Protokoll
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 04.02.2026

Ö 1

Beschluss über die Tagesordnung

Die Tagesordnung wird einvernehmlich ohne Änderungen beschlossen.

 

Ö 2 - 22-0612

Integratives Innenstadtkonzept - Lupenraum Reetwerder hier: Zwischenstand zum Projekt

Herr Rosinski erklärt, dass die Vorlage im Rahmen der Sitzung am 07.01.2026 umfänglich vorgestellt und diskutiert wurde. Diese werde heute zur Abstimmung gegeben.

 

Herr Emrich berichtet, dass seine Fraktion die Variantenuntersuchung intensiv geprüft und Bürger sowie Geschäftsleute vor Ort befragt habe, wobei eine etwa ausgeglichene Zustimmung zwischen der autofreien Variante 3 und der teilöffentlichen Variante 2 wahrgenommen wurde. Man halte eine Umgestaltung für sinnvoll, favorisiere jedoch Variante 2, da diese etwa 18 bis 19 der 29 öffentlichen Stellplätze erhalte, den Durchgangsverkehr um rund 50 Prozent reduziere und sowohl Anwohnern als auch Geschäften das Zufahren und Beladen ermögliche. Variante 2 ermögliche zudem saisonale Außengastronomie und eine verstärkte Begrünung, ohne die Straße dauerhaft zu sperren. Variante 3 habe ihre Berechtigung, gehe seiner Fraktion wegen des Parkplatzverlustes und der Erschwerung der Erreichbarkeit der Geschäfte jedoch zu weit. Er beantragt eine Abstimmung über Variante 2.

 

Herr Rosinski betont, dass alle Beteiligten das gemeinsame Interesse der Belebung der Innenstadt verfolgten. Er erklärt, dass die Entscheidung nicht nur zwischen Parkplätzen und Aufenthaltsqualität abgewogen werde, sondern auch Aspekte wie Entsiegelung und Begrünung berücksichtigt werden. Er weist ferner darauf hin, dass die Formate im Auftrag des Bezirksamts und der Gebietsentwicklerin GOS deutlich mehr Resonanz hatten (aufgrund der Formate und Zeit) und sich vermutlich daraus das positivere Gesamtbild (vgl. vorherige SEA-Sitzung) eingestellt hat.

 

Frau Kramer gibt an, dass ihre Fraktion weiterhin Variante 3 bevorzuge und die Darstellung und Argumentation in der vergangenen Sitzung sowie der beteiligten Akteure als schlüssig erachte. Sie betont, dass nicht allein Parkraum, sondern vor allem das Einkaufserlebnis und die Aufenthaltsqualität die Frequenz in der Innenstadt steigern würden. Insbesondere kleinere Einrichtungen wie das Mütterzentrum profitierten von einer sicheren und attraktiven Aufenthaltsmöglichkeit. Die Anwohner präferierten Parkplätze vor der Tür weniger als den Durchgangsverkehr. Sie spricht sich gegen eine Zwischenlösung aus und plädiert für eine umfassende Aufwertung des Reetwerders als integralen Bestandteil der Innenstadt.

 

Herr Polkowski schließt sich der Stellungnahme von Herrn Rosinski an und weist darauf hin, dass die Straßensperrung nicht nur der saisonalen Gastronomie diene, sondern auch Aspekte wie Durchgangs- und Parksuchverkehr berücksichtige. Seine Fraktion unterstütze weiterhin Variante 3.

 

Frau Westberg erklärt, ihre Fraktion habe sich intensiv mit den Varianten auseinandergesetzt und sich für Variante 3 entschieden, wobei einige Mitglieder auch einen vollständigen Verzicht auf Parkplätze als Pilotprojekt erwogen hätten. Sie bedauert, dass noch keine Rückmeldung bezüglich des Parkraumoratoriums vorliege und bittet um eine Bewertung der Verwaltung zu möglichen Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang.

 

Herr Rosinski erklärt, dass die Behörde hinsichtlich des Parkraummonitoriums für gewöhnlich dem Votum der Politik bzw. des Bezirks folge. Die Anfrage wurde in diesem Fall aus Transparenzgründen parallel vorgenommen. Im Falle einer Ablehnung werde man erneut im Ausschuss über das Ergebnis berichten und mögliche Alternativen diskutieren.

 

Herr Froh verweist auf frühere Verkehrsversuche in Bergendorf, etwa die Umkehrung der Einbahnstraße in der Schloßstraße und das Projekt am Sander Markt, die nach anfänglicher Kritik akzeptiert wurden. Eine derartige Vorgehensweise hätte er auch für den Reetwerder, beispielsweise zur Umkehrung der Einbahnstraßenregelung, favorisiert.

 

Herr Krohn betont, dass seine Fraktion den Abbau von Parkplätzen kritisch sehe.

 

Herr Zimmermann ergänzt, dass seine Fraktion Variante 2 bevorzuge und Variante 3 ablehne.

