projekte, sondern auch für die Erweiterung und Sicherung der regulären Arbeit der Jugendhilfe und Familienförderung genutzt wurden. Der Wegfall dieser Mittel gefährde die Versorgung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien, insbesondere in Unterkünften für Geflüchtete.

 

Frau Lenné unterstützt die Ausführungen und spricht sich ebenfalls für den Antrag aus. Sie lobt den Versuch, trotz angespannter Haushaltslage mit einem Appell an den Landesjugendhilfeausschuss und die Politik auf die Dringlichkeit der Bestandssicherung hinzuweisen.

 

Der JHA sieht die Notwendigkeit dieses Beschlusses und schließt sich einstimmig dem Petitum

des LJHA an.

Ö 13

Genehmigung der öffentlichen Niederschrift der Sitzung vom 14.10.2025

Frau Lewandowski berichtigt, dass sie nicht in der Jury für den Esther-Bejarano-Preis sitzt. Dieser Platz sei noch offen.

 

Die so geänderte Niederschrift wird einvernehmlich angenommen.