 

Hinsichtlich des Hinweises von Herrn Froh zur Durchführung eines Verkehrsversuches bzw. der Erprobung einer Umkehrung der Einbahnstraßenregelung gibt Herr Rosinski an, dass die Polizei hierzu Bedenken geäußert habe: Eine umgekehrte Verkehrsführung führte an der Kreuzung Alte Holstenstraße/ Reetwerder u. U. sogar zu einer Verschärfung der Verkehrssituation. Er berichtet zudem, dass die Polizei nach einem Gespräch am 16.01.2026 die Variante 3 favorisiert, da bei Variante 2 aufgrund des geraden Fahrens mit erhöhten Geschwindigkeiten und damit verbundenen Risiken zu rechnen sei. Er korrigiert die Angabe von Herrn Emrich, wonach bei Variante 3 nicht alle 29 bestehenden, sondern 22 Stellplätze zurückgebaut würden.

 

Herr Jarchow lässt zunächst über Variante 2 und folgend Variante 3 für den Lupenraum Reetwerder abstimmen.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss lehnt Variante 2 (SPD, Grüne und LINKE) bei Zustimmung der Fraktionen der CDU und der AfD mehrheitlich ab.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt Variante 3 (SPD, Grüne und LINKE) gegen die Stimmen der CDU und der AfD mehrheitlich zu.

 

Ö 3 - 22-0654

Bebauungsplanverfahren Lohbrügge 94 (Lohbrügger Markt 2-4) hier: Internetveröffentlichung gemäß § 3 Absatz 2 des Baugesetzbuchs

Herr Wittmann und Herr Bresser stellen den Bebauungsplanentwurf Lohbrügge 94 anhand einer Präsentation vor und beantworten Verständnisfragen.

 

Frau Westberg kritisiert die Bezeichnung des Laubengangs an der Hauptverkehrsstraße als „soziale Stadtgalerie“ (Wortwahl des Entwurfsverfassers) als unangemessene Sprachspielerei. Positiv bewertet sie die Entstehung von fast 100 Wohnungen und die fortgesetzten Gespräche mit der Haspa, zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber der geplanten gewerblichen Nutzung im Erdgeschoss angesichts vieler Leerstände in Bergedorf.

 

Herr Panz erklärt, dass sich das Vorhaben in einem fortgeschrittenen Stadium der Bebauungsplanung befinde, dem der Ausschuss in der damaligen Zusammensetzung einstimmig (Drucksachen 21- 1132 und 21-0550) zugestimmt habe. Für die Straßen Lohbrügger Markt und Ludwig-Rosenberg-Ring wurden im Wettbewerb Laubenganglösungen vorgesehen, die nicht auf die reine Erschließungsfunktion beschränkt sind. Er zeigt auf, dass die Wohnungen am Sander Damm zugleich eine über Balkone auf der ruhigen Hofseite verfügen und zudem ein gemeinschaftlich nutzbarer Dachgarten am Ludwig-Rosenberg-Ring geplant sei.

 

Herr Rosinski äußert, dass die Alte Holstenstraße durch das Engagement der Grundeigentümer belebt sei und er einen Kiosk an der betreffenden Ecke befürworte.

 

Herr Detmer erkundigt er sich nach dem Umgang mit dem Baumverlust durch die Vergrößerung der Häuser und die damit verbundene Reduzierung von Freiflächen, insbesondere ob und wo die Nachpflanzung der entfallenden Bäume erfolgen soll. Weiterhin fragt er, ob alle Eingänge, einschließlich der Dachterrasse, barrierefrei und über einen Aufzug erreichbar sein werden.

 

Herr Wittmann berichtet, dass im städtebaulichen Vertrag vereinbart wurde, die entfallenden Bäume im Verhältnis 1 zu 1,5 zu ersetzen, wobei die meisten Ersatzpflanzungen im Plangebiet erfolgen sollen. Für wenige Bäume, die nicht im Plangebiet ersetzt werden können, werde der Vorhabenträger einen finanziellen Ausgleich leisten, damit die Verwaltung diese Bäume im öffentlichen Raum pflanzen könne. Die Dachterrasse werde barrierefrei erreichbar sein.

 

Herr Krohn bewertet den Erhalt des Parkplatzes am Sander Markt als positiv. Er erkundigt sich, welche Gebäude neben dem Hochhaus abgerissen werden und ob die Tiefgarage auf der Seite der Haspa erhalten werde.

 

Herr Bresser bestätigt, dass die bestehende Parkgarage zurückgebaut werden soll und eine neue Tiefgarage, nahezu unter dem gesamten Vorhabengrundstück, errichtet werden soll. Er bestätigt, dass alle Gebäude, außer dem Hochhaus, zurückgebaut werden sollen.

 

Frau Kramer äußert Erstaunen darüber, dass seit der ersten Diskussion 2021 kaum Fortschritte erzielt wurden, zeigt sich jedoch erfreut, dass das Bauvorhaben nun voranschreitet und unterstützt insbesondere die Kubatur und Urbanität des zentralen Standorts. Sie befürwortet die Nutzung der Gebäudehöhe, die Schaffung neuer Freiräume, insbesondere der grünen Dachterrasse und die Modernisierung des Bestandshochhaus. Ihre Fraktion unterstütze das Projekt weiterhin und sieht in der Entwicklung am Sander Markt eine Chance zur Belebung des Standorts.

 

Herr Polkowski befürwortet die Wahl des Laubengangs als Erschließungsform, da dieser mehr Kommunikationsmöglichkeiten biete als beispielsweise ein Treppenhaus. Die Optimierung des Blockinnenbereichs und die Annäherung an die Straße seien sinnvoll, ohne dass dies zu unlösbaren Lärmkonflikten führe. Er freue sich, dass das Hochhaus erhalten bleibe und die Planung nun voranschreite. Hinsichtlich der Nutzung des Erdgeschosses stimme er Herrn Rosinski zu, dass Gewerbe dort angemessen sei.

 

Frau Heintschl äußert Zustimmung zum gestalterisch gelungenen Entwurf, hinterfragt jedoch die im Entwurf angegebene Grundflächenzahl von 0,7 und bemängelt, dass laut Text 100 Prozent des Grundstücks überbaut werden können. Sie hält eine vollständige Versiegelung für problematisch, insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit von Flächen zur Versickerung von Regenwasser und zum Schutz des Grundwassers. Sie erkundigt sich, ob eine Reduzierung der Versiegelung möglich sei.

 

Herr Wittmann bestätigt, dass das Grundstück nahezu vollständig von einer Tiefgarage unterbaut werde, weshalb das Tiefgaragendach begrünt werden müsse. Er gibt an, dass man sich im Verfahren für einen möglichst umfangreichen Substrataufbau eingesetzt habe und im städtebaulichen Vertrag Regelungen zur Regenwassernutzung vorgesehen seien. Hiermit könne immerhin die Abflussrate verringert werden. Er betont, dass eine solche Regenwassernutzung in Bergedorfer Bebauungsplänen bisher nicht vorgeschrieben wurde. Zudem habe sich der Vorhabenträger bereit erklärt, diese Maßnahmen umzusetzen und gewerbliche Nutzungen auf dem Grundstück vorzusehen.

 

Frau Heintschl merkt an, dass es keinen Nutzen für das Grundwasser habe, wenn Regenwasser entweder direkt abgeleitet oder als Brauchwasser wiederverwendet werde.

 

Herr Panz gibt zu bedenken, dass das Grundstück derzeit nahezu vollständig versiegelt sei und künftig - auch aufgrund der Stellplatzanforderungen der Auslobung, die diese Unterkellerung induzierten - ein Erreichen einer Grundwasserneubildung rein technisch nicht möglich sei.

 

Frau Petersen-Griemlobt den Umgang mit den gegebenen Herausforderungen des Grundstücks, insbesondere die Erhaltung des Bestandsgebäudes aus ökologischen Gründen sowie die Idee des Dachgartens. Der Erfolg hänge von der Umsetzung, insbesondere der Materialwahl und Gestaltung des Innenhofs ab.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt der Internetveröffentlichung des Bebauungsplanentwurfs einstimmig zu.

 

Protokollnotiz: Die gemäß Vorlage für den Zeitraum vom 02.03. - 02.04.2026 unverbindlich vorgesehene Internetveröffentlichung / öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs Lohbrügge 94 kann zum anvisierten Zeitpunkt nicht erfolgen. Im Verfahren bestehen derzeit noch fachliche und verfahrensbezogene Abstimmungsbedarfe, die auf weitergehende Klärungshinweise des Planungsbegünstigten zurückgehen und in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt zu bearbeiten sind. Eine ordnungsgemäße Durchführung des Auslegungsverfahrens setzt jedoch voraus, dass diese offenen Aspekte vorab vollständig bearbeitet werden.

 

 

Ö 4 - 22-0065.05

Nachnutzung des Körber Areals hier: 4. Sachstandsbericht zum Beschluss der Bezirksversammlung (Drucksache 22-0065) - Ausschreibung: Verfahrensbetreuung Rahmenplan Kurt-A.-Körber-Chaussee hier: Zuschlagserteilung Verfahrensbetreuung (Nachrichtliche Hinzuladung des Fachausschusses für Wirtschaft, Handel und Tourismus)

 Herr Panz und Herr Rosinski stellen die Vorlage kurz vor.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt Kenntnis.

 

Ö 5

Mitteilung der Verwaltung

Keine Wortmeldungen.

 

Ö 6

Verschiedenes

Keine Wortmeldungen.

 

Ö 7

Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 07.01.2026, öffentlicher Teil

Herr Detmer bittet um Anpassung der Niederschrift hinsichtlich einer Formulierung, die er der Gremienbetreuung zur Verfügung stellt.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt dem so angepassten öffentlichen Teil der Niederschrift vom 07.01.2026 einvernehmlich zu.